Verteilte Auftragsabwicklung (Distributed Order Management)

Eine verteilte Auftragsabwicklung, engl. Distributed Order Management, erfordert grundsätzlich die Berücksichtigung von allen an einem Auftrag beteiligten Unternehmen sowie verantwortlichen Personen. Produzenten, Logistiker, Lieferanten und Händler versuchen gemeinsam Fragestellungen rund um parallel abzuarbeitende Aufgaben beziehungsweise Aufträge zu lösen: Sogenannte Informationsbrüche (keine Transparenz), etwa bei Beständen, Lagerorten, Verkaufs- und Beschaffungskanälen, sind zu vermeiden.

Bei der verteilten Auftragsabwicklung, auch kooperative Auftragsabwicklung genannt, werden alle Partner der Supply Chain mitberücksichtigt. Dabei gibt es keine Priorisierung der Aufgabenfelder, vielmehr stellen die beteiligten Unternehmen ihre Informationen, beispielsweise die Informationen aus der Intralogistik, den Partnern zur Verfügung. Dies betrifft die Beschaffung, Produktion, die Transport- und Rechnungsabwicklung inklusive der Koordination von Lieferungen und Fakturierung (Rechnungsstellung) über mehrere Partner sowie die Koordination der Reklamationsbearbeitung.

Verteilte Auftragsabwicklung vs. klassische Auftragsabwicklung

Wichtig: Die verteilte Auftragsabwicklung basiert auf barrierefreien Prozess- und Informationsflüssen. Ihr Merkmal ist eine verteilte und gut vernetzte Auftragsbearbeitung, bei der in- und externe Firmenabteilungen, auch Geschäftseinheiten genannt, ihre Leistungen auf Kundenbedürfnisse ausrichten (1).

Beispiel: Handelsunternehmen nutzen oft die Möglichkeit, sperrige und aufwendig zu lagernde Güter durch Drittlieferanten direkt an den Kunden auszuliefern. Vorteil: Der Anbieter selbst muss diese Art Bestände nicht vorrätig halten und kann dennoch ein breites Sortiment anbieten. Um die Kommunikation und den Informationsfluss (Collaborative Commerce) zwischen den Partnern reibungslos zu gestalten, bietet es sich an, den Zulieferer direkt an den Webshop anzubinden. Er steht dadurch informell mit dem Hersteller in Kontakt, der direkt nach Auftragseingang/Bestellung für Nachschub sorgen und neu produzieren kann.

Hinweis: Der verteilten Auftragsabwicklung steht die klassische Auftragsabwicklung gegenüber. Sie umfasst alle organisatorischen Vorgänge, die in Verbindung mit „einem“ Auftrag „innerhalb“ eines Unternehmens ablaufen. Externe Unternehmen sind für eine Abwicklung nicht nötig.

(1) Kooperative Auftragsabwicklung Architektur, Praxisbeispiele und Nutzenpotenziale – Dissertation von Dimitrios Gizanis, Universität St. Gallen

 

Weitere Informationen zum Thema Auftragsabwicklung finden Sie unter „Auftragsdisposition in der Intralogistik“ und „Auftragsdurchlaufzeit„.

Teaserbild: DOC RABE Media – Fotolia.com

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