• 11. Dezember 2017

    Paketkollaps vor dem Weihnachtsgeschäft? Zusammenfassen statt zusammenbrechen!

    Jedes Jahr dasselbe: Weihnachten kommt irgendwie immer viel zu früh. Eben war noch Sommer und schon naht die Bescherung. Das ist sicherlich einer der Gründe, weshalb es im Internethandel im letzten Quartal besonders rund läuft. Hier lassen sich stressfrei die Geschenke für die Lieben shoppen, ohne in die überfüllten Geschäfte und Einkaufsstraßen gehen zu müssen. Dank der vielen Sales-Aktionen und speziellen Deals ist zudem das ein oder andere Schnäppchen drin.

    Wer dachte, dass das vergangene Weihnachten schon die Spitze der Wachstumskurve im Online-Geschäft war, der wird nun eines Besseren belehrt. Denn, so sind sich alle Experten einig, dieses Jahr wird noch einmal ordentlich eins draufgesetzt. Laut Einschätzungen des HDE erwartet den E-Commerce allein im Weihnachtsgeschäft ein Wachstum um bis zu zehn Prozent. Während sich die Internethändler bei diesen Aussichten die Hände reiben, wissen die Paketdienstleister nicht, wie sie diese Herausforderung bewältigen sollen. Denn die Massen an versendeten Paketen müssen schließlich ausgeliefert werden – natürlich noch rechtzeitig zum Fest.

    Paketflut zum Weihnachtsfest: schöne Bescherung!

    Die Aussicht auf die nahende Paketflut lässt erahnen, vor welcher Herausforderung DHL, Hermes & Co. stehen. An die 30 Millionen Pakete mehr als noch im vergangenen Jahr – das ist die stattliche Prognose. Dabei geht die DHL zu Spitzenzeiten von bis zu 8,5 Millionen Sendungen pro Tag aus. Damit wird das diesjährige Weihnachten zum (Paket-)Geschäft der Superlative. Gleichzeitig droht der Super-GAU. Denn schon jetzt sind die Paketboten überlastet, Postfilialen und Paketstationen platzen regelrecht aus den Nähten und der Verkehr in den Innenstädten stößt an die Grenze des Erträglichen.

    Besonders um Letzteres zu mildern, könnte sich Post-Chef Frank Appel in den Städten eine gebündelte Zustellung vorstellen. In seinem Sinn müsste allerdings ein einziger Anbieter bestimmt werden und eine Stadt den Anfang machen, damit weitere nachziehen. Ein radikaler Schritt! Dabei ist die Idee grundsätzlich gar nicht so abwegig und die Idee der zusammengefassten Lieferungen geht in die richtige Richtung. Besonders die Vorweihnachtszeit zeigt es wieder: neue Ansätze müssen her.

    Lieferungen zusammenfassen und zentral ausliefern

    Was kann eine gebündelte Zustellung also bewirken? Die steigende Zahl der Pakettransporter führt gleich zu mehreren Problemen: Zum einen entsteht dadurch noch mehr Verkehr in den Städten. Zum anderen erhöht sich gleichzeitig der CO2-Ausstoß, was eine Belastung für Mensch und Umwelt bedeutet. Werden Zustellungen zusammengefasst, reichen weniger Fahrzeuge für deren Transport aus. Doch wer soll darüber entscheiden, welche Paketzusteller letztlich durch die Stadt fahren dürfen? Am effizientesten lassen sich diejenigen Konzepte umsetzen, die einen anbieterübergreifenden Ansatz verfolgen. So erübrigt sich der Kampf um die Alleinherrschaft in den Zustellgebieten und es kann weiterhin über verschiedene Paketdienste versendet werden. Solche dienstleisterübergreifenden Konzepte sind schon im Einsatz. Beispielsweise in Berlin, wo Paketkästen mit mobilen Containern als innerstädtischer Umschlag- und Konsolidierungspunkt getestet werden. Die Boxen können von allen KEP-Dienstleister genutzt werden, um Sendungen für ein Zielgebiet zu sammeln und von dort weiter zu verteilen. Das funktioniert ebenfalls in die andere Richtung, indem Sendungen aus dem Zielgebiet eingesammelt und zu Adressen außerhalb des Gebietes gebracht werden.

    Gleiches Prinzip, andere Abwicklung

    Sinnvoll ist dieses Prinzip auch ohne extra aufgestellte Container. So lässt sich beispielsweise auch mit dem gebündelten Zustellen an zentrale Annahmestellen die Effizienz steigern. Vereinzelt bieten Shoppingcenter an, sich Pakete dorthin liefern zu lassen. Ähnlich verhält es sich auch mit der Lieferung ins Unternehmen. Auch hier wird die Zustellquote erhöht, indem sich die Mitarbeiter ihre Pakete ins Büro liefern lassen. Der Vorteil bei beiden Möglichkeiten ist, dass dieser Service von allen KEP-Dienstleistern genutzt werden kann und sie die Sendungen dort garantiert zustellen können. Da die geschäftlichen gemeinsam mit den privaten Paketen angeliefert werden, fallen zudem viele Fahrten zu den Privatadressen weg. Die Paketfahrer können somit bei weniger Stopps mehr Sendungen ausliefern. Die Kunden bzw. Arbeitnehmer wiederum wissen ihr Paket sicher und zuverlässig in Empfang genommen und können es dann entspannt abholen.

    Nicht nur im Weihnachtsgeschäft trägt dieser Ansatz dazu bei, die KEP-Dienste zu entlasten und den drohenden Paketkollaps zumindest zum Teil aufzufangen. Auch unabhängig vom extremen Auf und Ab des Saisongeschäfts ist das Konzept der gebündelten, anbieterübergreifenden Zustellungen ein sinnvoller Lösungsweg, der auf längere Sicht dabei helfen kann, die stetig wachsenden Paketmassen effizient auszuliefern.

    Weitere Informationen finden zur urbanen Logistik Sie auch in dem Beitrag Die Letzte-Meile-Logistik im E-Commerce – Herausforderungen und Lösungsansätze.

    Bildquelle: endostock – Fotolia

    Weiterlesen
  • 5. Dezember 2017

    Vernetzte Produktion: Computer-integrated Manufacturing

    Computer-integrated Manufacturing, kurz CIM, steht für computergesteuerte Maschinen- und Automatisierungssysteme (rechnerintegrierte Produktion), die in der Regel bei der Fertigung von Produkten zum Einsatz kommen. Dabei setzt CIM auf unterschiedliche Technologien und deren technischen Funktionen wie etwa Computer Aided Design (CAD), Computer Aided Planning (CAP), Computer Aided Manufacturing (CAM) und Computer Aided Quality Assurance (CAQ). Die Kombination aus unterschiedlichen Teil-Technologien reduziert manuelle Arbeitsschritte und automatisiert die sich wiederholenden Aufgaben. Ziel von CIM war und ist eine durchgängig rechnerunterstützte Informationsverarbeitung auf Basis einer sogenannten funktionsbereichsübergreifenden Datenbasis*. Continue reading Vernetzte Produktion: Computer-integrated Manufacturing

    Weiterlesen
  • 28. November 2017

    Im Überblick: das Warenwirtschaftssystem

    Ein Warenwirtschaftssystem ist eine Software, die einen reibungslosen Ablauf von Handelsprozessen innerhalb eines Unternehmens gewährleistet. Dabei kann das Erfassen und Optimieren von Lagerbewegungen- beziehungsweise -beständen, Disposition, Verkauf und Einkauf auch unternehmensübergreifend abgewickelt werden. „In der Regel ist das Ziel eines solchen rechnergestützten Systems die Steuerung des Bestellwesens, der Warenvorhaltung und des Verkaufs“*. Continue reading Im Überblick: das Warenwirtschaftssystem

    Weiterlesen
  • 23. November 2017

    Hypermotion: Premiere der Veranstaltung um digitale, vernetzte und emissionsfreie Mobilität erfolgreich

    Die erste Hypermotion vom 20. bis 22. November 2017 hat neuen Schwung in die Diskussion um digitale, vernetzte und emissionsfreie Mobilität und Logistiklösungen gebracht. Neben einer Beteiligung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit den Partnern Logistics Alliance Germany, der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und der Nationalen Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH zeigten über 100 teilnehmende Unternehmen, wie Transport- und Verkehrssysteme von morgen aussehen können. U.a. präsentierten sich etablierte Unternehmen wie die Deutsche Bahn, der Rhein-Main-Verkehrsverbund, ESWE Verkehr, die Hamburger Hochbahn, der BVG, SAP, SICK, PTV Group und Teradata und über 20 Start-ups. Rund 2.100 Teilnehmer kamen an den drei Veranstaltungstagen nach Frankfurt.

    Start-up Pitch Preisträger, Blickfeld GmbH, Rydies GmbH, Metrilus Gmbh

    Start-up Pitch Preisträger, Blickfeld GmbH, Rydies GmbH, Metrilus Gmbh

    Zum interaktiven Veranstaltungskonzept erklärt Detlef Braun: „Die Hypermotion ist mehr als eine klassische Fachmesse, die neue Produkte vorstellt. Als wissensbasierte Plattform mit einer Reihe von hochkarätigen Fachkonferenzen zu wichtigen Zukunftsthemen treibt das Format selbst neue Innovationen an. In den letzten drei Tagen haben wir Wettbewerbe erlebt, bei denen Start-ups ihre Ideen präsentierten, und einen Hackathon, bei dem Tüftler und Techniker auf Challenges von Lufthansa Cargo, Schmitz Cargobull und Deutsche Bahn hin neue Applikationen entwickelten. Da zeigt sich die Kraft digitaler Schwarmintelligenz. Die Hypermotion bringt junge und gestandene Akteure zusammen und schafft Raum für neue Kooperationen.“

    Rainer Bomba, Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, besuchte die Hypermotion an zwei Tagen: „Mobilität ist heute etwas völlig anderes als noch vor zehn Jahren. Um die Chancen zu nutzen, die sich aus den neuen, digitalen Technologien ergeben, und gleichzeitig den Anforderungen einer erhöhten Ressourceneffizienz gerecht zu werden, ist es zwingend notwendig, die Bereiche Mobilität und Logistik als ein Thema wahrzunehmen. Einer der Bereiche alleine kann es nicht schaffen. Die Hypermotion lebt hier in ihren Veranstaltungen und Programmen das notwendige Miteinander von Herstellern, Verbänden und Politik, von großen und kleinen Tech-Firmen, von Start-ups, Forschern und Visionären vor.“

    Preisverleihung Hackathon Pitch, Alle Preisträger

    Preisverleihung-Hackathon Pitch, alle Preisträger

    Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, ließ es sich nicht nehmen, bei der Preisverleihung des 24-Stunden-Hackathons dabei zu sein, und zeigte sich beeindruckt von den Ideen der jungen Programmierer und Hardware-Experten. „Am Standort Frankfurt Rhein-Main leben und arbeiten heute bereits rund 5,7 Millionen Menschen, die alle unterschiedliche Ansprüche an Mobilität stellen. Wir brauchen gemeinsame Offensiven für eine zukunftsfähige und vernetzte Infrastruktur wie z.B. den Masterplan Frankfurt RheinMain Plus, entwickelt von Bund, Land, Stadt, RMV und der Deutschen Bahn. Die Informationskampagne „Mehr Zug für die Region“, die wir am
    20. November gemeinsam gestartet haben, passt perfekt in den Rahmen einer Hypermotion. Zugleich tragen viele weitere Aspekte von moderner Mobilität, die auf der Hypermotion vorgestellt worden sind, zu einem Erhalt der Standortattraktivität und der Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Frankfurt / Rhein-Main bei, wie z.B. Konzepte zur Förderung von Intermodalität oder zum Ausbau der Elektromobilität.“

    Im Ausstellungsbereich in der Halle 5.1 gab die Deutsche Bahn neben Informationen zum Infrastrukturausbauprogramm Einblicke in das Konzernprogramm Smart Cities sowie in den neuen Geschäftszweig ‚ioki‘, mit dem die DB On Demand-Mobilität und Autonomes Fahren in den öffentlichen Nahverkehr bringen möchte. Bereits im Oktober nahm das Unternehmen im bayerischen Bad Birnbach den ersten autonomen Bus im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb. Im Rahmen ihrer Smart City-Partnerschaft mit der Stadt Hamburg plant die Deutsche Bahn 2018 erstmals eine autonome Buslinie mit Bahnhofsanschluss in einer Großstadt. 2018 will das Unternehmen mit ioki außerdem einen On Demand-Shuttleservice mit bis zu 100 Fahrzeugen (mit Fahrern) anbieten, um die Attraktivität des bestehenden öffentlichen Verkehrs in Hamburg weiter zu erhöhen und die Belastungen durch Autos in der Stadt zu reduzieren.

    Die Plattform ‚Mobility inside‘ wurde von Oliver Wolff, Geschäftsführer des Verbunds Deutsche Verkehrsunternehmen (VDV), vorgestellt. Ziel ist eine bundesweite Vernetzung der unterschiedlichen Tarife, Tickets und Fahrplaninformationen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Somit kann der Fahrgast mit einem elektronischen Ticket via App nach einer einmaligen Anmeldung durch ganz Deutschland reisen. Die technischen Voraussetzungen sind vorbereitet – durch ein verbundweites mandantenfähiges System.

    Erik Wirsing, Head of Innovation bei Schenker AG, postulierte für die Logistikbranche: „Digitalisierung, Automatisierung und Autonomisierung geben heute den Takt vor, die großen IT-Konzerne investieren inzwischen überall auf der Welt in Logistik. Start-ups mischen die Branche mit agilen Entwicklungsmethoden, neuen Technologien und starker Kundenorientierung auf. Um eine optimale Supply Chain zusammenzustellen, müssen viele unterschiedliche Akteure zusammenkommen. Alle haben Lust und Laune, dieses zentrale Zukunftsthema weiterzuentwickeln – und diese inspirierende Atmosphäre spürt man auch hier auf der Hypermotion.“

    Die Fachkonferenzen während der Hypermotion wurden zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt und organisiert von der CONVENT Gesellschaft für Kongresse und Veranstaltungsmanagement mbH, dem HUSS-VERLAG, ITS Deutschland e.V., dem Forum Elektromobilität e.V., Fraunhofer-Allianz Verkehr, KCW GmbH, dem SmartCity.Institute und dem Travel Industrie Club e.V. Teilnehmer konnten per RFID-Ticket flexibel zwischen den Vorträgen wechseln und vor Ort weitere Module dazu buchen.

    Bei der ZEIT-Konferenz „Logistik & Mobilität“ sprach Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, über Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Rolle der Deutschen Post. Andreas Schmitz, Vorstandsvorsitzender von Schmitz Cargobull, betonte die wachsende Bedeutung der Digitalisierung in der Logistik und kündigte ein eigenes Start-up an. Das neue Unternehmen Kubikx schreibt sich demnach auf die Fahnen, Fleetmanagement, Transport- und Logistikprozesse zu digitalisieren. „Digitale Lösungen zum Steuern und Überwachen globaler Lieferketten werden immer wichtiger, aber auch komplexer“, erklärte Schmitz und verwies auf die immer stärkere Vernetzung zwischen Fahrzeugen, Fracht und Infrastruktur. Vier Berliner Unternehmensvertreter skizzierten am Status Quo der Hauptstadt mögliche Szenarien für die Zukunft und der Gründer von Volocopter, Alexander Zosel, präsentierte die Neuigkeiten seiner bemannten Drohne, welche in einigen Jahren für eine Disruption im Personennahverkehr sorgen könnte. Immer wieder war der Infrastrukturstandort Deutschland Thema. Dr. Ulrich Nußbaum, Vorsitzender des Präsidiums des Deutschen Verkehrsforums, postulierte, Betriebszeiten für Frachtflughäfen dürften nicht weiter eingeschränkt werden und Binnenhäfen dürften durch Flächenumwandlungen nicht weiter verdrängt werden.

    Mehr Informationen zur Hypermotion finden Sie unter
    www.hypermotion-frankfurt.com und www.twitter.com/hypermotionfair.

    Bildquelle Teaser/Beitragsbilder: Messe Frankfurt Exhibition GmbH – Pietro Sutera

    Weiterlesen
  • 21. November 2017

    Telekom und Fraunhofer IML eröffnen neues Entwicklungszentrum fürs Internet der Dinge

    Die Deutsche Telekom und das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund gründen die »Telekom Open IoT Labs«. Bis zu sechs Wissenschaftler des Fraunhofer IML und drei IoT-Experten der Telekom werden gemeinsam Internet-of-Things-(IoT-)Lösungen entwickeln, testen und zur Marktreife bringen. Ziel dabei ist es, Prozesse in der Fertigungsindustrie sowie Logistik- und Luftfahrtbranche zu optimieren.

    Die Labs sind offen für weitere interessierte Unternehmen, die gemeinsam mit Telekom und Fraunhofer IML anwendungsspezifische IoT-Prototypen entwickeln möchten. Mit den Telekom Open IoT Labs wird das bestehende Netzwerk aus Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Telekom um eine industrielle IoT-Komponente erweitert.

    Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, sagte zum Start der Telekom Open IoT Labs: »Die Labs vereinen zwei Kompetenzfelder, die für eine erfolgreiche Digitalisierung zwingend zusammengehören. Fraunhofer bringt sein umfassendes Know-how zu Hardware und Anwendungen im IoT-Umfeld ein. Die Telekom ihre Netzkompetenz sowie ihre IoT- und Cloud-Lösungen, ohne die Digitalisierung nicht möglich ist.«

    Prototypen für ganzheitliche IoT-Lösungen

    Im ersten Schritt gilt es gemeinsam mit interessierten Unternehmen den Bedarf an IoT-Lösungen zu identifizieren, danach die Anwendungen zu definieren und sie anschließend zu erstellen. Dafür wird das Team aus Hardware, Software und Konnektivität Prototypen entwickeln und zusammenbauen. Im Fokus stehen Lösungen für den späteren Einsatz im Massenmarkt. So wurde beispielsweise gemeinsam mit Würth Industrie Service der Prototyp eines Service-Buttons für den Bereich C-Teile-Management entwickelt. So optimiert der Service-Button den Nachbestellprozess von sogenannten C-Teilen wie Schrauben, Muttern und Scheiben und nutzt dafür die Technik NarrowBand IoT (NB-IoT).

