Modularisierung von Förderanlagen – Herangehensweise an eine standardisierte Systemarchitektur

Die aktuelle Entwicklung am Markt zeigt folgende Herausforderungen:

  • Neue Komponententechnologien erfordern Handlungsbedarf
  • Unkoordinierte Funktionsmodellierung führt zu Fraktionsbildung
  • Große Projekte sind nur noch nur mit extremem Engineering-Aufwand beherrschbar
  • Heterogene Individualität in der Umsetzung neuer Technologien ist ein Rückschritt
  • Eine Standardisierung durch Funktionsmodellierung ist notwendig

Die Lösung liegt in einer standardisierten Modularisierung der Komponenten auf Grundlage einer funktionalen Betrachtungsweise des intralogistischen Gesamtsystems. Um diesen übergreifenden Standard zu erreichen, bedarf es im ersten Schritt einer klaren Segmentierung der fördertechnischen Funktionen. Durch diesen Betrachtungswinkel bilden die logistischen Abläufe von Beginn an das Zentrum der Überlegungen. Die funktionelle Zerlegung einer Intralogistikanlage ermöglicht später eine System-Modellierung mit wiederverwendbaren Bausteinen, unabhängig von der verwendeten Technologie. Diese Herangehensweise bildet die Grundlage für die Komplexitätsreduzierung, denn in der Folge kann jedes Anlagenelement einer Funktion zugeordnet werden. Es bildet sich die erste Stufe einer Hierarchisierung, die klare Regeln für alle Prozesse der Anlage schafft. Beispiele für Funktionen sind die Ressourcennutzung oder die Fahrauftragsverwaltung.
Diese definierten Funktionen werden im nächsten Schritt mit entsprechenden Anlagen-Komponenten verknüpft. Eine Komponente ist beispielsweise in kleinster Ausprägung ein Förderelement. So wird die nächste Stufe für eine Standardisierung geschaffen und kann jetzt zuerst für die einzelnen Komponenten und dann für deren Schnittstellen erfolgen.

Die Vorteile

Die Vorteile dieser funktionszentrierten Anlagenmodellierung lassen sich zusammengefasst folgendermaßen darstellen:

  • Eine gesteigerte Planungsintelligenz durch eine modulare Baukastensicht der Anlage in der Planungsphase.
  • Einheitliche und eindeutige Begriffsdefinitionen.
  • Eine transparente Funktionsbewertung in der Beschaffungsphase
    „Kunde sagt, was er will – Lieferant sagt, was er liefert“.
  • Projektpartner verständigen sich auf derselben Basis; damit wird eine klare Funktionsabgrenzung bei der interdisziplinären Zusammenarbeit während der Realisierungsphase gewährleistet.
  • Eine eindeutige Schnittstellendefinition an den Bausteingrenzen während der Realisierungsphase.
  • Der Hersteller ist innerhalb der Funktionen an keine Konventionen gebunden.
  • Eine hohe Verfügbarkeit durch klare Funktionsabgrenzung in der Betriebsphase.
  • Eine risikoarme Austauschbarkeit funktional abgegrenzter Teilgewerke oder Komponenten in der Modernisierungsphase.
    Eine Wiederverwendbarkeit der gekapselten Einheiten

Daraus resultiert, dass die neue Systemarchitektur als Kostenbremse bei der Modulierung von intralogistischen Materialfluss-Steuerungen wirkt.

In der Summe bietet der hohe Wiederverwendungsgrad der gekapselten Funktionen einen klaren Kostenvorteil durch reduzierten Anpassungsaufwand, höhere Standardisierung, reiferen Implementierungsgrad und kürzere Inbetriebnahmezeiten.

Weitere Informationen zu SAIL und den Denkschritte zu einer standardisierten Systemarchitektur finden Sie hier.

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TUP - Redaktion (http://www.tup.com)
Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme für nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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