30. Januar 2018

Ressourceneinsatzplanung in Produktion und Logistik

Primäres Ziel der Ressourceneinsatzplanung ist es, Kundenaufträge nach Prioritäten so abzuarbeiten, dass die dem Unternehmen begrenzt zur Verfügung stehenden Kapazitäten an Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Unternehmensressourcen sind dabei Flächen, Räume, Betriebsmittel, Produktionsmaschinen, Förderanlagen, Transportmittel, Robotik, IT und Personal.

Vor der eigentlichen Ressourceneinsatzplanung (REP) muss ein Unternehmen seine eigenen Ressourcen in Frage stellen, deren aktuellen Einsatz akribisch untersuchen und bereits zu Beginn der Einführungsphase einer Ressourceneinsatzplanung mögliche Verbesserungen ausmachen. In der Regel wird die REP von zwei unterschiedlichen Faktoren bestimmt. Ging der REP etwa eine Losgrößenplanung (siehe auch Losgröße in der Logistik) voraus? Wurde im Vorfeld eine ABC-Analyse durchgeführt? Die Erkenntnisse aus Losgrößenplanung oder/und ABC-Analyse fließen mit in die Realisierungsphase der Ressourceneinsatzplanung.

Um die Realisierungsphase einer REP zügig abzuschließen, empfiehlt sich eine Visualisierung der bestehenden Prozesse – inklusive der oben erwähnten Möglichkeiten, Informationen granularer darzustellen. Alle Beteiligten, auch Zulieferer/Lieferanten können so frühzeitig mit in die Ressourceneinsatzplanung eingebunden werden – wichtige Erkenntnisse und Know-how werden transparent.

Das Ziel einer Ressourceneinsatzplanung ist es, die Aufträge innerhalb eines fest abgesteckten Planungszeitraums fertigzustellen; dabei werden Start- und Endtermin festgelegt und die dafür nötigen Ressourcen dem Auftrag zugeordnet. Im Zuge dessen wird versucht, die gesamten Ressourcen eines Unternehmens auf alle Aufträge gleichermaßen so zu verteilen, dass eine Auslastung von nahezu 100 Prozent herrscht.

Die REP wird in zwei Vorgänge aufgeteilt, die wiederum die Genauigkeit der REP bestimmen. Man spricht auch vom Planungsdetailgrad.

  • Terminplanung: Die zeitorientierte Planung ermittelt für jeden Auftrag sämtliche Prozessschritte und setzt den frühestmöglichen Startpunkt (Start) und den spätestmöglichen Endpunkt (Ende) fest. Ziel ist es, alle Aufträge im gesetzten Zeitraum fertiggestellt zu haben (siehe Quota).
  • Ablaufplanung: Die Ablaufplanung, auch Reihenfolgeplanung oder Maschinenbelegungsplanung genannt, bestimmt, in welcher Reihenfolge und Periode (Tag, Woche) die Aufträge abgewickelt werden. Dabei spielen Rüst- und Betriebszustände der Arbeitssysteme (Maschinen) und Verfügbarkeit von Werkzeugen sowie Transportmitteln eine entscheidende Rolle. Die Ablaufplanung bildet somit die Grundlage für die Veranlassung der Produktionsprozesse. Die Produktionsprozesse sind in der Intralogistik mit klassischen Ablaufprozessen, beispielsweise während einer Kommissionierung, gleichzusetzen.

Hinweis zur Losgröße in der Produktion: Bei der Losgröße handelt es sich um die Menge einer Produktart oder Baugruppe, die in einer Produktionsstufe produziert wird, bevor die Produktionsmaschine für andere Produkte beziehungsweise Teile umgerüstet wird. Es ist allerdings auch möglich, dass eine Maschine ausschließlich die Losgröße 1 produziert.

Ressourceneinsatzplanung als Softwareprozess

Da die Ressourceneinsatzplanung in der Regel mittels Software gesteuert wird (siehe Produktionsplanungs- und Steuerungssystem / PPS) wird im Folgenden die Arbeitsweise einer solchen Software dargestellt: Die Zeitdauer, in der ein Betriebsmittel (Datenbanken, Speicherbereiche) durch einen Prozess belegt ist, nennt man einen kritischen Abschnitt. Prozesse, die in einen kritischen Abschnitt eintreten, müssen zunächst das zugehörige Betriebsmittel anfragen. Ist es verfügbar, wird es in der Regel zugeteilt. Falls es nicht zur Verfügung steht, wartet der jeweilige Prozess auf die Verfügbarkeit. Falls mehrere Prozesse auf ein bestimmtes Betriebsmittel warten, werden ihre Anforderungen in einer Warteschlange nach dem first-come-first-served-Prinzip verwaltet (Quelle: Warehouse Management – 4., neu bearbeitete Auflage, Seite 200). Diese Arbeitsweise ähnelt den Abläufen eines Distributionszentrums; sie ist allerdings die einfachste Darstellung einer möglichen Ressourceneinsatzplanung.

Zusammenfassung Ressourceneinsatzplanung

Mit Hilfe der Ressourceneinsatzplanung werden Unternehmensressourcen dem jeweiligen Unternehmensauftrag zugewiesen. Diese Aufträge können etwa innerhalb der Produktion (Herstellung) oder Intralogistik (Distribution, Warenlager) abgewickelt werden. Die REP steht für eine verfeinerte Ressourcen-Darstellung und konzentriert sich in der Regel auf sogenannte zeitverbrauchende Vorgänge (Termin- und Ablaufplanung).

Teaserbild: geralt

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter Lean Management sowie unter Materialwirtschaft in Produktion und Logistik.

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Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme, mit speziellem Fokus auf die Bereiche Lagerverwaltung und Materialfluss. Zu den namhaften Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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