9. September 2015

Constraints in der Logistik (Theory of Constraints)

Die Berücksichtung von Constraints in der Lager-Logistik bedient sich der Theorie der Engpass-Orientierung, auch Theory of Constraints (TOC) genannt. Es handelt sich dabei um ein kybernetisches Modell des wirtschaftlichen Handelns, welches sich besonders mit der Informationsverarbeitung in dynamischen Systemen und mit deren Regelung und Steuerung beschäftigt.

Betrachtet man Systeme nach der Theorie of Constraints, besteht jedes aus einzelnen Strukturelementen, die in gegenseitiger Wechselwirkung zueinander stehen, jedoch klar voneinander abgegrenzt sind. Dennoch: Durch den Austausch untereinander (Kunden, Aufträge, Materialfluss, Steuerungen, Rechner, Angestellte) besteht immer eine Beziehung zwischen den einzelnen Elementen. Sie werden im kybernetischen Modell in Relationen gesetzt (Lean).

Einfach gesehen ist es eine Kette aus unterschiedlichen Prozessen und Projektphasen. Jede industrielle Kette hat in der Regel ein schwächstes Glied, welches das Voranschreiten der kompletten Kette ausbremst. Dieses Glied muss identifiziert, isoliert und optimiert werden – alle anderen Prozesse orientieren sich strikt nach dieser Optimierung.

Theory of Constraints in der Praxis:

Industrieunternehmen und deren Wertschöpfungsketten setzen sich, wie oben beschrieben, grundsätzlich aus unterschiedlichen Prozessen, samt den verknüpften und von der Spezialisierung verschiedenen Unternehmen, zusammen. Ressourcen werden untereinander oftmals nur punktuell angepasst; auf Engpässe wird reagiert, sie werden nicht im Voraus berücksichtigt. Viele Produktionsabschnitte beziehungsweise Lagerprozesse sind so auf Jahrzehnte organisch, also aus eigener Kraft, gewachsen. Sie sind allerdings nicht zu einer produzierenden Einheit verschmolzen. Die Folgen sind oft ein suboptimales Fertigungslayout mit langen Transportwegen, ein schlechter Materialfluss und schlecht abgestimmte Ressourcen von Mensch und Maschine.

Herangehensweise:

  • Identifikation der Schwachstelle/des Engpasses
  • Schwachstelle optimieren oder sogar ausnutzen
  • Jedes Element wird dem Engpass untergeordnet
  • Schwachstellen entlasten
  • Erneute Engpass-Analyse

Nach der TOC wächst ein System so lange, bis es durch einen Engpass begrenzt wird. Für die Identifikation des Engpasses ist eine systemweite Analyse notwendig, da sonst die wechselseitigen Abhängigkeiten der einzelnen Elemente nicht vollständig berücksichtigt werden.

Die Theorie wurde 1980 von Eliyahu M. Goldratt als Grundlage seiner Beratertätigkeit entwickelt. 1990 wurde diese erstmals in geschlossener Form publiziert (Goldratt, Eliyahu M.: What is This Thing Called Theory of Constraints and How Should It Be Implemented?).
Sie ist eng verwurzelt mit dem Lean-Gedanken.

Weitere Informationen zum Lean Management finden Sie auch unter Lean Methode Heijunka.

 

Bildquelle: Chris Potter / Lizenz: (CC BY 2.0)

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