28. Januar 2016

Cut-off-Zeit in der Intralogistik

Die Cut-off-Zeit beschreibt in der Intralogistik den Zeitpunkt, zu dem eine Bestellung das Lager verlassen muss und an den Transporteur übergeben wird, sodass sie noch innerhalb eines vorab definierten Zeitraums lieferbar ist.

Auf der anderen Seite versteht ein Händler unter Cut-off-Zeit den Zeitpunkt, an dem er die Bestelldaten spätestens dem Logistiker übermitteln muss, damit dieser die geforderte Lieferzeit an den Bestimmungsort noch einhalten kann. Dieser sogenannte Annahmeschluss, der in der Intralogistik die Einspeisung des Auftrags in das Lagerverwaltungssystem beschreibt, spielt besonders im E-Commerce (Onlinehandel) eine immer wichtigere Rolle. So ist in Zeiten von Same Day Delivery, der Möglichkeit der mobilen Internetnutzung sowie der immer kürzeren Durchlaufzeiten im Lager eine Ist-Situationen entstanden, die eine schnelle und zeitpunktorientierte Auslieferung zum Kunden als wichtigstes Kriterium hervorhebt.

Cut-off-Zeit in der Praxis

In der Praxis reduziert sich dadurch automatisch durch eine spätere Cut-off-Zeit das Zeitfenster für die Kommissionierung. Zudem müssen zusätzliche Bearbeitungsschritte, wie beispielsweise Sendungskonsolidierung oder Packreihenfolgen, berücksichtigt werden. Eine sequenzgenaue Anlieferung beziehungsweise Auslieferung setzt allerdings voraus, dass neben einem hohen Servicegrad, speziell die internen Prozesse entlang der Supply Chain klar definiert sind.

Die notwendige Zeit kann grundsätzlich nur über kürzere Durchlaufzeiten im Lager zwischen Auftragseingang und Auslieferung gewonnen werden. Dadurch kann die Cut-Off-Zeit nach hinten verschoben und somit der Verlust eines Liefertages vermieden werden.

Manfred Preiß

Wirtschaftliche Aussicht

Cut-off-Zeit sowie das Trendthema Same Day Delivery werden in Zukunft zu einer standardisierten Beschleunigung der Lieferzeiten führen und wahrscheinlich die Umsatzentwicklung aller Beteiligten positiv beeinflussen: Experten schätzen, dass der Markt für eine zeitpunktorientierte Auslieferung von Waren bis 2020 in Westeuropa auf rund drei Milliarden Euro Umsatz wachsen wird. Allerdings erfordert der immer spätere Annahmeschluss auch eine leistungsfähige Logistik, um etwa die derzeit noch hohen Kosten für die individuellere Lieferung in den Griff zu bekommen. Zudem müssen Logistiker das Zusammenspiel von Kommissionierung, Verpackung und Auslieferung innerhalb weniger Stunden meistern. Ausschlaggebend ist zudem eine gute Lage der Distributionszentren. Sie stellt letztendlich sicher, dass jeder Punkt, etwa in Deutschland, innerhalb weniger Stunden erreicht werden kann. Dadurch ist es möglich, Sendungen möglichst spät versenden zu können und trotzdem eine Lieferung innerhalb Deutschlands am folgenden Werktag oder sogar am selben Tag sicherzustellen.

Informationen zum Materialfluss vor dem Cut-off finden Sie unter Ameisenalgorithmus.

 

Bildquelle: © Darren Moloney, Lizenz (CC BY 2.0)

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Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme für nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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