28. August 2017

Die Lagerzone und der Cube-per-Order-Index

Eine Lagerzone, engl. storage zone, beschreibt eine definierte Zonung (Aufteilung) innerhalb eines Lagers. Sie richtet sich in der Regel nach den jeweiligen Belegungsstrategien eines Lagers und hat unterschiedliche Ausprägungen und Gründe. Eine Lagerzone ist in sogenannte Lagerplätze aufgeteilt, auf denen Warengüter mittels Paletten oder Regalen zur Verfügung stehen.

Die Einteilung eines Lagers in verschiedene Zonen ist oft in Kommissionier-Lagern anzutreffen. Sie erleichtert dem Betreiber in den meisten Fällen die Ordnung eines Lagers beziehungsweise Distributionszentrums. So können Zonen kunden- oder baugruppenspezifisch, länder- oder unternehmensspezifisch, nach Umschlaghäufigkeit, Abmessungen und nach Wertigkeit der Lagergüter aufgeteilt werden. Ebenfalls keine Seltenheit: Temperaturzonen sowie die Sicherung der Lagergüter gegen Diebstahl.

Eine Lagerzone kann fest zugeordnet oder variabel ausgelegt sein. Dabei nutzen Planer in der Regel die betriebswirtschaftliche ABC-Analyse. Sie wird zum einen genutzt, um die Wertigkeit von Artikeln festzustellen, zum anderen kann man über sie die Umschlaghäufigkeit sogenannter Schnell- und Langsam-Dreher feststellen. In der Folge werden die jeweiligen Lagerzonen so definiert, dass die Platzierung der Waren die betriebswirtschaftlichen Abläufe sowie die technischen Prozesse unterstützt. So werden beispielsweise bei Schnelldrehern lange Kommissionier-Wege vermieden und das Gut nah der Kommissionier-Zone platziert.

Die Lagerzone bei Baur - direkt am Wareneingang.

Eine Lagerzone entsteht in Abhängigkeit des jeweiligen Artikels: Beispielsweise Schnell- oder Langsam-Dreher?

Cube-per-Order-Index (CIO) und die Lagerzone

Eine hilfreiche Unterstützung, für die optimale Lagerplatzvergabe der Artikel, erhält das Warehouse-Management-System beziehungsweise die Lagerplatzverwaltung häufig über die Volumenumschlag-Kennzahl (Cube-per-Order-Index). In dieser Kennzahl werden der Volumenbedarf eines Artikels und dessen Zugriffshäufigkeit ins Verhältnis gesetzt. Hinzu kommen Größe, Gewicht und die Art der Verpackung. Der CIO basiert auf zwei grundlegenden Forderungen an die Vergabe von Lagerplätzen*:

  • Artikel, die über eine große Zugriffshäufigkeit verfügen, sind nahe der Kommissionier-Zone zu lagern.
  • Artikel, die durch einen geringen Volumenbedarf gekennzeichnet sind, sind ebenfalls nahe der Kommissionier-Zone zu lagern.

Oder anders ausgedrückt: Ein hoher Cube-per-Order-Index besagt, dass der Artikel nicht unbedingt in der Nähe der Kommissionier-Zone platziert werden muss. Bei einem niedrigen CIO, wird die Ware in die Nähe der Kommissionier-Zone gelagert.

*Rainer Bernnat, Strategien der Lagerplatzvergabe, Rationalisierungspotenziale im Kommissionier-Lager, Seite 96, ISBN 978-3-8244-6677-1

Weitere Informationen zum Thema Lagerplatzverwaltung finden Sie auch unter ‚feste vs. freie Lagerplatzordnung‚ sowie unter Belegungsstrategie – Lagerplatzanpassung.

Bilder: TUP

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