    »In den Telekom Open IoT Labs wollen wir keine Grundlagenforschung betreiben, sondern den Unternehmen einen konkreten Nutzen bieten, indem wir ihre Probleme mit IoT-Anwendungen lösen«, sagte Anette Bronder, Chefin des Digital- und Sicherheitsgeschäfts der Deutschen Telekom. »Alle notwendigen Technologien für IoT-Lösungen sind vorhanden. Jetzt gilt es, die Einsatzfelder zu finden, die den Unternehmen den schnellsten und nachhaltigsten Vorteil bringen.«

    NB-IoT als Wegbereiter

    Das Telekom-Fraunhofer-Team wird sich zunächst schwerpunktmäßig auf Lösungen auf Basis der Funktechnologie NB-IoT konzentrieren. Diese Technologie eignet sich perfekt für IoT-Anwendungen beispielsweise in der Logistik. »Die Logistikbranche hat einen starken Digitalisierungsdrang. Es gibt eine Reihe von Geschäftsprozessen, in denen die Unternehmen kurzfristig einen hohen Mehrwert durch den Einsatz von IoT-Lösungen erzielen können«, so Bronder. Unter anderem brauchen die Logistiker mehr Transparenz in der Lieferkette, um den Materialfluss in der Intralogistik sowie den Transport von Gütern über Wasser, Schiene und Straße gezielter steuern zu können.

    Die Deutsche Telekom bietet NB-IoT schon in ganz Deutschland kommerziell an. Das gleiche gilt für die Niederlande, die ebenfalls über ein flächendeckendes NB-IoT-Netz verfügen. In weiteren europäischen Märkten wie Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei baut die Telekom die vorhandene Versorgung auf weitere Städte aus.

     

    Weitere Informationen zu den »Telekom Open IoT Labs« unter: http://iot.telekom.com/telekom-open-iot-labs/.

    Bildquelle: geralt, Lizenz CC0 Creative Commons

    Weiterlesen
  • 20. November 2017

    Systemvorteile von Schwarmintelligenz

    Um in der Evolution erfolgreich zu sein, müssen „die Vielen“, der Schwarm, zahlreiche Grundvoraussetzungen (Prinzipien) erfüllen, die angelehnt an die Forschungsergebnisse renommierter Verhaltensbiologen, wie beispielsweise Karl Crailsheim und Thomas Schmickl, kurz zusammengefasst und erklärt werden. Diese Prinzipien sind aus Sicht der Verhaltensbiologie typische Grundvoraussetzungen, sodass von einer Gruppe von Individuen in ihrem Zusammenwirken typischerweise von Schwarmintelligenz gesprochen werden kann. Wir werden aber auch sehen, dass die Schwarmprinzipien von Ameisen uns ebenso Inspiration sein können für logistische Überlegungen, sowohl was die Suche nach optimalen Lösungen betrifft als auch für die Führung von Unternehmungen und Organisationen:

    Prinzip der Anpassungsfähigkeit

    Der Schwarm soll in der Lage sein, bei genügend großen Veränderungen der Umwelt sein Verhalten umzustellen, sofern dieses zu einer verbesserten Konfiguration führt. Am Beispiel der Ameisen bedeutet das, dass eine Ameisenstraße zugunsten einer besseren Wegoption verlassen werden sollte. Ist der Weg durch einen umgestürzten Baum oder etwas Ähnlichem versperrt, so ist der Ameisenschwarm in der Lage, einen neuen Weg zum gewünschten Ziel zu finden. Aus diesem Prinzip der Anpassungsfähigkeit lassen sich – mit nicht allzu großer Phantasie – Handlungsstrategien für Logistiker und SCM-Manager in Unternehmungen ableiten. Das Prinzip der Anpassungsfähigkeit ist ein Teilprinzip der Selbststeuerung und Selbstorganisation, weil kein Einzelner die Gruppe bzw. den Schwarm lenkt oder führt, sondern die wenigen, meist einfachen Regeln (Prinzipien), dezentral organisiert und geführt sind. Manche sprechen von heterarchischen Organisationsstrukturen. Aus dem Prinzip der Anpassungsfähigkeit nährt sich ebenso die Systemeigenschaft der Robustheit.

    Prinzip der Nachbarschaft

    Die Individuen des Schwarmes sollen ihre Aktionen und ihre Wahrnehmung nur in einem begrenzten lokalen Radius durchführen können, was bedeutet, dass sie mit ihrem Verhalten ausnahmslos die lokal vorhandenen Umweltreize „verrechnen“. Ist der Aktionsradius zu groß, so würde permanent auf Reize reagiert werden, die das jeweilige Tier gar nicht betreffen. Mit anderen Worten: die Futtersammlerin eines Ameisenstaates, die gerade eine Ressource einbringt, sollte nicht darauf reagieren, wenn im mehrere Meter entfernten Nest eine Larve geputzt wird. Auch hier haben wir ein wesentliches Element der dezentralen Führung. Nicht mehr eine zentrale – über alles relevante Wissen verfügende – Instanz ordnet an und alle haben zu befolgen, sondern eine hoch arbeitsteilige Organisation muss sich auf die lokal verrechenbaren Umweltstimuli konzentrieren. Tun dies alle, dann kann eine selbstorganisierende Gruppe entstehen, die sich sozusagen selbst führt. Das Prinzip der Nachbarschaft spielt also auch im Management eine erhebliche Rolle, bedenkt man nur, dass Arbeitsteilung, Spezialisierung und Arbeitszerlegung wesentliche Treiber unseres Wohlstands darstellen, wie bereits bei Adam Smith Hauptwerk „Wohlstand der Nationen“ (1776) so ausführlich und eindringlich dargestellt.

    Prinzip der Stabilität

    Nicht jede (kleine) Änderung in den Umweltreizen soll zu einer Verhaltensänderung des Schwarms führen. Reagiert das System zu empfindlich, so treten zweierlei Probleme auf. Einerseits kommt es zu ineffizienten Überreaktionen auf schwache Reize und andererseits wird auch auf jeden fehlerhaften Stimulus, wie beispielsweise ein Fehlalarm, reagiert. Dadurch wäre das System nicht fehlertolerant. Und Fehler passieren. Auch im Schwarm. Wiederum erkennen wir fast selbsterklärend wie sehr uns die Begrifflichkeit Fehlertoleranz in Unternehmungen betrifft. Ein System – wie beispielsweise – eine Logistikkette muss Systemelemente beinhalten, dass bei Fehlern oder auch bei kleineren Regelverstößen nicht das ganze System betroffen ist. Der Einbau von zeitlichen oder mengenmäßigen Puffern bei Just-in-Time-Anlieferungen ist heute im Automobilbau Standard und ist vielfach so fein-justiert, dass die atemberaubenden Leistungen von BMW, Mercedes und Co. überhaupt kosten- und leistungsmäßig möglich sind.

    Prinzip der verschiedenartigen Antwort

    Der Schwarm soll ein ausreichend vielseitiges Verhaltensrepertoire besitzen. Das (summierte) Verhaltensrepertoire aller beteiligten Individuen sollte in der Lage sein, auf alle oder möglichst viele Probleme, die der Schwarm zu meistern hat, eine angepasste Verhaltensantwort geben zu können. Dazu ist ein Mindestmaß an Diversität im Schwarm vonnöten. Die Vielfalt des Verhaltens der Einzelnen stellt im Rahmen der Gruppenbildung und Gruppenleistung ein zentrales Element in der Logistik dar. Je größer die „Gruppen“ und je mehr „Vielfalt“ innerhalb der Gruppe umso mehr kompensieren sich die fehlerhaften Abweichungen. Je vielfältiger die Gruppe, umso vielfältiger das Verhaltensrepertoire. Das Prinzip der verschiedenartigen Antwort ist somit auch ein zentrales schwarmintelligentes Element in Bezug auf die Verhaltensvariabilität von Systemen. Je verhaltensvariabler ein System umso mehr muss es dezentral gesteuert sein. Wir erkennen also auch anhand dieses Prinzips, dass sich die einzelnen Prinzipien ergänzen, korrigieren oder auch kompensieren, wie das für intelligente Systeme absolut von Nöten ist.

    Betrachtet man die vorhin genannten Prinzipien eingehender, erkennt man intuitiv, dass sich einige dieser Prinzipien – möglicherweise – widersprechen. Dies trifft auch tatsächlich zu. Der auf Ameisenrobotik spezialisierte österreichische Verhaltensforscher Thomas Schmickl führt hierzu wie folgt aus: „Hier geht es also für den Schwarm um eine Optimums-Findung, nicht zu adaptiv zu sein und auch nicht zu starr zu agieren. … Ohne die Fähigkeit mehrere verschiedene Verhaltensweisen zu zeigen, kann die Forderung nach Flexibilität von einem Schwarmsystem kaum erfüllt werden.“

    Diese Aussage könnte aber genauso von einem auf Führungslehre spezialisierten Betriebswirt stammen. So sehr sind sich diese beiden Wissenschaftsdisziplinen in Theorie und Praxis nah. Erstaunlich. Oder?

    Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag Schwarmintelligenz – Was wir Logistiker von Ameisen lernen können – Teil I.

    Bildquelle: Clker-Free-Vector-Images

    Weiterlesen
  • 14. November 2017

    Die Kommissionier-Zeit in der Intralogistik

    Die Kommissionierung selbst und die damit verbundene Kommissionier-Zeit sind in der Regel durch unternehmensspezifischen Vorgaben ein Konglomerat aus personal- und kostenintensiven Prozessen, deren Komplexität abhängig von den Geschäftsprozessen des Unternehmens ist. Die Kommissionier-Zeit ist die Zeit, die benötigt wird, um einen Kommissionier-Auftrag zu erledigen. Dabei startet die Kommissionier-Zeit in der Regel mit der Übergabe des Kommissionier-Auftrags an den Kommissionierer und endet mit der Übergabe an die Auftragssammelstelle oder an eine Förderanlage. Continue reading Die Kommissionier-Zeit in der Intralogistik

    Weiterlesen
  • 6. November 2017

    Retouren im Onlinehandel: Das Geld fährt auf der Straße

    Online-Shopping hat viele Vorteile. Während die Auswahl im Netz nahezu endlos scheint, gibt es doch ein Manko: es fehlt die Möglichkeit, die Ware vor dem Kauf anzuschauen und sorgfältig zu prüfen. So bleibt sowohl für den Kunden, als auch den Händler immer ein Risiko, dass die Ware doch nicht den Erwartungen entspricht. Die Folge ist eine hohe Zahl an Retouren. Bei über der Hälfte der Onlinehändler liegt die Rücksendequote bei mindestens 10 Prozent, bei einigen sogar bei bis zu 60 Prozent, wie eine Studie der EHI aus dem Jahr 2016 zeigte.

    So sind jährlich 300 Millionen Pakete mit Ware im Umlauf, die entweder nicht passt, nicht gefällt, beschädigt oder zu spät beim Empfänger angekommen ist. Für die Händler ist das bares Geld: Denn ihnen fehlen nicht nur die Einnahmen durch den missglückten Deal; sie können die Ware in dieser Zeit auch nicht wieder an einen anderen Kunden versenden. Dennoch sind Onlinehändler auf Retouren angewiesen, denn sie sind zentral für die Kundenbindung. Und eine höhere Kundenloyalität bringt mehr Umsatz. Für immerhin 77 Prozent der deutschen Verbraucher ist laut des JDA & Centiro Customer Pulse Reports 2017 eine einfache und zudem kostenlose Retoure wichtiges Kriterium bei der Wahl des Händlers. Bei einigen, darunter beispielsweise Zalando, ist das Zurücksenden sogar zentraler Bestandteil des Geschäfts und damit wichtiges Leistungsversprechen an die Kunden.

    Weniger Lagerfläche, dafür auch weniger physische Ware

    Eine hohe Retourenquote hat einen interessanten Nebeneffekt: Ist ein großer Teil der Produkte als Retoure unterwegs, wird weniger Lagerfläche benötigt. Sobald die Entscheidung für die Rücksendung beim Unternehmen eingeht, kann die Ware theoretisch schon wieder angeboten werden. Das birgt allerdings gewisse Risiken: Unter Umständen ist die Ware noch beim Kunden, während sie aufs Neue verkauft wurde. Somit verzögert sich das Aussenden der Bestellung. Je länger also die Produkte nicht im Warenlager, sondern im Umlauf sind, desto teurer ist das für den Händler. Deshalb ist eine schnelle Rücksendung ausschlaggebend bei der Retourenabwicklung.

    Das hängt jedoch von den verschiedenen Gliedern der Prozesskette ab. Hier sind weniger die Paketdienstleister gemeint, die mittlerweile kurze Lieferzeiten gewährleisten können. Es liegt am Ende meist an den Kunden und wie schnell diese die Ware wieder in den Umlauf geben. Und hier liegt auch der Knackpunkt: Häufig fehlt für das Wegbringen der Pakete die Zeit. Gerade für Berufstätige ist es kaum möglich, unter der Woche zum Postamt oder zu Paketshops zu gehen, um die Retoure zu verschicken. Mit ihren Packstationen bietet Branchengröße DHL eine praktische Alternative auch für Rücksendungen. Diese sind zwar weit verbreitet, allerdings nicht flächendeckend verfügbar. Zudem sind sie nicht anbieterübergreifend, sondern ein geschlossenes System und damit ausschließlich für Pakete, die mit DHL versendet werden können.

    Wer kommt zu wem?

    Einige Paketzusteller bieten auch die Option, Retouren zuhause abzuholen. Während dieses Angebot für reguläre Pakete deutliche Mehrkosten bedeutet, ist es bei Rücksendungen in der Regel für den Kunden kostenfrei. Das Abholen ist allerdings nur werktags möglich – und damit wiederum nicht für die meisten Berufstätigen geeignet. Versandhändler Zalando hat in einigen Städten Deutschlands ein neues Modell getestet und Rücksendungen kostenlos an der Privatadresse oder einem Wunschort abgeholt. Ob sich dieser Service dauerhaft durchsetzen wird, ist derzeit noch offen. Laut Zalando werde im Moment noch das Feedback der Kunden ausgewertet.

    So liegt es nicht nur im Interesse der Kunden, sondern insbesondere auch in dem der Versandhändler, das Netz an Rückgabestellen auszuweiten. Eine noch komfortablere Lösung für berufstätige Konsumenten ist sicherlich die Rückgabe an Orten, wo sie sich unmittelbar vor, nach oder während ihrer Arbeitszeit aufhalten. Also beispielsweise an Bahnhöfen oder Supermärkten. Dazu müssten allerdings anbieterübergreifende Optionen geschaffen werden – gerade in den städtischen Ballungsgebieten fehlt schlicht der Platz für flächendeckende Rückgabestellen der jeweiligen Paketdienste. Daher bietet sich beispielsweise – ebenso wie der Paketempfang – auch das Retournieren im Büro als Alternative an.

    Ansprüche steigen – auch bei Retouren

    Durch einen digitalen Zustellservice ist das mit einem geringen Aufwand und einem reibungslosen Ablauf machbar. Für die Kunden wie auch die Paketzusteller ist es eine praktische Option, von der durch die schnellere Rücksendung auch die Online-Händler durch eine schnellere Retourenabwicklung profitieren. Ganz zu schweigen vom positiven Effekt, der auf die Kundenbindung einzahlt. Denn früher oder später werden auch in Sachen Retoure die Ansprüche noch weiter steigen, wie es schon heute bei der Zustellung bereits der Fall ist. Während der Kunde hier schon die Möglichkeit hat, sich den Empfang weitestgehend auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden, sieht es bisher bei der Rückgabe vergleichsweise mager aus. Mit der Aufgabemöglichkeit im Büro oder der Abholung am Wunschort, kommen Onlinehändler und Paketdienste ihren Kunden schon recht weit entgegen. Es bleibt aber nach wie vor sicherlich noch viel Raum für Verbesserungen.

    Weitere Informationen zur urbanen Logistik finden Sie in dem Beitrag Die Letzte-Meile-Logistik im E-Commerce – Herausforderungen und Lösungsansätze.

    Bildquelle: Atomic Taco / Flickr, Lizenz (CC BY-SA 2.0)

    Weiterlesen
  • 30. Oktober 2017

    34. Deutscher Logistik-Kongress – „Neues denken – Digitales leben“

    Vergangenen Freitag ging der 34. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zu Ende. Mehr als 3.400 Teilnehmer aus rund 40 Ländern kamen für drei Tage zu diesem jährlichen Treffen der Logistiker und Supply Chain Manager aus Industrie, Handel, den Logistikdienstleistungen und der Wissenschaft zusammen. 170 Aussteller boten ihre Lösungen und Leistungen in der begleitenden Ausstellung an.

    Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner eröffnet den 34. Deutschen Logistik Kongress

    Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner eröffnet den 34. Deutschen Logistik Kongress

    Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Neues denken – Digitales leben“. Die Vorträge, Podiumsdiskussionen und die Gespräche unter den Kongressteilnehmern zeigten: Die Logistiker in allen Bereichen der Wirtschaft sind dabei, die neuen technologischen Möglichkeiten in der Praxis umzusetzen: zur Optimierung von Prozessen, zur Veränderung von Abläufen und bei der Entwicklung neuer Konzepte und Geschäftsmodelle entlang der gesamten Supply Chain.

