14. November 2017

Die Kommissionier-Zeit in der Intralogistik

Die Kommissionierung selbst und die damit verbundene Kommissionier-Zeit sind in der Regel durch unternehmensspezifischen Vorgaben ein Konglomerat aus personal- und kostenintensiven Prozessen, deren Komplexität abhängig von den Geschäftsprozessen des Unternehmens ist. Die Kommissionier-Zeit ist die Zeit, die benötigt wird, um einen Kommissionier-Auftrag zu erledigen. Dabei startet die Kommissionier-Zeit in der Regel mit der Übergabe des Kommissionier-Auftrags an den Kommissionierer und endet mit der Übergabe an die Auftragssammelstelle oder an eine Förderanlage.

Die Kommissionier-Zeit besteht aus der Basiszeit, Greifzeit und der Wegzeit (Transport- und Lagerlogistik, 8. Auflage, Seite 399); hinzu kommen die sogenannte Totzeit sowie die Verteilzeit, die beide auf die Basis- und Greifzeit verteilt werden. Dabei nimmt die Basiszeit im Schnitt 27 Prozent, die Greifzeit 25 Prozent und die Wegzeit 48 Prozent pro Auftrag ein. Der Schlussbericht zu dem IGF-Vorhaben 18139N Pick-by-Local-Light / FML hat ähnliche Ergebnisse zu Tage gebracht.

Kommissionier-Zeiten gleich Kommissionier-Leistung

Die benötigte Zeit für die Kommissionierung ist ein Teil der Kommissionier-Leistung. Die Kommissionier-Leistung definiert sich durch die Anzahl von gepickten Aufträgen pro Zeiteinheit, die wiederum in Greifeinheiten pro Stunde, Behälter pro Stunde oder Positionen pro Stunde angegeben wird.

Kommissionier-Zeit-Formel

Abgesehen von der Basiszeit hängen alle Bestandteile der Kommissionier-Zeit von der Anzahl der Positionen eines Kommissionier-Auftrags ab. Daher ergibt sich zur Berechnung der Kommissionier-Zeit folgende Formel, in der n die Anzahl der Positionen des Kommissionier-Auftrags darstellt:

Je schneller ein Auftrag kommissioniert wird, desto günstiger ist das Gesamtprodukt. Daher wird stets eine Verkürzung der Kommissionierzeit angestrebt.

Wichtig: Das Kommissionieren ist in der VDI-Richtlinie 3590 (VDI94) definiert.

Zusammenfassung:

Die Kommissionier-Zeitanteile sind für die verschiedenen Kommissionier-Arten (Pick-by-Scan, Pick-by-Light, Pick-by-Vision oder Pick-by-Robot) von unterschiedlicher Größe. Sind verschiedene Arten im Einsatz, werden diese addiert. So ergibt sich die Kommissionier-Leistung die in Picks pro Stunde gemessen wird. Auftragsstruktur, das eingesetzte Kommissionier-System, die Kapazität der Bereitstelleinheiten und Versandeinheiten sowie die Sortimentsbreite sind dabei beeinflussende Faktoren, die Kommissionier-Leistung und -Zeit beeinflussen. Dabei ist zu beachten: Umso kürzer die Kommissionier-Zeit ausfällt, desto günstiger kann das jeweilige Produkt beziehungsweise das Material für die Produktion auf dem Markt angeboten werden (Warehouse Management – 4., neu bearbeitete Auflage, Seite 40).

Teaserbild: Les-Cunliffe / Fotolia

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Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme, mit speziellem Fokus auf die Bereiche Lagerverwaltung und Materialfluss. Zu den namhaften Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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