20. September 2013

Zeitstrategien: Durchlauf- und Lieferzeitverkürzung

Neben den Methoden just-in-time und just-in-sequence gibt es weitere Zeitstrategien, die eingesetzt werden können, um sicherzustellen, dass sich Materialien in einem ständigen Fluss befinden. Ein reibungsloser Materialfluss wirkt sich positiv auf die Durchlauf- und die Lieferzeit aus.

Kostensenkende Zeitstrategien

Zeitstrategien, die sich kostensenkend auswirken, lauten:

  • Eliminierung
    Bei der Elimierung werden vermeidbare Vorgänge innerhalb der Wertschöpfungskette gestrichen. Ein großes Potential zur Eliminierung befindet sich oftmals in administrativen Leistungsstellen. Teilweise können dort Wartezeiten auf Informationen oder ein paralleles Erfassen von Daten gestrichen werden.
  • Entstörung
    Die Beseitigung von Störstellen wie Ausfallstellen oder Fehlerstellen wirkt sich einerseits kostensparend und andererseits positiv auf die Durchlaufzeit aus.
  • Vereinfachung
    Eine Vereinfachung von Methoden und Verfahren können zu Kosteneinsparungen und kürzeren Laufzeiten führen.
  • Standardisierung
    Die Einführung von Standards in verschiedene Vorgänge wirkt sich zeit- und somit kostensparend auf ein Unternehmen aus. Am Beispiel von SAIL, einer System-Architektur für die Intralogistik, ist die Nutzung von standardisierten Funktionen ersichtlich.

Kostenneutrale Zeitstrategien

Zeitstrategien, die sich neutral auf eine Veränderung der Kosten auswirken, lauten:

  • Parallelisierung
    Bei der Parallelisierung wird ein Auftrag in mehrere Teilaufträge gesplittet. Die Bearbeitung der Teilaufträge findet dann zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Lagerzonen statt. Diese Zeitstrategie wird zum Beispiel bei der auftragsorientierten, parallelen Kommissionierung angewendet.
  • Terminierung
    Durch die Festsetzung und Einhaltung von Lieferterminen können die beteiligten Leistungsstellen terminbewusst arbeiten. Kürzere Durchlaufzeiten sind daraufhin die Folge.
  • Synchronisierung
    Gut aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte verkürzen die Auftragsdurchlaufzeit. Zum Beispiel ist eine gute Abstimmung der Geschäftsprozesse Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Sorter (Packerei) und Warenausgang wichtig, um einen möglichst reibungslosen Durchlauf des Auftrags zu gewährleisten.

Kostenaufwendige Zeitstrategien

Die Nutzung einiger Zeitstrategien haben allerdings auch negative Auswirkungen auf den Faktor „Kosten“. Dazu zählen:

  • Priorisierung
    Die Durchlaufzeit von Eilaufträgen kann erheblich verkürzt werden, indem Eilaufträge anderen Aufträgen vorgezogen werden. Allerdings hat diese Strategie zur Folge, dass durch die verlängerte Prozessdauer von Normalaufträgen wiederum Mehrkosten entstehen.
  • Einzelfertigung
    Die spezielle Ausrichtung auf einzelne Aufträge und Abwicklung von Einzelfertigungen führt in der Regel zu einem Anstieg der Auftragskosten.
  • Beschleunigung
    Beschleunigt man in der maschinellen Verarbeitung die Taktfrequenz der Maschinen so verkürzt sich zwar die Durchlaufzeit, aber die Kosten steigen.

Nach der Anwendung von Strategien zur Durchlauf- und Lieferzeitverkürzung sollte ein Zeitcontrolling erfolgen, um die stetige Wirksamkeit sicherzustellen.

Mehr Informationen zur Logistik erhalten Sie unter Kontraktlogistik.

Bildquelle: © Vege – Fotolia.com

Tags:

Über TUP - Redaktion

TUP - Redaktion

Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme, mit speziellem Fokus auf die Bereiche Lagerverwaltung und Materialfluss. Zu den namhaften Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

  • Website
  • Email

Fügen Sie einen Kommentar hinzu