    Als Ehrengast der Gala am ersten Abend des Kongresses ermutigte Bundespräsident a.D. Joachim Gauck die Kongressteilnehmer und die Mitarbeiter des Wirtschaftsbereichs Logistik, die in einem sich stark verändernden Arbeitsfeld tätig sind, sich nicht von der Technik überwältigen zu lassen. „Wir werden nicht ohne Arbeit sein, aber wir müssen bereit für neue Formen der Arbeit sein“, sagte Gauck und fuhr fort: „Wir brauchen den Mut, uns selber kompetent zu machen – auch gegen eigene innere Widerstände.“

    Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., ist Ehrengast beim Gala-Abend

    Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., ist Ehrengast beim Gala-Abend

    Die Liste der prominenten Redner zeigt die Bandbreite der Kongressthemen. Unter ihnen waren der Unternehmer Prof. Klaus-Michael Kühne, Dr. Frank Appel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post DHL, Dr. Richard Lutz, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung IBM Deutschland, Dr.-Ing. Joachim Damasky, Geschäftsführer Technik und Umwelt beim Verband der Automobilindustrie (VDA) oder Prof. Achim Kampker, CEO von Streetscooter. Insgesamt traten in 65 Stunden Kongressprogramm rund 120 Experten auf.

    Im Rahmen des Kongresses zeichnete die BVL herausragende Projekte aus Praxis und Wissenschaft aus – und veranstaltete erstmals einen Hackathon.

    Bosch gewinnt den Deutschen Logistik-Preis 2017

    Bosch gewinnt den Deutschen Logistik-Preis 2017

    Träger des Deutschen Logistik-Preises 2017 der BVL ist Bosch. Ein unternehmensübergreifender Ansatz und vorbildliche Durchgängigkeit sind Merkmale des Projekts. Statt nur einzelne Supply-Chain-Segmente zu optimieren, hat die Logistik bei Bosch unter dem Leitgedanken „Striving for Supply Chain Excellence“ innerhalb von vier Jahren einen grundlegenden Veränderungsprozess durchlaufen, eine neue Rolle im Unternehmen eingenommen und über Total Cost of Ownership (TCO) beeindruckende Ergebnisse erreicht. Damit leistet auch die Bosch-Logistik einen wesentlichen Beitrag zum Transformationsprozess des Unternehmens. Schwerpunkt des Wandels ist insbesondere die zunehmende Vernetzung über das Internet der Dinge (IoT). Wie kein anderes Unternehmen bringt Bosch Know-how bei den „3S“ mit, die für das IoT wesentlich sind: Sensoren, Software und Services.

    Der Wissenschaftspreis Logistik 2017 geht an Dr.-Ing. Sebastian Rank und die Professur für Technische Logistik, Technische Universität Dresden, unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Thorsten Schmidt. Unter dem Titel „Eliminierung negativer Effekte autokorrelierter Prozesse an Zusammenführungen“ verfolgt die Arbeit das Ziel, den Durchsatz innerbetrieblicher Transportsysteme zu erhöhen.

    Sieger im ersten Hackathon der BVL ist das Team von AEB. Die Stuttgarter setzten sich in einem Feld von sechs Teams gegen DB Schenker und Eikona sowie Fraunhofer IML, Synfioo und Locom durch. Die Aufgabenstellung war, mit einem Datensatz aus Geräuschsequenzen eine Maschine zu trainieren, die eine unbekannte Geräuschsequenz möglichst genau klassifiziert. Die Teams hatten vier Teilaufgaben zu lösen, die separat bewertet wurden: Music Detection, Mood Idenification, Audio Tagging und Elevator Pitch. Der Hackathon wurde von Datenanalysespeziallisten der BASF vorbereitet und betreut. Der Preis ist mit 10.000 Euro für das Siegerteam dotiert. Er wird von der BASF unterstützt.

    Der 35. Deutsche Logistik-Kongress findet vom 17. bis 19. Oktober 2018 in Berlin statt. Gleichzeitig feiert die Bundesvereinigung Logistik im Rahmen dieses Kongresses ihr 40-jähriges Bestehen.

    Hier finden Sie einen Rückblick auf den 33. Deutschen Logistik-Kongress 2016.

    Bilder: BVL/Bublitz

    Weiterlesen
  • 25. Oktober 2017

    Studie: Einsatz von Routenzugsystemen zur Produktionsversorgung

    Neue Studie des fml: Einsatzszenarien von Routenzugsystemen zur Produktionsversorgung Studie zu Planung, Steuerung und Betrieb.

    Studie des fml: Routenzüge, 2017Routenzugsysteme sind branchenübergreifend weit verbreitet. Der Standardisierungsgrad ist jedoch meist gering. Ebenso sind kaum automatisierte Prozessschritte implementiert, wodurch der Mensch im System unabdingbar ist. Erste Ansätze dynamischer Steuerungen der Touren zeigen positive Ergebnisse hinsichtlich Effektivität, Effizienz und Transparenz. Diese erfordern aber zeitgleich einen erhöhten IT-Aufwand. Neben einer dynamischen Steuerung können Bedarfsschwankungen auch durch eine Automatisierung des Abruf nivelliert werden.
    Die Mehrheit der Studienteilnehmer ist davon überzeugt, dass Routenzüge auch in Zukunft für die Produktionsversorgung eingesetzt werden. Dennoch sind auch Szenarien wahrscheinlich, für welche sich ein automatisierter Direkttransport, z. B. per FTF, durchsetzen wird.

    Weitere Potenziale und Handlungsbedarfe werden in der Studie umfassend aufgezeigt. Die Grundlage dafür bilden die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung mit 241 Teilnehmern aus elf verschiedenen Branchen. Die Studie kann auf der Webseite des fml kostenfrei heruntergeladen werden.

    Weiterlesen
  • 24. Oktober 2017

    Kommissionier-Art Pick-by-Robot

    Unter der Kommissionier-Art Pick-by-Robot versteht man das Kommissionieren von Waren, durchgeführt von sogenannten wahrnehmungsgesteuerten Logistikrobotern – ohne Zutun des Menschen. Wahrnehmungsgesteuerte Logistikroboter sind eine Weiterentwicklung von autonomen Systemen, die bisher Paletten (beispielsweise Europoolpalette) oder Kisten automatisiert transportieren. Da es sich um keine starren beziehungsweise fest installierten Systemroboter handelt (siehe Beispiel-Video), können komplexe manuelle Prozesse innerhalb der Intralogistik flexibel automatisiert werden (Auftragspitzen).

    In Deutschland wurde die Kommissionier-Art Pick-by-Robot erstmals 2015 auf dem Deutschen Logistik Kongress in München vorgestellt. Damals war es das Unternehmen Magazino, welches mit dem Roboter des Typs ‚TORU‘ eine völlig neue Variante des Kommissionierens vorstellte.

    Pick-by-Robot in der Praxis

    Anstelle eines Lagerarbeiters beziehungsweise Kommissionierers, der die Ware aus dem jeweiligen Lagerfach entnimmt (Pick) oder der halbautomatisierten Variante, bei der die Ware vom Lagerplatz mittels Fördermittel zum Lagerarbeiter transportiert wird, handelt es sich bei Pick-by-Robot um eine vollständig automatisierte Methode. Das Stückgut wird direkt von einem mobilen Regalroboter gegriffen. Der Roboter ist dabei mittels WLAN mit dem Lagerverwaltungssystem (WMS) oder Host (ERP-System) verbunden und bekommt von einem dieser Systeme den Kommissionier-Auftrag direkt zugespielt. In der Regel werden für einen Rundgang mehrere Picks digital zusammengestellt und selbstständig abgearbeitet.

    Beispiel TORU / TORU-Cube

    Der wahrnehmungsgesteuerten Logistikroboter TORU fährt nah an das Regal heran und greift das benötigte Objekt direkt aus dem Regal oder zieht den benötigten Karton zu sich. Dabei wird der Arbeitsschritt durch das herausfahrende Tablett unterstützt. Die aus dem Regal entnommene Ware wird anschließend innerhalb des Roboters in variablen Lagerfächern zwischengelagert (siehe Video).

     

    Muss er dagegen Ware aus einem Mischkarton entnehmen, unterstützen ihn die in den Greifarm eingebauten 2D- und 3D-Kameras. Sie scannen, auf Basis von 3D-Computer-Vision, zunächst den gesamten Regal-Inhalt und nach erfolgreichem Abgleich mit der Datenbank, dem sogenannten Matching, wird nur das gesuchte Gut aus der Kiste entnommen. Mit der drehbaren Hubsäule kann TORU Objekte in einer Höhe von zehn Zentimetern bis 209 Zentimetern erreichen. Anschließend lagert er die gepickten Objekte, wie oben bereits erwähnt, in seinem integrierten Regal zwischen und bringt die entnommenen Güter direkt zur Versand- oder zu einer Sammelstation.

    Der wahrnehmungsgesteuerte Kommissionierroboter von Magazino wird mit Kameras und Sensoren unterstützt.

    Das ausfahrbare Tablett unterstützt den Kommissionier-Roboter beim Picken seiner Aufträge. (Bild: Magazino)

    Pick-by-Robot - immer mehr Lösungen zielen auf autonome Fahrzeuge, die in der Logistik eingesetzt werden.

    Der Toru von Magazino kann mit mehreren Kommissionier-Robotern gleichzeitig arbeiten; auch der Mensch darf in seiner Nähe agieren. (Bild: Magazino)

    Wichtig: Zahlreiche Sensoren unterstützen den wahrnehmungsgesteuerten Kommissionier-Roboter dabei, parallel zum Mensch, im selben Arbeitsbereich zu arbeiten und damit eine flexible Automatisierung von, bisher manuellen, Arbeitsschritten zu gewährleisten.

    Es gibt allerdings auch Pick-by-Robot-Beispiele, bei denen die Ware automatisiert über die Fördertechnik, lagernd auf Tablaren oder Kisten, dem Roboter zugeführt wird. Der SSI Robo-Pick (siehe Video) oder der AutoPiQ von Swisslog (siehe Bild) sind dabei entweder fest installiert oder verfügen über einen mobilen Unterbau. Nachteil: Mit solchen Systemen sind zwar bis zu 2.400 Picks pro Stunde möglich, doch durch die Abhängigkeit der fest installierten Fördertechnik sind diese Kommissionier-Systeme nicht flexibel einsetzbar.

     

     

    AutoPiQ - die mobile Kommissionierstation von SwissLog. Die Ware kommt automatisch zum Roboter.

    Die mobile Kommissionier-Station AutoPiQ ist eine Möglichkeit, fest installierte Fördertechnik flexibler zu gestalten. (Bild: Presse Swisslog)

     

    Für weitere Informationen zum Thema Kommissionieren lesen Sie auch die Artikel Pick-by-Vision und Pick-by-Scan.

    Weiterlesen
  • 16. Oktober 2017

    Multicopter: Drohnen als Paketboten der Zukunft

    Warenlieferung per automatisierten oder gar autonomen Drohnen? Was man allenfalls als Vision aus Science-Fiction-Filmen kennt, könnte schon bald Alltag sein. Zumindest, wenn es nach Amazon, UPS, Mercedes Benz und DHL geht. Wo liegen dabei die Herausforderungen, was ist in Deutschland gesetzlich erlaubt – Stichwort Luftraumsicherung? Und welche logistischen Ansätze der Dienstleister sind bereits bekannt? Eine Zusammenfassung. Continue reading Multicopter: Drohnen als Paketboten der Zukunft

    Weiterlesen
  • 12. Oktober 2017

    Führungswechsel beim fml: Günthner übergibt an Fottner nach 23 Jahren

    Nach rund 23 Jahren am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München verabschiedet sich Professor Dr.-Ing. Dipl.-Wi.-Ing. Willibald A. Günthner in den wohlverdienten Ruhestand. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Festkolloquiums unter dem Titel „Wissenschaft und Wirtschaft im Dialog“ am Freitag, 6. Oktober 2017 in Garching wurde der Lehrstuhl feierlich an seinen Nachfolger Professor Dr.-Ing. Johannes Fottner übergeben. Die Festredner würdigten Günthners wissenschaftliches Wirken mit einem hohen Bezug zur Praxis.

    Willibald Günthner bei seiner Abschiedsveranstaltung

    Willibald Günthner bei seiner Abschiedsveranstaltung

    Johannes Fottner bei Amtsantritt

    Johannes Fottner nimmt symbolisch den goldenen Schlüssel des fml entgegen

    Die langjährige Karriere in der Logistik von Willibald A. Günthner begann bereits während seines Maschinenbaustudiums und der Promotion an der Technischen Universität München. 1985 wurde er Konstruktions- und Technischer Leiter für Förder- und Materialflusstechnik beim Unternehmen Max Kettner. Vier Jahre später übernahm er die Professur für Förder- und Materialflusstechnik an der Fachhochschule Regensburg, bis er 1994 dem Ruf an die Technische Universität München folgte. Dort baute er den Lehrstuhl fml zu einem der führenden Lehrstühle im Bereich des Materialflusses und der Logistik mit rund 60 Mitarbeitern aus.

    Feier zum 110-jährigen Bestehen des Lehrstuhls fml

    Gleichzeitig feierte der Lehrstuhl mit dem Festakt sein 110-jähriges Bestehen. 1907 gründete die damalige Technische Hochschule München den Lehrstuhl für Hebezeuge und Förderanlagen, der mit Professor Rudolf Krell, einem Kranbau-Experten aus der Industrie, besetzt wurde. Danach folgten die Professoren Erich vom Ende und Fritz Dreher an den Lehrstuhl. Mit der Berufung von Professor Siegfried Böttcher 1974, Günthners direktem Vorgänger, kam die Umbenennung in den „Lehrstuhl und Institut für Förderwesen“ und die Erweiterung des Fachgebietes um die Berechnung und Konstruktion von Fördergeräten.

    Bilder: fml

    Weiterlesen
  • 10. Oktober 2017

    Kommissionier-Art Pick-by-Scan (auch Pick-by-MDE)

    Bei der Kommissionier-Art Pick-by-Scan handelt es sich um eine beleglose Kommissionierung, die mittels mobilem Datenerfassungsgerät, kurz MDE, unterstützt wird. Dabei ersetzt das MDE die klassische Kommissionier-Liste in Papierform. Zum Einsatz kommen hierfür mobile Handheld-Computer, mit integriertem 1D- oder 2D-Barcodescanner, die den Mitarbeiter Schritt für Schritt durch die einzelnen Pick-Positionen führen. Continue reading Kommissionier-Art Pick-by-Scan (auch Pick-by-MDE)

    Weiterlesen
  • 2. Oktober 2017

    Wie kann Schwarmintelligenz funktionieren?

    Zahlreiche Experimente aus der interdisziplinären Schwarmforschung zeigen eindrucksvoll wie ein Schwarm funktioniert, übrigens auch mit den von den Autoren (Ernst Kurzmann und Johannes-Paul Fladerer) betriebenen Ameisenlaboren im Rahmen von Live-Experimenten für die Führungskräfteentwicklung von Erwerbsunternehmen, Non-Profit-Organisationen und Leistungsnetzwerken. Übertragen auf die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte von heute, lassen sich, inspiriert durch die imposanten Leistungen von Schwärmen, mitunter auch von Tier- und Menschenschwärmen einige wesentliche Voraussetzungen zur „Generierung“ von Schwarmintelligenz herauskristallisieren.

    Jüngere Forschungen aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen – Biologie, Informatik, Robotik, Logistik, Supply Chain Management, Sozialpsychologie, Managementtheorie, BWL und Soziologie – haben zahlreiche – erfolgskritische – Voraussetzungen zutage gefördert, wobei einige – gerade zu Beginn der Beschäftigung mit Schwarmintelligenz – von besonderem Interesse sind.

    Motivation und Freiwilligkeit

    Schwarmintelligenz setzt für das Individuum einen Anreiz voraus, wenn der jeweilige Beteiligte nicht gerade glücklicherweise intrinsisch motiviert ist. Beteiligte können nicht nur Mitarbeiter, sondern alle Stakeholder einer Liefer- und Leistungskette (Supply Chain) sein. Somit sind Kunden, Lieferanten, Dienstleister, Partner oder Unterlieferanten zu den Stakeholdern zu rechnen. Wie wir aus unserer eigenen beruflichen Erfahrung wissen, ist intrinsische Motivation und Freiwilligkeit nicht bei allen Beteiligten gegeben und daher benötigt man häufig extrinsische Anreize, die sich nicht nur in monetären Gegenleistungen zeigen müssen. Stimuli können somit in der Praxis durch verschiedenste Netzwerkvorteile für den Einzelnen entstehen.

    Unabhängigkeit und Konstruktiver Non-Konformismus

    Sie zeigt sich in den Meinungen, Überlegungen, Einschätzungen, Beurteilungen oder Entscheidungen der Beteiligten. Unabhängigkeit kann durch möglichst geringe Abhängigkeit von den Meinungen und Entscheidungen anderer besser beschrieben und verständlich gemacht werden. Selbstverständlich wissen wir, wie schwierig es ist, dass beispielsweise Mitarbeiter eines Unternehmens unabhängig von dem Verhalten anderer sein können. Daher sind, wenn man kollektive Mehrwerte generieren möchte, gerade jene Spielregeln zu schaffen, dass dies im weiten Maße gewährleistet ist. Unabhängigkeit kann unter anderem auch durch Konstruktiven Non-Konformismus (Prof. Francesca Gino, Harvard Business School) beispielsweise des jeweiligen Mitarbeiters zum Ausdruck kommen. Hingegen stellt überzogener Konformismus von Gruppen- und Team-Mitgliedern eine echte Hürde für das Entstehen von kollektiven Mehrwerten und damit für die Erfolge von Schwarmintelligenz dar, wohlwissend wie sehr ein Mindestmaß an Konformismus zum Gruppenzusammenhalt (Gruppenkohäsion) erforderlich ist. Unabhängigkeit bedeutet insbesondere, dass der Gruppendruck nicht dazu führt, dass der Einzelne auf seine eigene Meinung und sein eigenes Urteil verzichtet um mit der Gruppe in Harmonie zu leben.

