20. November 2013

Green Logistics – Energierückgewinnung in der Logistik

Logistikprozesse sollen ressourceneffizienter und umweltgerechter gestaltet werden. Mit der grünen Logistik (green Logistics) sollen das Umweltbewusstsein eines Unternehmens und die damit verbundenen Arbeitsschritte ganzheitlich umgesetzt werden. Das Ziel ist ökonomisch und ökologisch effizienter zu arbeiten.
Der Verband Green Logistics World strebt eine Verbreitung der grünen Logistik an. Vereinsmitglieder sind Unternehmen, die eine umweltschonende Logistik und das Einsparen von Ressourcen in der Logistik anstreben.

Was ist ausschlaggebend für die Umsetzung von Green Logistics?

Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik mussten feststellen, dass die Gesamtkosten in innerbetrieblichen Logistiksystemen mittlerweile zu rund 40% alleine aus Energie-Ausgaben bestehen. In einem vollautomatisierten Lager wird sehr viel Energie durch Elektronik, Fördertechnik verbraucht. Große Energieverschwender können Stapler oder Regalbediengeräte darstellen, wenn sie unnötig lange Wege fahren müssen. Das kann z.B. daran liegen, dass die Aufteilung der Artikel in A-, B- und C-Klassen nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Möglicherweise ist ein einst als C-Artikel identifiziertes Produkt mittlerweile zu einem A-Artikel geworden. Als C-Artikel wurde es weiter hinten im Lager platziert, sodass es nun viel Aufwand kostet, diese Artikel zu entnehmen.

Wie kann Green Logistics umgesetzt werden?

Um wirtschaftlich und effizient zu arbeiten, können beispielsweise folgende Möglichkeiten ergriffen und umgesetzt werden:

  • Solarmodule auf dem Dach einer Lagerhalle installieren
  • Energiesparende Antriebe in Fördergeräte, wie zum Beispiel Regalbediengeräte, Stetigförderer und Stapler, einbauen
  • Energierückgewinnung nutzen
  • Klassifizierung der Artikel nach A-, B-, C-Artikeln regelmäßig prüfen
  • Anlagen-Leistung flexibel auf den benötigten Bedarf anpassen

Bei einem Antrieb mit Energierückgewinnung wird die Bewegungsenergie eines Transportmittels während des Bremsens wieder ins Energienetz eingespeist. Mit einer leistungsstarken Lagersoftware kann anschließend der Anfahrzeitpunkt von Geräten automatisch so gesteuert werden, dass die Transportmittel nicht alle gleichzeitig anfahren und die Nutzung der gespeicherten Energie geregelt werden kann.

Energierückgewinnung für externe Zwecke: Die überschüssige Energie, z.B. von Regalbediengeräten, wird zurück ins Energienetz gespeist. Von dort aus kann die Energie für weitere Vorgänge genutzt werden.

Energierückgewinnung für interne Zwecke: Die Restenergie eines Regalbediengeräts wird zum Beispiel für die Bewegung von anderen Regalbediengeräten verwendet. Wenn ein Gerät bremst, kann die übrige Energie vorerst für interne Vorgänge genutzt werden. Wird für die internen Vorgänge allerdings keine weitere Energie benötigt, dann wird sie für weitere Zwecke gespeichert.

Vorteile von Green Logistics

Durch die Nutzung von gespeicherter Energie, können Energiekosten in Transportmitteln, wie Regalbediengeräten oder Elektrohängebahnen, eingespart werden. Dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik zur Folge kann sich die mögliche Kosteneinsparung sogar auf 1/3 der Gesamtkosten belaufen. Eine leistungsstarke Lagersoftware kann unnötige Fahrten stark reduzieren und somit unterstützend auf das Ziel der Energie- und Kosteneffizienz einwirken.

Weitere Informationen zur Energieeffizienz in der Logistik erhalten Sie unter Energieeffizienz von Motoren.

Bild-Lizenz: CC BY-SA 3.0, Autor: FW8100

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Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme für nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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