9. Dezember 2013

Stichprobeninventur

Seit 1977 ist die Durchführung einer Stichprobeninventur rechtmäßig. Demnach ist es, gemäß dem HGB § 241, erlaubt, den Bestand von Vermögensgegenständen durch Stichproben, unter Beachtung folgender Bedingungen, zu ermitteln:

  • Anerkannte mathematisch-statistische Methoden müssen genutzt werden.
  • Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung müssen eingehalten werden.
  • Der aufgestellte Aussagewert muss dem Aussagewert eines Inventars entsprechen, das aufgrund einer körperlichen Bestandsaufnahme aufgestellt wurde.

Zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung zählen die Aspekte:

  • Vollständigkeit
  • Richtigkeit
  • Nachprüfbarkeit
  • Einzelerfassung der Bestände und bestandszuverlässige Lagerbuchführung
  • Körperliche Aufnahme der Bestände
  • Bei der körperlichen Bestandsaufnahme ist vorgesehen, dass 3 – 5% der wertvollsten Lagerelemente aufgenommen werden sollen, um 45 – 50% des Gesamtwerts erfassen zu können.

Video: „Inventur vereinfachen – Was ist eine Stichprobeninventur?“ Quelle: Youtube/INFORM GmbH

 

Mathematische Grundlagen der Stichprobeninventur

Für die Nutzung anerkannter mathematisch-statistischer Methoden sind zwei Verfahren möglich:

  • Die freien Mittelwertverfahren
  • Die gebundenen Verfahren

Bei diesen Verfahren wird in einer Zufallsstichprobe die Ausgangshypothese (Nullhypothese, wird auch als H0 bezeichnet) gegen die, als Kontrast geltende, Alternativhypothese (wird auch als H1 bezeichnet) geprüft.

Beispiel:
Ausgangshypothese = „Lagerbuchführung ist bestandszuverlässig“
Alternativhypothese = „Lagerbuchführung ist nicht bestandszuverlässig“

Die Bestandszuverlässigkeit ist zu gering, wenn die Ist-Werte von den Buch-Werten zu stark abweichen. Die Inventur muss in dem Fall auch bei einem möglicherweise zulässigen Gesamtwert komplett verworfen werden.

Bei einem Sequenzialtest kann der Aufwand höher sein als bei einer Vollinventur. Daher eignet sich diese Anwendung vor allem für ein Lager, dessen Grad an Korrektheit sehr hoch ist. Ein homograder und ein heterograder Sequenzialtest unterscheiden sich darin, dass beim homograden Sequenzialtest die Differenzmenge und beim heterograden Sequenzialtest zusätzlich zur Menge der Differenzwert berücksichtigt wird.

Für die Ziehung von Stichproben gilt die Voraussetzung, dass einzelne Elemente, wie Erzeugnisse, zufallsgesteuert aus Elementen, wie Lagerpositionen, ausgewählt werden. Die einzelnen Lagerpositionen müssen dabei allerdings innerhalb einer Grundgesamtheit genau voneinander abgegrenzt werden können. Es gibt eine uneingeschränkte Zufallsstichprobe und eine einfache Zufallsstichprobe. Bei der uneingeschränkten Zufallsstichprobe gilt für jede Lagerposition die gleiche Wahrscheinlichkeit, um in die Stichprobenauswahl zu gelangen. Elemente werden gezogen, ohne zurückgelegt zu werden. Bei der einfachen Zufallsstichprobe gilt für jede Lagerposition zusätzlich dazu, dass die gleiche Wahrscheinlichkeit vorherrscht, um in die Stichprobenauswahl zu gelangen, eine unabhängige Ziehung aus der Grundgesamtheit. Das heißt, dass die Elemente gezogen und anschließend wieder zurückgelegt werden.

Mehr Informationen finden Sie unter Inventur.

Bildquelle: © Beermedia – Fotolia.com

Tags:

Über TUP - Redaktion

TUP - Redaktion

Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme für nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

  • Website
  • Email

Fügen Sie einen Kommentar hinzu

Bitte füllen Sie alle Eingabefelder aus. Die mit Stern markierten Felder sind Pflichtfelder. *