    Diversität

    Es ist die Vielfalt der Einzelnen bezüglich Talente, Erfahrungen, Wissen, Fertigkeiten, Sichtweisen, Ausbildungen aber auch in vielen Fällen aufgrund sozialer Herkunft, Alter und Geschlecht. Die Vielfalt der Einzelnen eines Systems stellt eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Entstehen von kollektiver Intelligenz, das wir – mehr oder wenig – synonym für Schwarmintelligenz verwenden, dar. Zahllose empirische Studien aus der Schwarmforschung und der Managementpraxis bestätigen die Macht und Weisheit der Vielfalt von Kollektiven, Gruppen und Teams. Diese Vielfalt als einen positiven und konstruktiven Wertbeitrag im Rahmen von Logistik- und Lieferketten zu erkennen, ist eine absolute Grundvoraussetzung zum Gelingen von Schwarmleistungen, sprich Leistungen durch das Kollektiv (also die Gesamtheit der Lieferketten-Beteiligten). Vielfach wird jedoch Vielfalt bzw. Diversität als eine Hürde von Fach- und Führungskräften mental wahrgenommen. Es gilt somit diese Barriere abzubauen indem nicht nur die wissenschaftlichen Ergebnisse von zahllosen Studien kommuniziert werden, sondern auch und vor allem durch das Management der Wert der Diversität vorgelebt wird. Ein durchaus herausforderndes Unterfangen, wie wir aus eigener Consultingtätigkeit wissen.

    Dezentrales Wissen und Verstreutes Wissen

    Wissen über die (nur) jene Beteiligte oder Mitarbeiter im Besonderen verfügen, die konkret vor Ort tätig sind, die also über Vorort-Wissen verfügen, das möglicherweise nirgends in Unternehmungen gespeichert oder lokalisierbar ist. Das verstreute Wissen ist typischerweise fragmentiertes Wissen, das in vielen Fällen zudem nur implizit in den Köpfen der Einzelnen einer Organisation vorhanden ist. Implizites Wissen ist in den Organisationen zwar grundsätzlich vorhanden, aber die einzelnen Beteiligten wissen in der Regel nicht, dass sie überhaupt darüber verfügen. Implizites Wissen spielt bei kollektiven Leistungen eines Unternehmens oder auch eines Ordnungssystems wie der Marktwirtschaft eine eminente Rolle. Dezentrales Wissen ist somit verstreutes Vorort-Wissen und stellt vielfach implizites Teilwissen Einzelner eines größeren Ganzen dar.

    Vernetzung Vieler (Kommunikation)

    Je größer die Anzahl der Einzelindividuen, umso größer die Möglichkeiten und Chancen zur Erzeugung eines leistungsfähigen Schwarmergebnisses. Dieser Effekt kann unter anderem durch das Gesetz der großen Zahlen zum Teil erklärt werden. Das Zusammenwirken vieler wird durch Interaktion im weiten Sinn des Begriffes bewirkt und verstärkt. Eines der wichtigsten Werkzeuge hierfür stellt die Kommunikation mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationsmittel (IuK-Technologien) dar, wobei die jeweilige Technologie nicht unbedingt initialisierend, sondern nur verstärkend wirkt. Die berühmtesten Beispiele hierfür sind mit Sicherheit das Internet und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten internetbasierter Technologien.

    (In einem separaten Artikel wird auf die indirekte Kommunikation, genannt Stigmergie, näher eingegangen, die übrigens von den Leistungen von Ameisen und Termiten „abgeschaut“ wurde).

    Keine zentrale Steuerung/ Heterarchie

    Werden die Prozesse „zentral“ gelenkt, beeinflusst das die Teilnehmer. Die Initiatoren dürfen sich erst bei der Auswertung der Ergebnisse wieder einklinken. Schwarmintelligenz setzt in der Regel auf heterarchische Organisation der Gruppenmitglieder. Heterarchie steht für ein Organisationssystem, in dem die einzelnen Organisationsmitglieder in keinem Über- und Unterordnungsverhältnis stehen, sondern formell gleichberechtigt nebeneinander. Heterarchie steht häufig stellvertretend für Selbststeuerung und Selbstbestimmung. Die Entscheidungen sind also nicht von oben zu fällen, sondern werden bottom-up „gefällt“. Die Schwarmmitglieder müssen in ihren Aktionen, Interaktionen und ihrer Kommunikation auf gleicher Augenhöhe agieren. Der Schwarm wird nicht hierarchisch geführt, sondern führt sich im besten Sinn des Wortes selbst, dezentral und von unten, gegenseitig und wechselseitig. Netzwerkorganisationen sind ebenso häufig heterarchisch gesteuert wie echtes Teamworking, bei dem auch der Teamleiter in letzter Konsequenz nicht den „normalen“ Teammitgliedern übergeordnet sein darf.

    Aggregation (Verdichtung der genannten Voraussetzungen)

    Die schließliche Aggregation aller motivierten, unabhängigen, diversen, dezentralen und kommunizierenden Einzelleistungen zu einer Gesamtleistung des Schwarms ist eine besondere Herausforderung im Rahmen der „Generierung“ von Schwarmintelligenz, da die jeweiligen Anwendungsfälle nicht nur mit verschiedenen „Zusammenfassungen“ ausgewertet werden können. Die Verdichtung vieler fragmentierter Einzelleistungen in Form von Teilwissen reicht von manchmal einfacher Mittelwertbildung bis hin zu sehr komplexen Aggregationsverfahren, wie das aus Sicht der Autoren beispielsweise das freie Spiel von Angebot und Nachfrage auf einem freien Markt wie der Frachtenbörse geschieht: Der Markt aggregiert sozusagen die vielen „Einzelinformationen“ zu einem Marktpreis und kommuniziert diese wiederum zurück an die Individuen, die sich ihrerseits wiederum in ihrem Verhalten verändern.

    Um die angeführten Voraussetzungen für das Generieren von schwarmintelligenten Phänomenen auch praktisch zu unterstreichen, soll in einem weiteren Artikel auf faszinierende Anwendungen in Logistik und Supply Chain Management von renommierten Unternehmungen eingegangen werden.

    Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag Logistikmanagement und Schwarmintelligenz – Führen durch Ergebniserwartung.

    Bildquelle: mihajov, Lizenz CC0

    Weiterlesen
  • 25. September 2017

    Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Industrie

    Die Mensch-Maschine-Schnittstelle stellt die analoge oder digitale Interaktions-Schnittstelle zwischen einer Person, also einem Anwender, und einer Maschine dar. Sie ist ein Teil der Mensch-Maschine-Kommunikation (auch Mensch-Maschine-Interaktion). In einfachster Form kann diese Schnittstelle ein simpler Ein-Aus-Schalter sein, in einer ausgeprägten Form die Softwareoberfläche eines unternehmensweiten IT-Systems. Mit wachsender Digitalisierung in allen Lebensbereichen, speziell auch in der Industrie, gewinnt die Schnittstelle zur Technik und deren einfache Bedienbarkeit zunehmend an Bedeutung.

    Die Prozesse in industriellen Software-Systemen sind sehr komplex geworden. Industrie 4.0, die digitale Vernetzung der gesamten Supply-Chain und der Einsatz cyber-physischer Systeme in der Produktion führen zu einer Hochtechnisierung einstig manueller Arbeitsfelder. Für den Mitarbeiter im operativen Geschäft bedeutet dies auch, dass er sich in digitalen Arbeitswelten zurechtfinden muss. Logischerweise wäre es viel zu aufwändig, dass er sich zur einfachen Bedienung einer Maschine in den Programm-Code und die Programmiersprache des zugrunde liegenden Systems einarbeiten muss. Deshalb gibt es visuelle und audio-gestützte Dialogsysteme, die eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine bilden.

    Graphical User Interfaces (GUI)

    In der Industrie ist eine weit verbreitete Form der Nutzerinteraktion mit einem IT-System die Kommunikation über grafisch visualisierte Software-Oberflächen, sogenannte Graphical User Interfaces (GUI). Da der Mensch nicht direkt in der Sprache des IT-Systems interagieren kann, werden alle Informationen für die jeweilige andere Seite in deren verständliche Sprache übersetzt (codiert oder decodiert). Im Hintergrund ereignen sich, für den Benutzer nicht sichtbar, umfangreiche Rechenoperationen und Datenbankabfragen. Die Ergebnisse dieser Rechenprozesse sind schließlich als visuelle Informationen für den Anwender im Dialog sichtbar. Der Mitarbeiter kann darauf reagieren bzw. mit dem System interagieren. Diese Nutzerdialoge können dem Anwender über unterschiedliche Endgeräte wie PCs, stationäre Terminals, Smartphones, Tablets, mobile Industrie-Terminals oder Datenbrillen zur Verfügung gestellt werden. Für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, dass alle Vorgänge und Daten, die für einen Systemprozess von Nöten sind, vollständig erfasst werden. Dies geschieht teilweise automatisiert, teilweise muss der Nutzer Daten manuell zur Verfügung stellen.

    Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Intralogistik

    In der Intralogistik gibt es an verschiedenen Punkten Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Essenzielle Kommunikationspunkte sind der Logistik-Leitstand und die Kommissionierung.

    Schnittstelle: Lager-Leitstand

    Der Leitstand ist vereinfacht betrachtet die Einsatzzentrale eines Distributionszentrums – hier laufen alle Informationen über Durchsatz, Personaleinsatz, Kennzahlen, Anlagenzustände und auftretende Probleme zusammen. Das Monitoring findet über PC, Tablet oder Smartphone statt, die Informationen werden dem verantwortlichen Mitarbeiter grafisch aufbereitet, so dass er einen schnellen Überblick bekommt. Wenn Bedarf besteht, kann er mit dem Lagerverwaltungssystem interagieren und eine Feinjustierung des Prozesses vornehmen. Im Hintergrund wird von der Maschine eine große Datenmenge verarbeitet, die Aktionen des Menschen sind am Leitstand im besten Falle gering.

    Schnittstelle: Kommissionierung

    Der Geschäftsprozess Kommissionierung ist vermutlich der Bereich im Lager, der die ausgeprägteste Mensch-Maschine-Kommunikation in beide Richtungen aufweist. Denn zum einen bekommt der Kommissionierer Informationen über die Pickaufträge vom Warehouse Management System zur Verfügung gestellt, zum anderen meldet er kontinuierlich den Status seines Rundganges, Fehlmengen und die Quittierung von abgeschlossenen Picks an das System zurück. Zudem ist die Kommissionierung in der Regel der Bereich im Lager mit dem höchsten Personalaufkommen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Effizienz und Genauigkeit hier immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden und kontinuierlich neue Technologien und Prozesse zum Einsatz kommen.

    Visuell über Displays (Pick-by-MDE)

    Das gängigste Kommissionierverfahren in Distributionszentren ist eine benutzergeführte Kommissionierung über ein mobiles Endgerät. Dies ist in der Regel ein mobiles Datenerfassungsgerät (MDE) nach Industriestandard, das sowohl über ein Display (Datenausgabe), als auch über einen Scanner und verschiedene Tasten verfügt (Dateneingabe). Der Kommissionierer wird über Anweisungen auf dem Display geführt und bestätigt die Auftragserfüllung per Scan oder über eine manuelle Eingabe am Gerät. Über WLAN ist das MDE direkt mit dem IT-System verbunden. Neben MDEs kommen zunehmend auch Smartphones und Tablets in der Industrie zum Einsatz.

    Visuell über Lichtsignale (Pick-by-Light)

    Bei der Pick-by-Light-Kommissionierung bekommt der Mitarbeiter die Kommissionieranweisung über Signallampen und Ziffernanzeigen, die am entsprechenden Regalfach angebracht sind. Die Entnahme quittiert er manuell über einen Taster oder automatisiert über Sensoren.

    Visuell über Head-mounted Displays (Pick-by-Vision)

    Pick-by-Vision ist eine Kommissionierform, die sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befindet. Über eine Datenbrille werden dem Kommissionierer die Informationen zum Pickauftrag direkt in sein Sichtfeld projiziert. Je nach Ausprägung dieser Augmented-Reality-Lösungen kann auch eine Navigationsunterstützung erfolgen. Der Mitarbeiter interagiert mit dem System entweder über Tasten an Brille oder Zusatzgerät, über Sprache oder über Gesten, die von einer in der Brille integrierten Kamera erfasst werden.

    Akustisch über Sprachanweisungen (Pick-by-Voice)

    In der Pick-by-Voice-Kommissionierung wird der Kommissionierer über Sprachanweisungen gesteuert. Er trägt entweder Kopfhörer oder eine spezielle Weste mit integrierten Lautsprechern, über die er Position und Entnahmemenge der Pickteile angesagt bekommt. Er bestätigt die Entnahme entweder ebenfalls über einen Sprachbefehl oder über Tasten einer zugehörigen Hardware.

    Weitere Informationen zum Umgang mit Daten in der Intralogistik finden Sie in dem Beitrag Smart Data.

    Teaserbild: geralt

    Weiterlesen
  • 21. September 2017

    „Fraunhofer Mobility Infusion“ am 21. November 2017 in Frankfurt

    „Intelligent vernetzt – Wo geht die Reise hin?“ und „Autonomes Fahren in der vernetzten Mobilität“ – das sind die Themen der »Fraunhofer Mobility Infusion« auf der Hypermotion, der neuen Fachmesse zur Digitalisierung intelligenter Verkehrssysteme, die vom 20. bis 22. November 2017 in Frankfurt am Main stattfindet. In der Fachkonferenz der Fraunhofer-Allianz Verkehr, die vom Fraunhofer IML federführend organisiert wird, geht es um Fragen zur Zukunft der vernetzten Mobilität und um aktuelle Themen wie Intermodalität, Multimodalität und autonomes Fahren. Experten und Manager u. a. von Fraunhofer, Google, Uber, Volkswagen und der Hamburger Hochbahn geben spannende Impulse und Ausblicke auf die Mobilität der Zukunft.

    Neues Verständnis von Mobilität gefragt

    „Die Grenzen zwischen Individualverkehr und öffentlichem Verkehr verschwimmen zunehmend. Wir brauchen ein neues Verständnis von Mobilität und müssen neue Lösungen entwickeln, um zukunftsfähig zu sein. Die Fraunhofer Mobility Infusion bringt Experten aus relevanten Bereichen zusammen, um diesen Prozess zu diskutieren und Anregungen für neue Lösungsansätze zu geben“, sagt Wolfgang Inninger, Leiter des Projektzentrums Verkehr, Mobilität und Umwelt am Fraunhofer IML. Dr. Claus Doll, Leiter des Geschäftsfelds Mobilität am Fraunhofer ISI, ergänzt: „Neue Mobilität ist ein Spiegel des grundlegenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels, den wir in allen Lebensbereichen erwarten müssen. Um diesen Wandel für alle gut zu gestalten, brauchen wir das Zusammenspiel aus innovativen Konzepten und einem starken Leitbild nachhaltiger Mobilitäts- und Lebenswelten.“

    Welche Rolle spielt das autonome Fahren in der vernetzten Mobilität und wie greifen neue Geschäftsmodelle und Technologien ineinander? Das möchten wir mit unseren Teilnehmern – gerne auch kontrovers – diskutieren. In der Podiumsdiskussion ist deshalb ein Publikumsplatz reserviert, der vor Ort unter allen Interessierten verlost wird.

    Die Fraunhofer-Allianz Verkehr ist zudem mit einem Messetand in Halle 5.1, Stand D22 vertreten.

    Teaserbild: geralt / Lizenz: CC0

    Weiterlesen
  • 18. September 2017

    Kanban und Schwarmintelligenz auf Führungsebene

    Im produzierenden Gewerbe und in der Industrie hat sich ein Versorgungskonzept namens Kanban (jap. für Karte bzw. Schild), erfunden und entwickelt von Taichi Ohno in den Toyota Werken der 50er Jahre, weltweit durchgesetzt. Das Kanban-Prinzip setzt, wie auch die Schwarmintelligenz, auf dezentrale Steuerung der Prozesse und Prozessketten. Analytisch betrachtet geht die Initialsteuerung vom Endkunden der Prozesskette aus, der durch das Pull-Prinzip letztlich – bei konsequenter Durchdringung der industriellen Produktionskette – die Produktion anstößt. Continue reading Kanban und Schwarmintelligenz auf Führungsebene

    Weiterlesen
  • 13. September 2017

    Gewinner des 1. Digital Logistics Awards gekürt

    Das angehende Fraunhofer Spin-off MotionMiners hat beim ersten Digital Logistics Award in einem starken Konkurrenzumfeld Platz 1 belegt. Die Teilnehmer des „Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche“ setzten die Dortmunder gestern nach einer spannenden Pitch-Session mit sieben weiteren Finalisten an die Spitze des Wettbewerbs. Die Kurzpräsentation des Digital-Teams, das eine Lösung zur automatischen Aufnahme und Analyse von industriellen Arbeitsprozessen entwickelt hat, überzeugte das Publikum am meisten. „Der Preis ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Arbeit“, bedankten sich die Gründer Sascha Kaczmarek, Sascha Feldhorst und René Grzeszick bei der Preisverleihung während der traditionellen Abendveranstaltung des Zukunftskongress Dortmund in Schwerte bei den Anwesenden. Gastgeber des Abends war der Digital.Hub Logistics in Dortmund, der den Preis auch ausgelobt hatte. Mit dem Preisgeld und der Unterstützung durch Fraunhofer Venture wollen die MotionMiners einen neuen Geschäftsbereich weiter ausbauen: „Aktuell arbeiten wir an einer Art Messkoffer für Unternehmen, der unsere Hardware und Software bzw. die damit verbundene Softwarelizenz beinhaltet. Prozessmanager in Unternehmen oder Berater können Messungen so eigenständig durchführen“, freute sich Co-Founder Sascha Kaczmarek.

