Das war der 25. Deutsche Materialfluss-Kongress

Das war der 25. Deutsche Materialfluss-Kongress

Der 25. Deutsche Materialfluss-Kongress in München bot zu seinem Jubiläum ein vielseitiges Spektrum an neuen Entwicklungen und aktuellen Projekten aus den verschiedenen Bereichen der Intralogistik. Die angeschlossene Fachausstellung gab den Unternehmen zusätzlich die Möglichkeit, den Besuchern und Studenten der Technischen Universität München das eigene Portfolio zu präsentieren und das Netzwerk zu erweitern. Die Verleihung des VDI-Innovationspreises und des VDI-Studienpreises während der Abendgala in der Flugwerft Schleißheim rundete das Jubiläumsprogramm ab.

Eröffnung des Materialfluss-Kongress durch Kongressleiter Prof Dr.-Ing Willibald Günthner

Kongressleiter und Leiter des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der TU München, Prof Dr.-Ing Willibald Günthner, eröffnete den Kongress mit einem Rückblick über die technologische Entwicklung der letzten 25 Jahre. Er demonstrierte, wie diese Entwicklungen verschiedene Bereiche der Industrie veränderten und welche Auswirkungen diese Änderungen auf das Gesamtgefüge der Logistik hatten. In der Gegenwart angekommen warf Günthner ein Blick auf die wirtschaftliche Lage der Intralogistik-Branche. Im Jahr 2015 sei ein Wachstum um 3 % zu verzeichnen, dieses Wachstum sei auch für das Jahr 2016 zu erwarten. Die gute Exportquote Deutschlands sei ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung. Mit Blick in die Zukunft stellte der Kongressleiter die zunehmende Digitalisierung und die Entwicklungen im Bereich der Industrie 4.0 in den Vordergrund. Die digitale Transformation, die Datenverarbeitung in der Cloud und die Echtzeitinformationsverarbeitung seien die Herausforderungen und bestimmenden Themen der nächsten Jahre in der Intralogistik.

Die Zeitrechnung vor Google und nach Google

Diesen Ball nahm Jan van der Velden, Sales Director von Vanderlande Industries auf und bestimmte eine alternative Zeitrechnung: die Zeit vor Google und die Zeit nach Google. Die Entwicklung des Internets und der globalen Vernetzung böten völlig neue Möglichkeiten und brächten auch im gleichen Zuge neue Probleme. Alleine die Tatsache, dass heute ca. 20 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden seien, zeige das Potential der heutigen Zeit. Der wachsende E-Commerce aber auch die unaufhaltsame Urbanisierung verändere die Prozesse der Intralogistik im Vergleich zu der prä-digitalen Ära. Als Präsident der Europäischen Vereinigung der Förder- und Lagertechnik (FEM) beschrieb van der Velden auch die internationalen Herausforderungen und Forschungsthemen der Branche wie Datensicherheit, Energieeffizienz und die steigende Automatisierung.

Flexibilität durch Cyberphysische Systeme

Auch Professor Dr.-Ing Dieter Spath, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG, gab in seinem Vortrag „Neue Dimensionen der Flexibilität – Herausforderungen für die Produzierende Industrie“ spannende Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Produktionsautomatisierung. Menschen in interaktiver Kooperation mit Cyberphysischen Systemen ermöglichen die Flexibilität, die als Wettbewerbsfaktor eine zentrale Rolle spiele. Diese Flexibilität solle jedoch nicht nur aus technischer Sicht betrachtet werden, sondern auch aus der Sicht der Mitarbeiter; die Berücksichtigung von Familienplanung, attraktiven Standorten in urbanen Gefilden und dem demografischen Wandel seien essenzielle Faktoren für ein zukunftsfähiges Unternehmen.

Über die zwei Kongresstage folgten vielseitige Vorträge in vier parallelen Fachforen. Schwerpunkte lagen auf der Digitalisierung und Best-Practice-Beispielen aktueller Intralogistikprojekte. Das neue Format des Ausstellerforums gab Firmen die Möglichkeit, in 15-minütigen Präsentationen ihre Neuheiten zu präsentieren.

VDI-Studienpreis, VDI-Innovationspreis – Verleihung bei der Abendgala

Die Abendveranstaltung in der Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des Deutschen Museums, schaffte einen festlichen Rahmen für die Preisverleihung des VDI-Studienpreises und des VDI-Innovationspreises. Der Studienpreis, überreicht von Prof. Dr. Frank Thomas, ging in diesem Jahr an den Studenten Johannes Zeiler. Den VDI-Innovationspreis konnte sich Vanderlande Industries mit dem modularen 3D-Shuttlekonzept „Adapto“, einer skalierbaren Lager-, Entnahme- und Transportlösung, sichern.

Der 25. Deutsche Materialfluss-Kongress endete am Freitag mit einem positiven Resümee der Kongressleitung und einem Ausblick auf das nächste Jahr – der 26. Deutsche Materialfluss-Kongress findet dann am 06./07. April 2017 statt.

 

Einen Rückblick auf die LogiMAT 2016 finden Sie unter “Das war die LogiMAT 2016

 

 

 

Bilder © TUP.com

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Andreas Plöger

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