11. Dezember 2013

Bewegungsstrategien: Gangwechselstrategie

Die Gangwechselstrategie ist eine Bewegungsstrategie innerhalb des Lagerbetriebs. Mit Hilfe von Bewegungsstrategien sollen unter anderem folgende Ziele erreicht werden:

  • Vorgegebene Richtlinien sollen eingehalten werden.
  • Eine bestmögliche Durchsatzleistung soll erzielt werden.

Die jeweilige Bewegungsstrategie bestimmt, in welcher Anordnung Regalbediengeräte zur Ein-, Um- oder Auslagerung von Material eingesetzt werden. Die Gangwechselstrategie ist eine Methode, bei der Ein- und Auslageraufträge gesammelt und erst nach einer bestimmten Zeit ausgeführt werden.

Vorgang der Gangwechselstrategie

Zur Erfüllung eines Kommissionierauftrags muss in der Regel Ware aus verschiedenen Lagerplätzen entnommen werden, wobei sich die, für einen Auftrag anzufahrenden, Lagerplätze in unterschiedlichen Gängen befinden können. Der Gangwechsel erfolgt ab dem Moment, wenn in einer Lagergasse alle Positionen für einen Kommissionierauftrag angefahren wurden. Das Lagergerät wechselt daraufhin in den nächsten Gang, in dem Artikel entnommen werden müssen. Der Grund dafür kann sein, dass der bisherige Auftrag noch nicht abgeschlossen ist oder, dass Artikel für den nächsten Auftrag eingesammelt werden.

Die Gangwechselstrategie zielt vor allem auf eine wegeoptimierte Kommissionierung ab. Da der Gangwechsel relativ viel Zeit erfordert, wird die Ein- und Auslagerleistung bei einer hohen Gangwechselfrequenz deutlich reduziert. Die Gangwechselfrequenz wird berechnet mit der Formel vGW = 1/h, wobei h für die maximale Ein- und Auslagerzeit, also der festgelegten Zykluszeit, steht.

Automatisierung

Um ein Lager automatisiert zu betreiben, ist es nötig, dass Lagergeräte beim Gangwechsel einer genauen Spurführung folgen. Diese Spurführung kann unter anderem mechanisch, optisch, akustisch oder auch elektronisch erfolgen. Die Ganggebundenheit der Lagergeräte ist mehr oder weniger abhängig vom Fahrverhalten, der Art der Spurführung und der Konstruktion der Geräte. Für den Gangwechsel ist i.d.R. die Nutzung einer der folgenden Lagergeräte nötig:

  • Gangumsetzbare Lagergeräte
  • Gangunabhängige Lagergeräte

Zu gangumsetzbaren Lagergeräten zählen beispielsweise Regalbediengeräte mit Umsetzgerät, zu den gangunabhängigen Lagergeräten zählen u.a. Hubwagen und Gabelstapler.
Für einen gewissen Zyklus werden alle Ein- und Auslageraufträge vorerst gehortet, ohne weiter bearbeitet zu werden. Anschließend erfolgt eine Ordnung der Aufträge nach bestimmten Lagergassen. Die Lagergeräte, die in den Gassen eingesetzt werden, führen dann die Aufträge in regelmäßigen Abständen, also nach einer festgelegten Zykluszeit, aus.

Vorteile der Gangwechselstrategie

Vorteil der Gangwechselstrategie ist eine kontinuierlich mögliche Anpassung an die Umgebung. Lange Ein- und Auslagerzeiten, die sich negativ auf die Durchsatzleistung auswirken würden, sollen vermieden werden. Der Gangwechsel der Lagergeräte zielt auf eine Minimierung des Leistungsverlusts ab.
Neben der Gangwechselstrategie gibt es weitere Bewegungsstrategien, die im Lagerbetrieb eingesetzt werden können. Dazu zählen:

Mehr Informationen zu den Bewegungsstrategien finden Sie unter Zuförder- und Abförderstrategien.

Bildquelle: © Caradoc – Fotolia.com

Tags:

Über TUP - Redaktion

TUP - Redaktion

Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme, mit speziellem Fokus auf die Bereiche Lagerverwaltung und Materialfluss. Zu den namhaften Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

  • Website
  • Email

Fügen Sie einen Kommentar hinzu

Bitte füllen Sie alle Eingabefelder aus. Die mit Stern markierten Felder sind Pflichtfelder. *