    Platz zwei beim Digital Logistics Award belegte das junge Unternehmen Wingcopter aus Darmstadt mit seiner hybriden Hochgeschwindigkeitsdrohne: „Bei Lieferdrohnen denken viele heute zuerst an die Pizzalieferung aus der Luft. Unser Ansatz ist ein anderer: Wir wollen mit Drohnen-Logistik Leben retten. Deshalb bereiten wir aktuell ein Hilfsprojekt in Afrika vor, in dem unsere Wingcopter Medikamente, Blutkonserven und Impfstoffe in abgelegene Regionen transportieren, die mit üblichen Fahrzeugen nur schwer erreichbar sind. Die Auszeichnung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Tom Plümmer, Founder & CEO von Wingcopter.

    Beim Kampf um den dritten Platz hatten sich gleich mehrere Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Letztlich ging die Auszeichnung an die Münchner „Mitfahrzentrale für Fracht“ LoadFox: „Spediteure und Frachtführer, deren Tourenplanung bisher sehr aufwändig war, nutzen mit Begeisterung unsere webbasierte Plattform. Damit wir die Logistik weiterhin Tag für Tag ein bisschen besser machen können, wollen wir mit dem Preis in weitere User-Tests bei unseren Kunden vor Ort investieren. Denn dabei erfahren wir, welche Probleme wir noch lösen können und müssen“, erklärte Sebastian Sorger, Chief Commercial Officer von LoadFox.

    Digital Logistics Award: Digitalisierung in der Logistik ist keine Zukunftsmusik

    Eine mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft prominent besetzte Jury hatte im Vorfeld des Pitches die schwierige Aufgabe, aus insgesamt 39 Bewerbungen acht Finalisten zu bestimmen, die ihre Lösung auf dem Zukunftskongress Logistik präsentieren konnten. Zu den Bewertungskriterien der Jury gehörten der Neuigkeitsgrad der Lösung sowie deren Marktpotenzial und der Kundennutzen. Auch das Publikum auf dem Zukunftskongress war bei der Vergabe seiner Stimmen dazu aufgefordert, diese Maßstäbe anzulegen. „Jedes der Digital-Teams hätte es verdient zu gewinnen“, so das Fazit von Thorsten Hülsmann, Mitglied des Management Teams des Digital.Hub Logistics. „Denn alle haben gezeigt, dass sie bei der Digitalisierung der Logistik aufs Tempo drücken und dass die Digitalisierung in der Logistik keine Zukunftsmusik ist.“ Insgesamt wurden mehr als 25.000 Euro an Preisgeldern und Sachleistungen – gesponsort von duisport, EffizienzCluster LogistikRuhr, Deutsche Bank und Fraunhofer Venture – vergeben.

    Der Digital-Logistics-Award wurde auf der Veranstaltung Digital.Hub Logistic an das Team MotionMiners verliehen.

    Digital-Logistics-Award Platz 1
    (v. l.): Die MotionMiners René Knepper, Sascha Kaczmarek, Sascha Feldhorst, René Grzeszick.

    Auf der Veranstaltung Digital.Hub Logistic ging der 2. Platz des Digital Logistics Award an das Unternehmen Wingcopter.

    Digital-Logistics-Award Platz 2
    (v. l.): Wingcopter mit CEO Tim Plümmer und COO Ansgar Kadura

    Der dritte Platz des Digital-Logistics-Awards ging an das Start-Up Loadfox.

    Digital-Logistics-Award Platz 3
    (v. l.): Loadfox mit Chief Commercial Officer Sebastian Sorger und Leiterin Marketing Katharina Reimann.

    Bildquelle: Fraunhofer IML

    Weiterlesen
  • 13. September 2017

    Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche: Social Networked Industry

    In der Social Networked Industry werden Menschen und Maschinen in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Doch welche Weichen müssen Wissenschaft und Wirtschaft stellen, damit Mensch und Maschine zum Team werden? Mehr als 550 Teilnehmer gingen dieser Frage auf dem ‚Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche‘ am 12. und 13. September 2017 auf den Grund.

    Unter dem Motto ‚Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0‘ stand die Welt nach der vierten industriellen Revolution im Fokus der zwei Veranstaltungstage. Bereits zum 35. Mal richtete die Logistikbranche damit beim vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem EffizienzCluster LogistikRuhr veranstalteten Kongress den Blick auf Technologien und Geschäftsmodelle, die die Zukunft prägen werden. Besondere Bedeutung kam dabei der Devise „Machen macht’s möglich“ zu. Nachdem der Kongress im vergangenen Jahr unter dem Motto „Einfach machen“ an die Teilnehmer appellierte, Innovationen im Sinne einer Fast-Failure-Kultur möglichst schnell umzusetzen und auszutesten, demonstrierte die Veranstaltung nun, welch großes Innovationspotenzial eine solche Kultur hervorbringen kann – mit Start-ups, die in einem Wettbewerb ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vorstellten und einer Sequenz am zweiten Kongresstag, in der die Teilnehmer insgesamt 14 Entwicklungen aus dem Fraunhofer IML selbst hautnah erleben konnten.

    Zukunftskongress Logistik: Auch Blockchain war Thema

    Rund um die Themen Technologie, Dienstleistung und das Trendthema Blockchain diskutierte das ‚ZukunftsPlenum‘ am ersten Kongresstag Strategien für die digitale Transformation der Logistikbranche. In seinem Eröffnungsvortrag zeichnete Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, ein Bild der Social Networked Industry. In dieser gehe es nicht darum, neue Technik, sondern eine neue Welt zu schaffen. „Unser Zukunftsbild Social Networked Industry steht für den Einsatz neuer Technologien in einer Welt, in der Menschen und Maschinen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wir müssen diese Welt aktiv gestalten. Wenn wir uns weiter nur damit beschäftigen, diese Welt zu regulieren und zu verwalten, verlieren wir das wichtigste Ziel aus den Augen: Menschen dürfen nicht zum Störfaktor einer hochautomatisierten Logistik werden, sondern zum Kopf einer Social Networked Industry“, so ten Hompel.

    Podium beim Zukunftskongress 2017

    Podium beim Zukunftskongress 2017

    Die Vortragsreihe der Wirtschaftsvertreter eröffnet im Anschluss Dr. Christoph Beumer, Chairman und CEO der BEUMER Group, mit Einblicken in die Digitalisierungsstrategie eines Mittelständlers. Das Zukunftsplenum wartete zudem mit einem Novum auf: Im Rahmen einer Pitch-Session kämpfte eine Auswahl von Start-ups und Start-ins um den ‚Digital Logistics Award‚. Die Gründerteams stellten ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vor; den Sieger kürte das Plenum mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Die besten drei Teams wurden auf der Abendveranstaltung des Digital Hub Logistics mit attraktiven Preisen geehrt. Im Anschluss an das Tagesprogramm bot das Fraunhofer IML in diesem Jahr einen Einblick in die aktuelle Forschung des Instituts: Mit autonomen Fahrzeugen, der Erfassung von Bewegungsdaten via Motion-Capture-Technologie und Laserprojektionen präsentierten die Wissenschaftler im ersten Teil des neuen ‚Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik‘ ein Zusammenspiel von Technologien, die in der Social Networked Industry selbstverständlich sein werden.

    Am zweiten Kongresstag, 13. September, widmete sich das Fraunhofer-Symposium ‚Social Networked Industry‘ dann in fünf parallelen Sequenzen der Frage, welche Schritte in Richtung Social Networked Industry in der Praxis schon gemacht sind und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Wirtschaft dabei noch stehen. Auch der zweite Tag brachte dabei eine Neuerung mit sich: Erstmalig setzte sich eine der fünf Sequenzen nicht aus Vorträgen und Podiumsdiskussionen zusammen; stattdessen konnten die Kongressteilnehmer in der »Digital Sandbox« auf Erkundungstour gehen. An insgesamt 14 Stationen mit realen Anwendungsfällen zeigten Wissenschaftler den Teilnehmern, wie Mensch und Technik als Partner einer Logistik von morgen interagieren – von interaktiven Ladungsträgern über Augmented Reality und Drohnen bis zur physisch erlebbaren Blockchain.

    Weitere Informationen: http://www.zukunftskongress-logistik.de/

    Bildquelle: Fraunhofer IML

    Weiterlesen
  • 12. September 2017

    Die Kommissionier-Art Pick-by-Vision

    Bei Pick-by-Vision handelt es sich um ein Kommissionier-Verfahren, bei der ein Kommissionierer mit Hilfe Datenbrille und kontextbezogenen Informationen Artikel beziehungsweise Güter für Kunden- oder Produktionsaufträge zusammenstellt. Die Datenbrille, auch Smartglasses genannt, versorgt den Mitarbeiter auf seinem Rundgang nicht nur kontinuierlich mit Informationen zum jeweiligen Auftrag; die Brille zeigt dem Kommissionierer auch, in welchem Regal oder auf welcher Palette sich ein Artikel befindet. Zudem kann, in Abhängigkeit der Software, der kürzeste und somit effizienteste Weg zum Lagerort angezeigt werden. In der Regel wird die Position des jeweiligen Mitarbeiters durch ein Trackingsystem dauerhaft erfasst. Continue reading Die Kommissionier-Art Pick-by-Vision

    Weiterlesen
  • 7. September 2017

    Fraunhofer IML: Startups treffen Forschungsministerin

    Was können die Drohnen der Zukunft und wie lassen sich Arbeitsbedingungen durch künstliche Intelligenz verbessern? Zwei Start-ups des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML und Stippvisiten im Virtual-Reality-Lab des Instituts und einem neuen Forschungszentrum der Technischen Universität Dortmund standen beim Besuch der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und MdB Steffen Kanitz am 7. September 2017 ganz oben auf der Agenda.

    Im Austausch mit Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, informiert sich Bundesforschungsministerin Johanna Wanka regelmäßig über aktuelle Themen aus der Dortmunder Forschungshochburg, wo das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit Jahren zahlreiche Projekte unterstützt. Nun reiste die Ministerin ins Ruhrgebiet, um sich direkt vor Ort ein Bild vom Stand der Logistikforschung zu verschaffen. Besonderes Interesse galt dabei den zwei Gründungsinitiativen ‚MotionMiners‘ und »doks. innovation«.

    Während sich ‚doks. innovation‘ mit der Weiterentwicklung von Drohnentechnologie beschäftigt, hat ‚MotionMiners‘ ein Verfahren zur automatischen Prozessanalyse entwickelt, das die Arbeitsbedingungen von Mitarbeitern in Unternehmen verbessert. Erst kürzlich hatte die Initiative ‚MotionMiners‘ den Zuschlag für den ‚EXIST-Forschungstransfer‘ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erhalten. Das Förderprogramm unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwendigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Ziel ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern.

    „Dortmund ist dank der Unterstützung des BMBFs der Top-Standort für die Logistikforschung und ein Innovationsraum von europäischem Rang. Wir wissen, wie Strukturwandel funktioniert. Das gilt für den digitalen Wandel in der Logistik genauso wie für die klassischen Industrien. So ist ein bemerkenswerter Innovationsstandort für Startups entstanden, die den anpackenden und weltoffenen Konsens zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in unserer Region sehr zu schätzen wissen“, betont ten Hompel.

    „Erfolgreiche Gründungsinitiativen sind eine Bestätigung unserer Forschungsprogramme und untermauern, wie wichtig die angewandte Logistikforschung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist“, erklärte Bundesforschungsministerin Wanka im Rahmen ihres Besuchs.

    Startups treffen Forschungsministerin Wanka im Fraunhofer IML

    Startups treffen Forschungsministerin Wanka im Fraunhofer IML

    Wanka informierte sich zudem über den Stand der Grundlagenforschung im ‚Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik‘, einem vom BMBF mit 10 Millionen Euro geförderten gemeinsamen Projekt des Fraunhofer IML und der Technischen Universität Dortmund. In dem Labor werden Technologien für die Zusammenarbeit von Menschen und Technik in Logistikberufen erforscht. Eine Besonderheit ist seine Zweiteilung in ein Forschungs- und ein Anwendungszentrum. Die Wissenschaftler des Forschungszentrums gaben einen Einblick, wie neueste Technologien in der Logistik von morgen zusammenwirken und so den Arbeitsplatz der Zukunft prägen – von autonomen Fahrzeugen über Laserprojektionen und der Erfassung von Bewegungsdaten via Motion-Capture-Technologie bis zum Drohnenschwarm. Die einzigartige Forschungsinitiative soll die digitale Vorreiterrolle des Standorts Dortmund in Dienstleistung und Logistik weiter stärken. „Ich freue mich, dass Frau Ministerin Wanka meiner Einladung nach Dortmund gefolgt ist. Das Fraunhofer IML unter Leitung von Prof. ten Hompel ist ein herausragendes Beispiel für den Forschungsstandort Dortmund und darüber hinaus“, so MdB Kanitz.

    Auch eine Stippvisite der Ministerin im Virtual-Reality-Lab des Fraunhofer IML stand auf dem Programm. Dort wird die Integration von Industrie-4.0-Technologien in Unternehmensprozesse erforscht.

    Weitere Informationen zu den Startup-Initiativen:

    http://www.motionminers.com/

    https://www.doks-innovation.com/

     

    Bilder: Fraunhofer IML

    Weiterlesen
  • 5. September 2017

    In einer Woche startet der ‚Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche‘

    Am 12. und 13. September 2017 trifft sich die Logistikbranche wieder in Dortmund, um auf dem vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem EffizienzCluster LogistikRuhr veranstalteten »Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche« Fragen zur Zukunft der Logistik zu diskutieren. Leitthema ist in diesem Jahr »Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0«. In der Social Networked Industry werden Menschen und Maschinen in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Rund um die Themenschwerpunkte »Technologie«, »Dienstleistung« und »Blockchain« soll der Kongress die Frage beantworten, welche Weichen Wissenschaft und Wirtschaft stellen müssen, damit Mensch und Maschine künftig zum Team werden.

    Am ersten Kongresstag kommt es neben dem Vortragsprogramm auch zu einem Wettbewerb von Start-up-Unternehmen, die dem Publikum ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vorstellen. Den Sieger, der den mit Preisgeld dotierten »Digital Logistics Award« erhält, kürt das Publikum mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Außerdem bietet das Fraunhofer IML am Nachmittag eine Besichtigung einer neugestalteten und mit neuen Technologien ausgerüsteten Forschungshalle an.

    Zukunftskongress Logistik: Social Networked Industry im Fokus

    Am zweiten Kongresstag widmet sich das Fraunhofer-Symposium »Social Networked Industry« dann in verschiedenen Sequenzen der Frage, welche Schritte in Richtung Social Networked Industry in der Praxis schon gemacht sind und vor welchen Herausforderungen die beteiligten Akteure noch stehen. »Krankenhaus 4.0«, »Transportlogistik 4.0«, »Supply Chain und Produktionsmanagement 2025«, »Digital Sandbox« und »Innovative KLT-Lösungen« sind die Themenschwerpunkte der Sequenzen.

    Logo Zunkunftskongress Logistik

     

    Weitere Informationen zum Kongress: http://www.zukunftskongress-logistik.de/

    Weiterlesen
  • 4. September 2017

    Logistikmanagement und Schwarmintelligenz – Führen durch Ergebniserwartung

    Inspiriert von den bemerkenswerten Kollektivleistungen der Ameisen (vgl. Ameisenalgorithmus), können wir uns einige grundlegende Erkenntnisse für die Führungspraxis konkret zu Nutze machen: Prima Vista könnte man davon überzeugt sein, dass die einzelne Ameise einer starren Handlungsanweisung durch das Kollektiv folgt: „Geh´ auf Futtersuche, indem Du immer den intensiveren Pheromonen folgst.“ Dieser Auftrag enthält keine Freiheitsgrade und man könnte nun fälschlicherweise geneigt sein, daraus zu folgern, dass die einzelne Ameise keinen Spielraum in ihrer konkreten Nahrungssuche hat.

    Der gedankliche Irrtum, der sich hier einschleicht, besteht darin, dass der Handlungsauftrag durch den Schwarm jedoch korrekterweise lautet: „Geh auf effiziente – verschwendungsfreie – Futtersuche“! Aber wie soll die Ameise, mit ihren beschränkten kognitiven Fähigkeiten, das übergeordnete Ziel verstehen? Das muss sie nicht! Der Handlungsauftrag lautet korrekterweise so, dass die Ameise dies mit ihren einfachen kognitiven und sinnlichen Fähigkeiten auch ausführen kann: Intensiveren Duftspuren häufiger zu folgen, als weniger intensiveren. In genau diesem Begriff „häufiger“ steckt der entscheidende Freiheitsgrad für die Ameise. Sie muss nicht immer der intensiveren Pheromonspur folgen, sie kann auch abweichen. Niemand schreibt der Ameise vor, welchen Weg sie zu einer konkreten Zeit an einem konkreten Ort einzuschlagen hat. Die Handlungsanweisung ist keine starre Vorgabe, sondern ein Ziel. Diese Zielvorgabe des Schwarms steht – mit gewissen verhaltensbiologischen Einschränkungen – nicht zur Disposition. Sie lässt kaum Freiheitsgrade zu. Die konkrete Durchführung hingegen sehr wohl. Nur das Ziel – die Ergebniserwartung – ist unter bestimmten Voraussetzungen vorgegeben, nicht jedoch das Mittel – der Weg – zum Ziel.

