21. Oktober 2013

Bewegungsstrategien: Umlagerstrategie, Umlagerung

Die Umlagerstrategie (Umlagerung) ist eine Bewegungsstrategie innerhalb des Lagerbetriebs. Anhand von Bewegungsstrategien sollen vorgegebene Richtlinien eingehalten und gleichzeitig eine bestmögliche Durchsatzleistung erzielt werden. Die jeweilige Bewegungsstrategie bestimmt, in welcher Anordnung Regalbediengeräte zur Ein-, Um- oder Auslagerung von Material eingesetzt werden. Eine solche Warenbewegung wird in der Regel durch eine anstehende Auslagerung von verdeckten Einheiten ausgelöst.

Für die Umlagerleistung eines Lagersystems sind folgende Eigenschaften des eingesetzten Lagergeräts von Bedeutung:

  • Konstruktion
  • Fahrverhalten
  • Ganggebundenheit
  • Lastaufnahmemittel
  • Kapazität

Außerdem spielt es eine Rolle, wie hoch die Anzahl der eingesetzten Lagergeräte ist.

Je mehr sich ein Mehrfachplatzlager füllt, desto mehr erhöht sich die Anzahl der Lagerkanäle, die doppelt belegt sind. Das erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit nötiger Umlagerungen.

Es sind vier Strategien möglich:

  • Zufällige Umlagerung
  • Umlagerung nahe Auslagerung
  • Kombiniert Um- und Auslagerung
  • Umlagerung in das nächste Lagerfach

Bei der zufälligen Umlagerung wird der Platz, auf den umgelagert werden soll, zufällig ausgewählt. Allerdings nimmt diese Strategie i.d.R. mehr Durchlaufzeit in Anspruch als die weiteren Umlagerstrategien. Die zufällige Bewegungen von Waren wird daher in der Praxis kaum angewandt.

Die Umlagerung nahe Auslagerung wird i.d.R. häufig genutzt. Die umzulagernde Ladeeinheit soll möglichst nahe dem Auslagerkanal gelagert werden.

Eine kombinierte Um- und Auslagerung wird angewandt, wenn doppeltbreite Lastaufnahmemittel vorhanden sind. Die umzulagernde Ladeeinheit wird vom Lagergerät aufgenommen und an den Ort transportiert, an dem die auszulagernde Ladeeinheit aufgenommen werden soll. Die Ladeeinheit, die zur Auslagerung aufgenommen wird, blockiert dabei eine Seite des Lagergeräts. Daher wird die umzulagernde Ladeeinheit gegenüber der auszulagernden Einheit eingelagert.

Die Umlagerung in das nächste Lagerfach kann beim Einsatz mehrerer Lagergeräte angewandt werden. Freie Lagergeräte werden jeweils als Zwischenpuffer verwendet und transportieren die umzulagernden Einheiten zum nächsten Lagerfach.

Neben dem Einzelspiel gibt es weitere Bewegungsstrategien, die im Lagerbetrieb eingesetzt werden können. Dazu zählen:

Diese Bewegungsstrategien sind nicht immer verträglich mit möglichen Belegungsstrategien.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter prozessorientierte Lagerplanung sowie unter Lagerplatzverwaltung.

Bildquelle: © Christophe Fouquin – Fotolia.com

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Die Redaktion der DR. THOMAS + PARTNER GmbH & Co. KG hat die Plattform Logistik KNOWHOW ins Leben gerufen, administriert und koordiniert die Beiträge und erstellt selbst Inhalte zu verschiedenen Kategorien. Die Software-Manufaktur DR. THOMAS + PARTNER aus dem Raum Karlsruhe realisiert seit über 35 Jahren maßgeschneiderte Intralogistik-IT-Systeme, mit speziellem Fokus auf die Bereiche Lagerverwaltung und Materialfluss. Zu den namhaften Kunden zählen nationale und internationale Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche.

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