7. Juli 2016

Multi-Channel

Multi-Channel beschreibt die Möglichkeit, den Handel (B2B und B2C) auf mehreren Vertriebskanälen gleichzeitig anzubieten. Die Kanäle, die der jeweilige Anbieter zur Verfügung stellt, funktionieren nebeneinander, nicht aber miteinander: Der Einkaufsprozess kann nicht kanalübergreifend fortgeführt werden. Dazu gehören auch die vorangegangene Informationsbeschaffung (Produktrecherche) sowie die Kommunikation mit dem Unternehmen (Chat, E-Mail, Telefon).

Möchte der Kunde zum Beispiel die im Internet gekaufte Ware in einem stationären Geschäft zurückgeben, so ist dies nach übereinstimmender Quellenlage zur Multi-Channel-Definition nicht möglich.

Prof. Dr. Niklas Mahrdt, Rheinischen Fachhochschule in Köln

Multi-Channel ermöglicht es dem Kunden, aus unterschiedlichen Verkaufskanälen zu wählen und mittels stationären Handel, Onlineshop oder aus dem Katalog Ware zu kaufen beziehungsweise zu bestellen. Damit alle angebotenen Kanäle sich nicht gegenseitig in Konkurrenz stehen, versuchen Anbieter in der Regel ihre Angebote und Preise plattformübergreifend konsistent zu halten; was allerdings wegen unterschiedlichen Erfolgsszenerien (Sortimentsplanung) nicht der Realität entspricht – siehe dazu die Abbildungen.

Multichannel_Sortiment_Stationaer_Online_Teil_I
Multichannel_Sortiment_Stationaer_Online_Teil_II
 

Wichtig: Multi-Channel setzt mindestens zwei Vertriebskanäle voraus, von denen mindestens einer den Onlinehandel beziehungsweise E-Commerce abdeckt. Zudem laufen die darunterliegenden technischen Systeme separat und die kaufmännischen Transaktionen via Payment-Service-Provider werden ausschließlich kanalspezifisch abgewickelt. Eine Weiterentwicklung des Vertriebs über mehrere Kanäle sind Cross-Channel, Omni-Channel und der No-Line-Commerce.

Weitere Informationen zum Thema finden auch unter: Multi-Channel-Vertrieb: Chancen und Risiken und unter Distanzhandel.

Bilder Sortimentsplanung: cross-science.de

Teaser-Bild: Daniel Iversen / CC BY 2.0

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Über gaxsys GmbH

gaxsys GmbH

Die gaxsys GmbH wurde 2008 in Karlsruhe gegründet. Der »Channel Conflict«, der aus der Verdrängung von stationärem Handel durch herkömmliche Onlineaktivitäten von Marken resultiert, gibt dem aufstrebenden Karlsruher Unternehmen Rückenwind. Mit der E-Commerce-Lösung von gaxsys können Produkte online, direkt über die Marken-Webseite vertrieben werden. Das Besondere: Über die gax–Artikel-Börse werden Kunden-Bestellungen aus dem Onlineshop den nächstgelegenen Point-of-Sale (POS), z.B. Händlern, Franchisenehmern oder Filialen, zur Auftragserfüllung angeboten.

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1 Kommentare

  • Simon Thomas
    2013-09-04 10:28

    Das Vorgehen verschiedener Absatzkanäle zum Kunden geht einher mit der allgemeinen Verbreitung von mobilen Endgeräten und der damit verbundenen Tatsache, dass Kunden jederzeit und allerorts in einen Kaufentscheidungsprozess einsteigen können. Der Kunde erhält standortunabhängige und prozessangepasste Varianten der Beschaffung an die Hand. Somit wird dem Wusch des Kunden nach Unabhängigkeit in Bezug auf Öffnungszeiten und Quelle gefolgt. Vielmehr wählen die Konsumenten Händler bzw. Dienstleister nach Bequemlichkeit bzw. Verfügbarkeit derer Produkte aus. Der Kunde möchte die Wahl zwischen traditionellen und innovativen Kanälen haben, um mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Die Umsetzung einer Multikanalstrategie wird somit zum Flexibilitätsmerkmal eines Unternehmens. Sicherlich besteht gemeinhin ebenso auch die Gefahr einer Kannibalisierung der Vertriebskanäle. Dabei wird angenommen, dass sich der Umsatz zwischen online- und stationär- Handel durch den gleichzeitigen Einsatz aufteilt. Und keine unbedingte Steigerung des allgemeinen Umsatzes zu erwarten sein wird.

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