    Diese Freiheit im konkreten Einzelfall ermöglicht erst die effiziente Ergebniserwartung und die Ergebniserwartung ermöglicht die Freiheit, die notwendig ist, um das Ergebnis effizient zu bewirken. Für die praktische Führung können wir daraus immens viel lernen. Handlungsanweisungen sollten demgemäß nicht die Mittel zu einem Ziel starr vorschreiben, sondern lediglich das Ziel, also die Ergebniserwartung.

    Führung durch Ergebniserwartung – ein Praxisbeispiel

    Die Ergebniserwartung eines Handelshauses, dass Versandaufträge der Produktgruppe X binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang zu versenden sind, beinhaltet die notwendige Freiheit des Teams bzw. der Teammitglieder – Telefonverkauf, Auftragsbearbeitung, Disposition, Tourenplanung, Lagerwesen, Kommissionierung, Verpackung, Versand – flexibel ihre konkrete Arbeit kollektiv zu erledigen. Die konkrete Erwartung steht jedoch nicht zur Disposition. Die Zielvorgabe für das Team „binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang versenden“ beinhaltet in der betrieblichen Praxis so viele Freiheitsgrade, dass die Zielvorgabe der Organisation – die Ergebniserwartung – durch konkrete Einzelfälle durch das Kollektiv effizienter erreicht wird, als durch starre konkrete Einzelanweisungen des Weges zum Ziel. Die Ergebniserwartung lässt jedoch gerade diese für das Ziel notwendigen Freiheiten zu. – Aber auch die Ergebniserwartung muss und wird in der betrieblichen Praxis nicht absolut starr im strengen Sinne sein. Auch diese kann und wird für einige Ausnahmefälle „Abweichungen“ zulassen. So kann die Zielvorgabe nun lauten: „Versenden aller Aufträge binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang bzw. in begründeten Ausnahmefällen 7 Werktage ab Auftragseingang für Aufträge, die nicht pönalisiert sind.“ Diese Ergebniserwartung lässt somit nicht nur den konkreten Weg zum vorgegebenen Ziel offen, sondern lässt auch Priorisierungen im tolerierbaren Zielkorridor nach gewissen Regeln zu.

    Warum ist Ergebniserwartung so wichtig?

    Die Ergebniserwartung bewirkt in der Organisation die Freiheit des Schwarms selbst die konkreten Mittel zur Erreichung des Ziels im konkreten Einzelfall zu wählen. Diese Freiheit in der Mittelwahl generiert im Team kreative Lösungen der Wegfindung, erzeugt Interesse wie das Team – aus Teamsicht – raschere, bessere, effizientere, effektivere, aber auch flexiblere und anpassungsfähiger Lösungen finden kann. Auch wenn in der Praxis solche Gruppen und Teams manchmal chaotisch wirken sollten, ist das gleichzeitig die Stärke des Schwarms. Diese Freiheit der Mittelwahl ermöglicht das Ergebnis, also die Zielvorgabe, und die Zielvorgabe ermöglicht die Freiheit, die notwendig ist, um das Ergebnis zu bewirken, nämlich die effiziente und termingerechte Auslieferung von Aufträgen im Rahmen bestimmter klar umrissener Erwartungen.

    Mechanismen des Schwarms:

    Wesentliche Mechanismen des Schwarms kommen zum Tragen: Nutze das dezentrale Wissen des Schwarms, setze auf die Diversität der Teammitglieder in Bezug auf Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungswissen, Talente usw. und aktiviere die Kommunikation und Interaktion der Schwarmmitglieder zur Förderung von Kreativität, Motivation und Einfallsreichtum und biete Anreize, dass das Team zu besseren Lösungen (schneller, qualitativer, robuster, effektiver, anpassungsfähiger). Durch Pool-Prämien für die Gesamtleistung kann in der Praxis folgendes erreicht werden:

    • Suche nach besseren Lösungen wird forciert
    • Kreative Lösungen werden eher zugelassen, wenn Vorteile winken
    • Zuteilung der jeweiligen Arbeiten je nach Talent, Erfahrung, Spezialwissen, Spezialfertigkeiten, besonderes Expertenwissen oder auch Erfahrungswissen
    • Gruppenzusammengehörigkeit steigt (Gruppenkohäsion)
    • Natürliche Kräfte der sozialen Gruppe (Team) werden aktiviert
    • Wettbewerb in der Gruppe fördert Steigerung der Einzelleistungen

    Die angeführten Pool-Prämien müssen jedoch von Fall zu Fall auch durch Einzelprämien ergänzt werden. Es gibt zahlreiche leistungsmindernde Effekte in einer Gruppe, die vor allem dann auftreten, wenn der Einzelne sich auf den Schultern seiner Gruppenkollegen ausrastet, Stichwort: Soziales Faulenzen (Social Loafing) oder Trittbrettfahrer (free rider). Es liegt vor allem am Management wie die Prämiengestaltung aussehen soll. Leitlinie sollte auf zwei Säulen ruhen: Einerseits die Leistungskomponente und andererseits die soziale Komponente, ähnlich wie der Aufbau des berühmten Verhaltensgitters des Managerial Grid (Sachorientierung, Mitarbeiterorientierung). Konsequent zu Ende gedacht, lässt die Erkenntnis dieser Tatsache aus der Schwarmforschung viele Organisationen in der Praxis in ihren Grundfesten erschüttern.

    Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag Schwarmintelligenz – Was wir Logistiker von Ameisen lernen können.

    Bildquelle: prasongsom

    Weiterlesen
  • 28. August 2017

    Die Lagerzone und der Cube-per-Order-Index

    Eine Lagerzone, engl. storage zone, beschreibt eine definierte Zonung (Aufteilung) innerhalb eines Lagers. Sie richtet sich in der Regel nach den jeweiligen Belegungsstrategien eines Lagers und hat unterschiedliche Ausprägungen und Gründe. Eine Lagerzone ist in sogenannte Lagerplätze aufgeteilt, auf denen Warengüter mittels Paletten oder Regalen zur Verfügung stehen. Continue reading Die Lagerzone und der Cube-per-Order-Index

    Weiterlesen
  • 8. August 2017

    Content Commerce: Produktinformationen im Onlinehandel

    Content Commerce beschreibt eine zusätzliche Möglichkeit, den Webshop, inhaltlich zu optimieren. Das Ziel einer solchen Content-Strategie ist zum einen, die Marke (Shop) und dessen verknüpftes Ökosystem (Services, Produkte) im Internet sichtbarer zu machen. Zum andern ist es heutzutage aus Kundensicht nicht mehr ausreichend, lediglich durch eine Anhäufung von Produkten, Services und Preisen einen Kaufimpuls auszulösen. Continue reading Content Commerce: Produktinformationen im Onlinehandel

    Weiterlesen
  • 1. August 2017

    Product Lifecycle Management (PLM)

    Der englische Begriff Product Lifecycle Management, kurz PLM, beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, Produktinformationen zu bündeln. Es handelt sich dabei um eine Art unternehmensübergreifende Verwaltung sowie Steuerung des Informationsflusses eines Produktes entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Industrie spricht vom Zusammentragen der Informationen, die im Verlauf eines Produktlebenszyklus anfallen. Dazu zählen etwa Informationen aus Konstruktion, Produktion, Vertrieb, Dienstleistung sowie Demontage und Recycling.

    Das Product-Lifecycle-Management basiert grundsätzlich auf detaillierten Produktinformationen, welche zunächst im Rahmen der Produktplanung sowie dessen Produktion anfallen. Dazu gehören auch Produktdaten, die außerhalb des Unternehmens, bei externen Dienstleistern und Zuliefern entlang der Supply Chain gesammelt und strukturiert gespeichert werden. In der Regel lässt sich die Managementstruktur von PLM in drei Phasen gliedern:

    • Beginning of Life (BoL)
    • Middle of Life (MoL)
    • End of Life (EoL)

    Eines der Ziele eines PLMs ist es, Mitarbeitern Produktinformationen auf Anfrage in hoher Qualität, inklusive Zusatzinformationen (Bilder, Videos) am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen (siehe dazu Vorteile PLM). Die oben genannten drei Phasen beinhalten unter anderem folgende Informationsschnittstellen:

    • Rohstoffgewinnung, Zulieferer
    • Entwicklung (Designprozesse), Konstruktion, Produktion neuer Produkte; inklusive Maschinen- und Software-Informationen, während der Herstellung.
    • Vertrieb, Zusammenarbeit mit Lieferanten, Garantiemanagement, Kundenkommunikation
    • Entsorgung, Produkte vom Markt nehmen (Produkt-Einstellung), Recycling

    Wichtig: PLM nutzt nicht nur Informationen zum jeweiligen Produkt. Es werden auch Personen und deren Know-how mit berücksichtigt beziehungsweise einbezogen, die für das Lösen von konkreten Produktfragen in Frage kommen. Dazu gehören auch prozesstechnische Verbesserungen und bereits abgeschlossene Erfolgsgeschichten, die die Unternehmensproduktivität allgemein verbessern. Eine Art soziales Netzwerk im Unternehmen.

    Unter Product-Lifecycle-Management versteht man das produktbezogene und unternehmensübergreifende Informationsmanagement. PLM umfasst die Planung, Steuerung und Organisation der zur Erzeugung und ganzheitlichen Verwaltung aller Daten, Dokumente und Ressourcen erforderlichen Prozesse im gesamten Produktlebenszyklus.

    Technische Universität Kaiserslautern, Lehrstuhl für virtuelle Produktentwicklung

    PLM - das Product Lifecycle Management bündelt sämtliche Informationen eines Produktstammes.

    Das PLM gliedert sich in die hier aufgeteilten Hauptpunkte: Entwurf, Konstruktion, Produktion, Dienstleistungen (zum Vergrößern bitte Bild klicken).

    Vorteile Product Lifecycle Management – PLM

    • Planung und Produktion werden transparent.
    • Neue Standards werden geschaffen.
    • Produkt ist durchweg transparent.
    • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
    • Beteiligte Mitarbeiter sind allesamt auf dem gleichen Wissensstand.
    • Produktivität durch wiederholbare und erfolgreiche Prozesse.

    Wichtig: PLM ist in der Regel ein Software-basiertes Informationssystem, das sich durch eine sogenannte kohärente Datenstruktur auszeichnet. Sprich, die Informationen sind nicht nur zusammenhängend; die beteiligten Systeme agieren konsolidierend. Neben den klassischen Produktinformationen sorgen passende Schnittstellen zum einen für die dazugehörigen Informationen der produzierenden und transportierenden Peripherie, zum anderen ist es möglich, unternehmensübergreifend Produktentwicklungen zu überwachen.

    Für die Umsetzung eines Product-Lifecycle-Managements setzen Unternehmen oftmals auf ein sogenanntes ‚Product Data Management‘ (PDM). Es handelt sich dabei um eine Software, die vorgibt, wie Produktdaten (Dokumente) und Produktinformationen gespeichert und verwaltet werden.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter Supply-Chain-Management sowie unter ‚Worum geht es im Supply Chain Management?‘.

    Teaserbild: Max Pixel

    Weiterlesen
  • 24. Juli 2017

    Der Einfluss von Lieferoptionen auf die Kaufentscheidung beim E-Commerce

    Manchmal läuft es wie geschmiert: Der Kunde wird fündig, Preis und Leistung stimmen, der Kunde kauft, alle sind glücklich. Ende der Geschichte. Doch manchmal auch nicht: Entweder passt das Produktsortiment nicht, es hakt am Preis oder es ist schlicht das Design des Onlineshops, das den Nutzer vor dem Checkout abspringen lässt. Auch im Netz ist der Kunde König und gibt vor, wie es zu laufen hat. Wer mit seinem Onlinehandel Erfolg haben will, richtet sich nach diesen Bedürfnissen – am besten noch bevor sie vom Nutzer aktiv eingefordert werden.

    Natürlich kann ein Onlinehändler nicht den Geschmack aller Kunden mit seinem Sortiment bedienen. Auch bei Gestaltung und Funktionalität der Webseite gehen die Auffassung auseinander, was gut und was schlecht ist. Dennoch hat ein Shopbetreiber darüber hinaus Möglichkeiten, einen zufriedenen Kunden zu generieren. Denn worauf die Kunden zunehmend Wert legen, hat mit dem Shop an sich recht wenig zu tun: die Lieferoptionen. Die Herausforderung für den Betreiber ist, dass die Onlineshopper sich selbst uneins sind, welche Option es vorrangig sein soll. Möchte er die klassische Lieferung nach Hause, dann aber zu einem bestimmten Termin? Oder wünscht er explizit eine Zustellung zu einer alternativen Adresse, wie beispielsweise zum Nachbarn oder die immer beliebtere Lieferung zur Arbeitsstelle?

    Negative Kauferlebnisse schaden nicht nur dem Umsatz, sondern gefährden den Ruf

    Die Versandmöglichkeiten sind inzwischen zahlreich, wenn auch noch lange nicht ausgeschöpft. Fest steht jedenfalls, dass die Kunden von heute immer mehr Perfektion fordern, was das Einkaufserlebnis im Ganzen angeht. Dazu gehören auch der reibungslose Versand und die erfolgreiche Zustellung. Speziell die Generation-Y und die „Powershopper“ sind besonders kritisch. Haben diese anspruchsvollen Kundengruppen einmal eine schlechte Erfahrung gemacht, kaufen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig nicht mehr in diesem Webshop. Häufig wird der Frust über die misslungene Bestellung direkt über die sozialen Medien geteilt. Es geht also um viel mehr, als nur um Kundenbindung. Es geht am Ende auch um den Ruf.

    „Mein Wille geschehe“ – Kunden möchten auch über den Versand bestimmen

    Für die Onlineshop-Betreiber steht also einiges auf dem Spiel. Gleichzeitig müssen sie sich der Herausforderung stellen, die immer spezielleren Wünsche der Kunden zu erfüllen. Neben kürzeren Lieferzeiten im Allgemeinen, haben Kunden zunehmend den Anspruch, über den Paketdienst, den Ort und die exakte Zeit der Zustellung (mit) zu bestimmen. Das zeigt auch eine Studie von MetaPack aus dem Jahr 2016. Demnach prüfen mehr als die Hälfte der Kunden bereits im Vorfeld einer Bestellung die Versandoptionen – und brechen nicht selten den Kauf kurz vor Abschluss ab, wenn die Zustelloptionen nicht den Vorstellungen entsprechen. Die Flexibilität beim Onlinekauf, von überall, auf unterschiedliche Art und zu jeder Zeit Bestellungen zu tätigen, wird auch bei der Lieferung erwartet.

    E-Commerce und Versand sind eine Einheit

    Damit wird immer deutlicher, dass sich – zumindest für den Kunden – der Versand nicht vom E-Commerce trennen lässt. Denn ganz im Gegensatz zum stationären Handel leistet der Käufer beim Onlineshopping einen Vertrauensvorschuss. Indem Internethändler angeben, über welchen Dienstleister sie versenden, haben ihre Kunden die Möglichkeit, sich über die verfügbaren Empfangsoptionen zu informieren. Noch besser und für die Käufer komfortabler ist die Variante, direkt bei der Bestellung den Versanddienst und eine Empfangsmöglichkeit wählen zu können. So ist der gesamte Prozess von Anfang bis Ende an einer Stelle zusammengefasst und der Verbraucher kann den Kauf Schritt für Schritt nach seinen Vorstellungen durchführen und abschließen.

    Egal, zu welchem Zeitpunkt oder an welchen Ort: In Zukunft werden die Onlinehändler erfolgreich sein, die ihren Kunden die Möglichkeit zur Mitbestimmung geben. Und selbst wenn der Verkäufer nie einen reibungslosen Empfang garantieren kann, ebnet er mit der Möglichkeit zur Wahl der Lieferoptionen zumindest den Weg dazu. Letzten Endes ist es häufig schlicht das Anbieten der Optionen, das zu einer erfolgreich abgeschlossenen Bestellung führt.

    Weitere Informationen finden sie in dem Beitrag Auswirkungen von Versandoptionen auf die Loyalität zum Online-Shop.

    Bildquelle: Pixabay

    Weiterlesen
  • 18. Juli 2017

    Der Leitstand in der Intralogistik

    Der Leitstand (engl. Control Panel) in der Intralogistik stellt einen zentralen Punkt eines Warehouse-Management-Systems dar und unterstützt verantwortliche Mitarbeiter bei der gesamten Lager-Betriebssteuerung. Neben der Zusammenführung von Informationen (Kennzahlen), dient das Control Panel der Verarbeitung sowie der Auswertung intralogistischer Prozesse. Mittels der grafischen Aufbereitung logistisch-technischer Prozesse kann zielgerichtet auf interne Störungen und unvorhergesehene Ereignisse reagiert werden, um den reibungslosen Materialfluss innerhalb des Lagers nicht zu gefährden. Da im Leitstand in der Regel sämtliche Informationen aus allen Teilbereichen des Lagers zusammenfließen, hat sein technischer Umfang erhebliche Auswirkungen auf die Effizienz, mit der logistische Prozesse im Unternehmen abgewickelt werden.

    Hauptfunktionen des Leitstands

    • Visualisierung
    • Planung
    • Optimierung
    • Vergleich von Soll und Ist
    • Aufzeigen von Leistungsgrenzen
    • Controlling
    • Anzeige des Systemzustandes
    • Anzeige der System-Rückkopplungen

    Folgende Fragen lassen sich beispielsweise mit Hilfe eines Leistands beantworten:

    • Wie groß ist die Auftragsmenge in der Kommissionierung?
    • Bezogen auf die Bestandsknappheit – wie viele Eilaufträge gibt es?
    • Welche Warentransporte pro Bereich sind gerade aktiv?
    • Wie hoch ist die Personalkapazität der Packerei?
    • Wie hoch ist die Personalkapazität der Kommissionierung?
    • Wareneingang – welche Avise sind offen?
    • Wie hoch ist die Pick-Quote der Kommissionierer?
    • Wie hoch ist das gesamte Tag-spezifische Auftragsvolumen?
    • Wie hoch der aktuelle Fortschritt der Auftragsabwicklung?
    • Welche fördertechnischen Störungen sind bekannt?
    • Welche softwareseitigen Störungen sind bekannt?

    Ein Logistikleitstand ist ein Instrument der operativen Betriebssteuerung, der in Systemen der Intralogistik zum Einsatz kommt. Er unterstützt und optimiert die Planung und Steuerung der logistischen Prozesse (operativen Abläufe). Ein Logistikleitstand visualisiert und überwacht kontinuierlich die logistischen Prozesse, identifiziert Soll-Ist-Abweichungen und gibt Anwendern prozessbezogene Handlungsempfehlungen.

    VDI-Richtlinie 4493 ‚Leitstand für die Intralogistik‘

    Leitstand in der Praxis

    • Informations- und Steuerungsrelevanz: Die aufbereiteten Informationen müssen zur Verbesserung der Steuerung des Kundenprojektes und Unternehmens beitragen.
    • Echtzeit: Die Informationen müssen schnell / zeitgerecht zur Verfügung gestellt werden.
    • Visualisierung: Die Informationen müssen für die Mitarbeiter bedarfsgerecht aufbereitet und unkompliziert dargestellt werden.

    Der Leitstand ist nach dem sogenannten Regelkreis-Prinzip aufgebaut; dabei interagiert er fortlaufend mit den ausführenden Prozessbeteiligten der Intralogistik (Menschen, technische Ressourcen, Waren). Das bedeutet, dass der jeweilige Kundenauftrag entsprechend der Soll-Vorgaben geplant und im Rahmen der Kontrolle der jeweilige Prozessfortschritt in regelmäßigen Abständen mit diesen verglichen wird (Soll/Ist-Vergleich). Logistiker sind so nicht nur in der Lage, Warenflüsse (z.B. Wareneingang, Kommissionierung, Veredelung (Konfektionierung), Warenausgang) detailliert und grafisch nachzuvollziehen, dem Mitarbeiter ist es möglich, individuelle und prozessspezifische sowie prozessübergreifende Details je nach Kundenauftrag in Echtzeit anzupassen. Hierbei werden speziell die möglichen Prozessrisiken analysiert; die wiederum gegenüber dem Soll/Ist verglichen werden können. Der Leitstand sorgt durch die Echtzeitanalyse und durch die darauf basierenden Handlungen für messbare Verbesserung von Durchlaufzeiten und führt zur Erhöhung der Planungssicherheit.

    Wichtig: Auf Grundlage der aktuellen Informationen aus den Teilbereichen des Lagers kann der verantwortliche Mitarbeiter bei Bedarf eingreifen und entsprechend Ressourcen erweitern, ändern oder andere organisatorischen Maßnahmen einleiten. Die Maßnahmen sind dabei aber in der Regel nicht direkt über den Leitstand zu steuern. Er ist meist nur für die Auswertung und Aufbereitung sowie grafische Darstellung verantwortlich. Zudem ist das Besondere am Leitstand, dass der Leitstand-Mitarbeiter befähigt ist, die Empfehlungen des Leitstands mit seinen persönlichen Erfahrungswerten zu verknüpfen. Der Mitarbeiter entscheidet am Ende, welche Maßnahmen eingeleitet werden; nicht der Leitstand.

    Der Leitstand auf dem Smartphone und Tablet

    Mittlerweile werden die aufbereiteten Informationen des stationären Leitstandes auch an mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet) übertragen. Neben der auf die kleineren Displays ausgerichtete Darstellungsform, ist speziell die Datenübermittlung der sensiblen und internen Datensätze zwingend an technische Bedingungen geknüpft:

    • Datenhoheit – die Daten müssen aus datenschutztechnischen Gründen (Bundesdatenschutzgesetz) beim Kunden gespeichert bleiben und nicht etwa bei Cloud-Anbietern wie Google oder Microsoft.
    • Der Zugriff auf Daten muss mittels Verschlüsselung (beispielsweise HTTPS) stark geschützt erfolgen.
    • Userverwaltung – der Nutzer bekommt individuellen Zugang auf die für ihn freigeschalteten Kennzahlen.

    Zusammenfassung

    Ein logistischer Leitstand ist das Führungs- und Steuerungsinstrument eines modernen Logistik-Managements. Die grafisch aufbereiteten Informationen, seien es Systemzustände oder Prozessfortschritte, sind die Grundlage um prozessorientierte Entscheidungen zu treffen, die allen Kunden- und Unternehmensanforderungen genügen. Der Mensch entscheidet allerdings, welche Maßnahmen ergriffen werden; der Leitstand gibt lediglich hilfreiche und aufbereitete Prozess-Informationen.

    Weitere Informationen zum Thema lesen Sie in den Artikeln Bestandsverwaltung und Lagerplatzverwaltung.

    Teaserbild: KNV Logistik

    Weiterlesen
  • 11. Juli 2017

    Nachschub in der Intralogistik

    Der Nachschub (engl. Replenishment, supplies) ist in der heutigen Warenwirtschaft ein elementarwichtiger Prozess, der bei bestmöglicher Integration in die bestehende Lagerverwaltung zu einer nicht unerheblichen Effizienz des Materialflusses beiträgt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Bestandsergänzung, die zur Auffüllung von Lägern oder Entnahmeplätzen in Kommissionier-Zonen (beispielsweise aus Reservelägern oder von Reserveplätzen)[1] genutzt wird. Dabei kann die Versorgung mit Waren vorsorglich, nach Bedarf oder aufgrund einer Fehlmenge im Lager angestoßen werden. Um den Warenfluss und den bestehenden Lagerbestand optimal auszulasten, wird der Nachschub über das Warehouse-Management-System (WMS) geregelt. Continue reading Nachschub in der Intralogistik

    Weiterlesen
  • 3. Juli 2017

    Richtungsweisende Logistikkonzepte auf dem 2. Logistics Innovation Day

    Digitalisierung – auf der einen Seite eine große Herausforderung für die Logistikbranche, auf der anderen Seite birgt sie doch auch viel Potenzial für Innovationen. Richtungsweisende Ideen und neue Geschäftsmodelle wurden beim 2. Logistics Innovation Day am 23. Juni 2017 in Waghäusel vorgestellt und diskutiert. Die Trends gehen hin zu smarten Technologien, neuen Dienstleistungen und Vernetzung. Veranstalter des Forums waren das Institut für angewandte Logistik der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und pakadoo, das Corporate Startup des Kontraktlogistikers LGI.

    Zahlreiche Innovationen und neuartige Services machen es deutlich: Die Logistikbranche befindet sich im Umbruch. Besonders der demografische Wandel und die sich damit ändernden Anforderungen des Handels, aber auch Entwicklungen auf den Sachgütermärkten und in der Technologie treiben den Wandel voran. „Die Logistik hat die Bedeutung von Innovation inzwischen erkannt“, bemerkt Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Organisator des Logistics Innovation Day. Davon betroffen sind alle Bereiche der Logistik: der Warentransport per Luft, Wasser, Schiene und Straße, aber auch reine Zustellkonzepte und die Intralogistik. „Die unterschiedlichen Logistikbereiche werden auch in Zukunft weiterhin bestehen, nur eben anders, als wir es bisher kennen.“

    Smarte Technik für die Intralogistik

    Viel Potenzial für die Intralogistik sieht Benedikt Gräter von der LGI Logistics Group International GmbH vor allem in der Low-cost Sensor Technology. „Über Schnittstellen wie RFD, NVC oder BLE Beacons lassen sich Container oder Paletten vernetzen. Dadurch können sie als Zähleinrichtung eingesetzt werden und beim Lokalisieren helfen“, erklärt der Digital Strategist der LGI. Auf smarte Technologien setzt auch die SEW-EURODRIVE in Bruchsal. Das Konzept zur Industrie 4.0 des Herstellers von Antriebstechnik beinhaltet vor allem „Cyber Physical Systems“, also die Verbindung aus Informations- und Softwaretechnik mit mechanischen Komponenten. „Smart Factory funktioniert nur mit netzwerkfähigen, intelligenten Produkten – auch in der Logistik “, so Dominic Decker von SEW-EURODRIVE.

    Startups und neue Geschäftsmodelle für prozess- und kostenoptimierte Logistik

    Einen Trend zur Vernetzung bis hin zur „digitalen Spedition“ erkennt auch die Wissenschaft. Hauptsächlich Startups sind es, die sich dieser Technik bedienen und damit neue Geschäftsmodelle entwickeln. „Besonders viele Gründungen gab es in den Bereichen der Datenanalyse, Online-Plattformen, Versand und Sendungsverfolgung “, erklärt Alena Breitschneider, Masterstudentin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg, die hierzu eine Marktuntersuchung durchgeführt hat. „Die meisten neuen  Dienstleistungen sollen die logistischen Prozesse vereinfachen und dabei helfen, Kosten einzusparen.“

    Neuartige Services entlasten Verkehr und Umwelt

    Eine dieser Dienstleistungsinnovationen ist Mitveranstalter pakadoo mit seiner App-basierten Zustelllösung für private Pakete ins Büro. Das Konzept der maßgeschneiderten Paketzustellung richtet sich nicht nur an den Bedürfnissen der Kunden aus, „durch das Bündeln der Pakete optimiert sie auch die letzte Meile, reduziert den Verkehr und schont die Umwelt“, so pakadoo-Erfinder Kris Van Lancker. Dasselbe Ziel verfolgt das Transportkonzept Cargo Sous Terrain, welches auf ein unterirdisches, automatisiertes Logistiksystem setzt. „Diese neue Art der Güter-Infrastruktur wird das Straßen- und Schienennetz ergänzen und an kritischen Punkten entlasten“, fasst Roland Bigler, Geschäftsführer CodX Software AG, zusammen. Eine erste Teilstrecke soll bis 2030 in der Schweiz fertiggestellt werden.

    Viel Anregung und Raum für Weiterentwicklung

    Die unterschiedlichen Ansätze, die beim 2. Logistics Innovation Day in Waghäusel vorgestellten wurden, gaben spannende Ein- und Aussichten in das Innovationspotenzial der Logistik. Gleichzeitig machte das Fachforum deutlich, was der Branche hinsichtlich des digitalen Wandels noch bevorsteht. „Auch wenn sich schon viel in diesem Bereich tut, steht die Logistik erst am Anfang“, fasst Prof. Dr. Müller-Steinfahrt die Veranstaltung zusammen. „Ich bin mir sicher, dass wir in der kommenden Zeit noch eine spannende Entwicklung miterleben werden.“

    Weiterlesen
  • 19. Juni 2017

    Augmented Reality in Logistik und Service

    Augmented Reality (AR) steht für die computergestützte Erweiterung der menschlichen Realitätswahrnehmung. Die reale und virtuelle Welt verschmelzen technisch betrachtet miteinander. Der Vorteil: Durch den Einsatz von Kameras, Sensoren und hochauflösenden Displays, die heutzutage auch in handelsüblichen Smartphones verbaut sind, können dem Anwender virtuelle Aspekte (Textbausteine, Zusatzinformationen als Bild, Videos) zu realen Situationen eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR beispielsweise bei der Kommissionier-Art Pick-by-Vision zum Einsatz, bei der die AR-Informationen mittels Datenbrille bereitgestellt werden. Continue reading Augmented Reality in Logistik und Service

    Weiterlesen
  • 29. Mai 2017

    Exoskelette in Logistik und Produktion

    Exoskelette, auch Außenskelette oder Stützroboter genannt, sind am Körper getragene Stützstrukturen, die durch eine (elektro-)mechanische Unterstützung die Belastung auf den Körper reduzieren und die Gefahr von Verletzungen verringern. Exoskelette befinden sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung, erste Industrie-Unternehmen beginnen jetzt den Einsatz im Regelbetrieb.

    Aktive und passive Exoskelette

    Grundsätzlich wird unterschieden zwischen passiven und aktiven Exoskeletten.

    Passive Exoskelette unterstützen den Träger ausschließlich durch mechanische Hilfsmittel, wie beispielsweise Feder- oder Seilzugsysteme, die auftretende Belastungen wie eine Art Gegengewicht abfangen und so in Energie umwandeln. Speziell beim Heben schwerer Lasten kann die Belastung für den Arbeiter um bis zu 40 Prozent reduziert werden.

    Aktive Exoskelette bieten zusätzlich eine externe Kraftunterstützung durch Elektromotoren oder pneumatische Systeme, die an den Gelenken oder anderen neuralgischen Punkten des Trägers einwirken. Diese Systeme erlauben einen wesentlich höheren Unterstützungsgrad. Die zusätzliche Kraft zollt ihren Tribut allerdings durch ein deutlich höheres Eigengewicht des Anzuges aufgrund von Motoren und der Energieversorgung durch Akkus. Diese Energieversorgung ist zwingend erforderlich und der Einsatz des Anzugs im Akkubetrieb zeitlich begrenzt.

    Wofür werden Exoskelette gebraucht?

    In Logistik und Produktion sind die körperlichen Belastungen für das Personal oft sehr hoch, was auf Dauer die Unversehrtheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter stark beansprucht. Speziell ältere Arbeitnehmer werden beim Bewegen schwerer Gegenstände häufig bis an oder über ihre Belastungsgrenze beansprucht, was in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft eine große Problematik darstellt. Durch den Einsatz von Exoskeletten können körperliche Handicaps ausgeglichen sowie Haltungsschäden und körperlicher Verschleiß von vornherein vermieden werden – Belastungsspitzen entfallen.

    Sind Arbeitsplätze aufgrund der physikalischen Gegebenheiten nicht ergonomisch zu optimieren, kann das Exoskelett helfen, durch Stabilisierung bestimmter Körperregionen und Reduktion des Kraftaufwandes, ein Gleichgewicht herzustellen.

    Einsatz in der Industrie

    In einer sehr einfachen Variante ermöglicht es eine Stützstruktur, die sich ausschließlich auf die Beine beschränkt, eine variable Sitzposition einzunehmen. Der Arbeiter kann die an der Hüfte und den Beinen fixierte Mechanik in jeder Position versteifen und erhält einen Sitz, der genau auf die entsprechende Situation ausgerichtet ist. Diese Variante, der sogenannte Chairless Chair, ist beispielsweise bei Audi am Standort Neckarsulm im Einsatz.

    Der Logistik Dienstleister Geodis in Venlo in den Niederlanden setzt auf passive Exoskelette, die den Rücken unterstützen und den Lagerarbeiter so bei Hebe- und Tragetätigkeiten während der Kommissionierung unterstützt. Die Anzüge kommen derzeit bei Mitarbeitern zum Einsatz, die mehr als 4.000 Kilogramm pro Tag bewegen müssen.

    Auch die Arbeiter des BMW-Werks in Spartanburg in den USA werden mechanisch unterstützt. Sie Tragen Westen, die über eine Mechanik speziell bei der Überkopfmontage den Oberkörper unterstützen.

    Der Flugzeughersteller Airbus testet derzeit sowohl den Einsatz passiver wie aktiver Systeme, um die Arbeit ergonomischer zu gestalten. „Es gibt in der Flugzeugproduktion aufgrund der schwierigen Zugänglichkeiten häufig nicht sehr ergonomische Körperpositionen, welche wir versuchen, durch Unterstützungssysteme für den Mitarbeiter gesundheitlich schonender zu gestalten, wenn eben der Arbeitsplatz nicht grundsätzlich angepasst werden kann“, erklärt Entwicklungsingenieur Dr. Robert Goehlich in einem Interview mit der Zeitschrift ‚Produktion‘.

    Der wirtschaftliche Faktor

    Die noch recht hohen Anschaffungskosten dieser Spezialausrüstung schrecken heute noch viele Unternehmen ab, komplette Abteilungen mit Exoskeletten auszustatten. Nach einer Studie der DAK aus dem Jahre 2014 fallen allerdings 21,5 Prozent der Arbeitsausfalltage, und damit der größte Anteil aller Ausfallursachen, auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück. Nach David Minzenmay, einem Wissenschaftler am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), ergäbe dies zirka 125 Millionen Ausfalltage im Jahr und somit einen Wertschöpfungsausfall von etwa 22,7 Milliarden Euro.

    Zieht man diese Zahlen in Betracht, relativiert sich die Investition für den Arbeitgeber. So prognostiziert eine Studie von ABI Research von Ende 2015 auch ein potentielles Marktvolumen von 1,8 Milliarden Dollar für Exoskelette im Jahr 2025.

    Wo geht die Reise hin?

    Aktive Exoskelette werden in naher Zukunft kompakter und können über Sensoren erkennen, wann der Träger Unterstützung braucht, um dann gezielt einzuwirken. Beispielsweise über spezielle Handschuhe wird das System die Beanspruchung erfassen und über eine Gewichtsabschätzung ermitteln, wie viel externe Energie von Nöten ist. Eine derartige Lösung wird aktuell in dem Forschungsprojekt SensHand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA erarbeitet.

    Das Fraunhofer IPA forscht zudem an einem Modulkasten, der die individuelle Zusammenstellung einzelner Exoskelett-Komponenten für verschiedene Einsatzgebiete ermöglicht. Erreicht dieses System seine Marktreife, könnten die Investitionskosten erheblich sinken und die Verbreitung unterstützender Systeme deutlich ansteigen.

    Weitere Informationen zu ergonomischen Gesichtspunkten finden Sie in dem Beitrag Ergonomie im Lager.

    Bildquelle Teaserbild: Ekso Bionics, Lizenz (CC BY-ND 2.0)

    Weiterlesen
  • 23. Mai 2017

    Smart Data

    Smart Data steht für das detaillierte und strukturierte Ergebnis einer Analyse von unstrukturierten Datenmassen (Big Data). Es handelt sich bei jeder Smart-Data-Information um einen expliziten Fakt. Man spricht auch von digitalen Befunden, die zudem Verknüpfungen mit anderen feingranularen Informationen erlauben. In der Intralogistik werden beispielsweise Smart-Data-Informationen vom Leitstand nachvollziehbar und meist grafisch aufbereitet dargestellt. Continue reading Smart Data

    Weiterlesen
  • 12. Mai 2017

    Das Supply-Chain-Management (SCM)

    Das Supply-Chain-Management (SCM) steht für den Überwachungsprozess sowie für das Koordinieren und Steuern der eigentlichen Supply Chain (Wertschöpfungskette). Dabei werden sämtliche Materialien, Informationen sowie die auf die Lieferkette verteilten Finanzen auf die gesamte Wertschöpfungskette (Einkauf, Materialbeschaffung, Produktion, Logistik, Verkauf, Endkunde) verteilt. Das Ziel eines SCM ist die Optimierung aller Ressourcen entlang des logistischen, wie auch produzierenden Materialflusses. Continue reading Das Supply-Chain-Management (SCM)

    Weiterlesen
  • 8. Mai 2017

    Die Logistik – Definition

    Der Begriff Logistik steht für die Planung, Steuerung und das Kontrollieren des materiellen und immateriellen Warenstroms innerhalb eines Unternehmens, zwischen partnerschaftlichen Unternehmen und zwischen Lieferanten und Endkunden.  Continue reading Die Logistik – Definition

    Weiterlesen
  • 2. Mai 2017

    Internet-Pure-Player

    Internet-Pure-Player, kurz IPP, sind Versandhändler, die als Vertriebskanal ausschließlich den Distanzhandel mittels Internet nutzen. Sie verfügen für den Vertrieb von Waren über keinen stationären Handel. Continue reading Internet-Pure-Player

    Weiterlesen
  • 18. April 2017

    Kennzahlensystem in der Intralogistik

    Eine vollständige Bündelung aller in Lager- und Distributionssystemen anfallender Kennzahlen ist heutzutage zwar möglich, aufgrund der vielschichtigen Ausprägung komplexer Anlagen aber schwierig. Über ein vorab definiertes Kennzahlensystem ist es dagegen realisierbar, unterschiedliche Kennzahlen sinnvoll miteinander zu vergleichen um dabei eine sogenannte geordnete Gesamtheit von Kennzahlen zu generieren. Das Ziel eines solchen Systems: ein informativer klarer Sachverhalt zu den einzelnen Prozessen und zu den damit verknüpften Zielen. Continue reading Kennzahlensystem in der Intralogistik

    Weiterlesen
  • 18. April 2017

    Auswirkungen von Versandoptionen auf die Loyalität zum Online-Shop

    Der Kauf im Internet bietet schier endlose Möglichkeiten und Versandoptionen. Ob Bücher, Kleidung, Lebensmittel – unabhängig von der Tageszeit können wir in unzähligen Shops nahezu jedes erdenkliche Produkt kaufen. Die Anbieter werden zudem immer einfallsreicher, um aus dem schnellen Onlinekauf ein nachdrückliches Erlebnis zu machen. Der virtuelle Einkaufsladen soll sowohl durch Aussehen, als auch Nutzerfreundlichkeit möglichst viele Kunden gewinnen und langfristig binden. Im Grunde ist es jedoch ganz egal, ob es sich um Stammkunde oder Laufkundschaft handelt. Letztlich haben sie beide eines gemeinsam: Sie möchten ihre Lieferung sicher und zeitnah in Empfang nehmen können. Wird die Zustellung für den Kunden zur zähen, zeitaufwendigen Odyssee, wirkt sich das auch auf die Beziehung zum Shop aus.

    So auch das Ergebnis der MetaPack-Studie aus dem Jahr 2015. Die Befragung zeigte, dass mehr als 80 Prozent der deutschen Kunden allein durch eine positive Versanderfahrung darin bestärkt werden, in Zukunft beim selben Anbieter zu kaufen. Glücklicherweise haben sich KEP-Dienste inzwischen viele Alternativen einfallen lassen, um für diese positive Erfahrung zu sorgen und die Pakete möglichst erfolgreich zustellen zu können. Nach wie vor hoch im Trend: die Lieferung zur Haustüre. Aber auch individuelle Zustelloptionen werden zunehmend geschätzt. Besonders hoch im Kurs sind laut der MetaPack-Befragung Packstationen, die bereits in vielen Shops als optionale Lieferadresse angegeben werden können. Diese Alternative wird jedoch immer häufiger Opfer von Betrugsmaschen, die bereits bei zahlreichen Onlinehändlern einen hohen finanziellen Schaden verursacht haben. Mit weniger Risiko für die Shop-Betreiber behaftet und ebenfalls beliebt ist die Möglichkeit, sich Pakete an einen Wunschort, -tag oder -nachbarn liefern zu lassen. Als besonders bequem für berufstätige Onlineshopper ist die Lieferung direkt zum Arbeitsplatz, die durch eine spezielle Logistik-Lösung rechtssicher ermöglicht wird.

    Große Auswahl bieten – auch bei den Versandoptionen

    Unabhängig davon, welche der Lieferoptionen nun im Einzelfall die praktischste ist, liegt es an den Betreiber der Onlineshops, diese auch anzubieten. Immer noch ist es in vielen Shops die Regel, dass die Lieferadresse nicht von der Rechnungsadresse abweichen darf. Somit ist es dem Kunden nicht möglich, die unterschiedlichen Optionen zu nutzen und sich das Paket z. B. zur Packstation oder zur Arbeitsstelle schicken zu lassen. Durch diese Einschränkung schießen sich Onlineshops früher oder später jedoch selbst ins Aus. Denn ein Kunde, der in der Regel tagsüber nicht zuhause ist, wird sich – wenn er die Wahl hat – mit hoher Wahrscheinlichkeit eher für den Anbieter entscheiden, bei dem ihm eine alternative Lieferadresse zur Auswahl steht.

    Es ist jedoch nicht die Zustelladresse allein, die beim Versanderlebnis eine Rolle spielt. Denn die Optionen können noch so gut auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein: Wenn der Paketdienst nicht zuverlässig abliefert, nützt auch das nichts. Leider nehmen viele Shops hier dem Kunden die Entscheidung vorweg und versenden immer mit demselben Dienstleister. Lediglich ein Drittel der Händler beauftragt unterschiedliche Paketdienste – davon überlässt allerdings nur ein Bruchteil dem Kunden freie Hand und dazu häufig nur gegen Aufpreis. Letztlich haben die Anbieter aber auch nur die Wahl zwischen einer Hand voll Paketdiensten. Nicht wenige Online-Versender sind mit den vorhandenen unzufrieden und suchen ebenfalls nach besseren Alternativen.

    Wer suchet, der findet – oder gründet einfach selbst

    Die problematische letzte Meile, aber auch die Nachfrage nach möglichst kurzen Lieferzeiten fordern sowohl Lieferdienste, als auch Onlineshops. Als besondere Challenge für die kommenden Jahre gilt die Same-Day-Delivery. Was früher noch unter dem Namen „Expresslieferung“ als Premiumkategorie des Kurierwesens galt, soll durch die großen Anbieter zum Massenprodukt werden. Glaubt man den Strategen von McKinsey, werden in den kommenden Jahren immerhin 15 Prozent der Pakete innerhalb weniger Stunden ausgeliefert. Auch deshalb halten die Betreiber von Onlineshops die Augen in Sachen alternative Zustelldienstleister offen. Und greifen speziell bei den Kurz-Zeit-Lieferungen immer häufiger auf verhältnismäßig junge Anbieter und Start-ups zurück, die vom Grundprinzip eher einem Kurierdienst entsprechen. Oder bauen in Einzelfällen sogar ihren eigenen Lieferdienst auf, wie beispielsweise Amazon.

    Ob, wann und wie die Sendung schließlich bei der optionalen Adresse landet, kann der Händler dann zwar nicht mehr aktiv beeinflussen, trotzdem hat er bei der Zustellung eine gewisse Mitverantwortung. Denn der Kauf ist erst dann komplett abgeschlossen, wenn der Kunde die Ware in den Händen hält. Deshalb fällt am Ende eine missglückte Zustellung nicht nur auf den Lieferdienst, sondern auch auf den Onlinehändler zurück. Die Warenlieferung trägt als letzter Schritt des Onlinekaufs einen wichtigen Teil zum Gesamteindruck bei. Und je höher die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zustellung, desto zufriedener ist der Kunde. Indem Onlinehändler unterschiedliche Lieferoptionen anbieten, zeigen sie Einsatzbereitschaft und guten Willen, ihren Kunden den bestmöglichen Komfort zu bieten.

    Geringer Aufwand – große Wirkung

    Für Shop-Betreiber ist der Aufwand vergleichsweise gering und steht in keiner Relation zum positiven Effekt. Da die meisten Zustellalternativen in der Regel erst mit spezieller Kundennummer möglich sind, lassen sich die Lieferadressen ohne Probleme validieren. Ergänzend dazu runden eine kurze Erklärung der jeweiligen Option und ein gut zu erreichender Kundenservice das Zusatzangebot ab. Allein dadurch lässt sich das gesamte Einkaufserlebnis positiv beeinflussen und die besten Voraussetzungen schaffen, damit aus Gelegenheitskäufern treue Stammkunden werden. Natürlich ist es nicht der Versand allein, das eine loyale Beziehung zum Online-Shop aufbaut. Dennoch trägt die gesamte Abwicklung des Versands einen wichtigen Teil dazu bei und sollte deshalb Teil des gesamten Serviceangebots sein. Ist dieses gut gemacht, dankt es der Kunde mit Vertrauen und Treue.

    Weitere Informationen zur urbanen Logistik finden Sie unter: Die Letzte-Meile-Logistik im E-Commerce – Herausforderungen und Lösungsansätze.

    Bildquelle: Dwight Burdette, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported

    Weiterlesen
  • 11. April 2017

    Das war der 26. Deutsche Materialflusskongress 2017

    Der Deutsche Materialflusskongress 2017 in Garching ist Geschichte und bot seinen Besuchern ein breites Spektrum an Innovationen und Best-Practice-Ansätzen rund um die Intralogistik. Nebst dem Besuch vielseitiger Vorträge konnte das Fachpublikum sowohl auf der eingebetteten Branchenausstellung als auch im Logistik-Showcase unmittelbar den nötigen Praxisbezug herstellen und so eigene Aufgabenstellungen vor Ort mit Spezialisten diskutieren. Nicht zuletzt aber stand das Netzwerken abseits des offiziellen Programms und während der feierlichen Abendveranstaltung im Mittelpunkt.

    Materialflusskongress: Günthner übergibt den Staffelstab im Oktober

    Zum letzten Mal in seiner Funktion als Ordinarius des Lehrstuhls „Fördertechnik Materialfluss Logistik“ (fml) an der Technischen Universität München, eröffnete Prof. Dr. Willibald Günthner den Materialflusskongress in Garching. Günthner, seit 1994 Mann an der Spitze des fml, wird im Oktober die Verantwortung des Lehrstuhls und somit auch die Hoheit über den Materialflusskongress vollständig an seinen Nachfolger Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner übergeben. Bereits seit einem Jahr agieren beide als Doppelspitze, um einen reibungslosen Übergang auf den Weg zu bringen.

    Die Zeichen stehen auf Wachstum

    Wie gewohnt eröffnete Günthner mit aktuellen Wirtschaftszahlen, basierend auf neuesten Daten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), die erst kurz vor dem 26. Deutschen Materialfluss Kongress veröffentlicht worden waren. Nach dem  Zahlenkompass 2016/2017 des VDMA erreichten die deutschen Intralogistik-Anbieter 2016 ein geschätztes Produktionsvolumen von 20,8 Milliarden Euro – ein Plus von einem Prozent im Vergleich zu 2015.

    Willibald Günthner eröffnet den 26. Deutschen MAterialflusskongress

    Prof. Dr. Willibald Günthner eröffnet den 26. Deutschen Materialflusskongress

     

    Für das Jahr 2017 werde ein weiteres Wachstum um drei Prozent erwartet. Günthner stellte heraus, dass diese Zahlen auch die Stimmung in der Branche widerspiegelten, die man derzeit als „gelassen optimistisch“ bezeichnen könne. Der Trend zur Digitalisierung in der deutschen Industrie halte an, was zum einen in den sinkenden Preisen für Robotik, zum anderen im demografischen Wandel und der damit einhergehenden älterwerdenden Arbeitnehmerschaft begründet liege. So sei es für einen langfristigen konjunkturellen Aufschwung maßgeblich entscheidend, dass die Unternehmen sich bereits heute auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorbereiten. Eben aus diesem Grund seien auch „Vernetzung, Automatisierung und Robotik“ als Schwerpunkt-Themen des Materialflusskongresses 2017 gewählt worden.

    Künstliche Intelligenz wird die Leistungsfähigkeit des Menschen übertreffen

    Die Themen Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) nahm Prof. Dr.-Ing. Klaus Henning, Senior Advisor am Institutscluster IMA/ZLW & IfU (Zentrum für Lern- und Wissensmanagement und Lehrstuhl Informationsmanagement im Maschinenbau) der RWTH Aachen, im ersten Plenarvortrag aufs Korn. Die Zeit, in der Ingenieure genau dimensionieren könnten, was Maschinen tun, seien bald vorbei und somit auch ein seit 30 Jahren gültiges Paradigma. Nach Henning werde die KI die Vorstellung von einer Maschine grundlegend ändern. „Maschinen werden in naher Zukunft ein eigenes Bewusstsein bekommen und die Leistungsfähigkeit von Menschen übertreffen.“ Ein Zeitalter der „hybriden Intelligenz“ stehe bevor – Menschen und Maschinen würden bald in einem kollegialen Verhältnis arbeiten. Produktion und Logistik würden dabei untrennbar miteinander verschmelzen, alles werde mit allem vernetzt sein. In diesem Zuge appellierte er an Industrie und Politik, weg von der abwartenden Haltung hin zur aktiven Rolle in der Zukunftsgestaltung zu gehen. „Es kann nicht sein, dass zehn Jahre vergehen, bis eine neue und sichere Technologie freigegeben wird,“ mahnte Henning und nannte als Beispiel autonom fahrende Lkw. So werde sich auch die Aufgabe der Logistiker ändern – neue Dinge müssten durchgesetzt und gesellschaftliche Konventionen geändert werden.

    Internet of Things ermöglicht neue Geschäftsmodelle

    Dem Internet der Dinge (IoT) in Verbindung mit der Industrie 4.0 widmete sich Eva Zauke, VP Business Unit IoT & Digital Supply Chain bei SAP SE, im anschließenden Vortrag. „Internet der Dinge – Hype oder echter Mehrwert für Geschäftsanwendungen?“ lautete der Titel und gab gleichzeitig die Marschrichtung vor. Nach Zauke entwickle sich die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation mit dem Internet der Dinge zu einer Vernetzung von Maschinen mit Intelligenz. Nicht reagieren, sondern vorhersagen werde dank vernetzter Technologie die Regel werden. 3-D-Druck, On-Demand-Manufactoring oder adaptive Logistik würden ganz neue Möglichkeiten bieten, Kosten zu sparen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und ein neues Level an Wartungssicherheit zu garantieren. Die Herausforderungen des IoT sieht Zauke vor allem in heterogenen Standards. Nach ihren Erfahrungen werde man heute bei jedem IoT-Projekt mit mindestens drei unterschiedlichen Standards konfrontiert, darüber hinaus seien erarbeitete Algorithmen immer sehr szenariospezifisch und schwer bei Folgeprojekten zu adaptieren.  Dennoch ist sich Zauke sicher: Das IoT werde für Unternehmen völlig neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Diese These verbildlichte sie am Beispiel von Sportartikelherstellern, die sich durch die Aggregation von Nutzerdaten über vernetzte Sportartikel hin zum Gesundheitsdienstleister transformieren könnten.

    Industrie 4.0 vs. Gesellschaft 4.0

    Eine völlig andere Perspektive auf das Thema Industrie 4.0 zeigte Prof. Dr. Armin Nasseki, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie an der LMU München. Der Kultur- und Wissenschaftssoziologe beleuchtete unterhaltsam die viel diskutierte Thematik aus dem gesellschaftlichen Blickwinkel. Nach Nasseki entwickelten sich die Menschen in gleichem Maße mit der Technologie. Parallel zu den vier industriellen Revolutionen gebe es auch vier anthropologische Revolutionen. Beim Mensch 1.0 sei die Maschine eine Erweiterung des Menschen gewesen, beim Mensch 2.0 der Mensch die Erweiterung der Maschine. Der Mensch 3.0 sei ein „unterkomplexer Bediener“ komplexer Vorgänge gewesen. Der Mensch 4.0, der sich jetzt im Zuge der vierten industriellen Revolution entwickle, sei Dirigent und Koordinator neuer Komplexitäten. So sieht Nasseki auch die Gesellschaft 4.0 nicht mehr als kausal organisiert, vielmehr sei als Grundlage der Wertschöpfung die digitale Rekombination von Elementen wichtiger als eine direktive Steuerung.

    Mit dem Ende der Vortragsreihe im Plenarsaal teilte sich das Auditorium am Mittag in unterschiedliche Fachforen auf. Neben verschiedenen Themenblöcken rund um die digitale Transformation in der Intralogistik gab es in diesem Jahr erstmals auch parallel die VDI-Fachkonferenz „Innovative Intralogistik“, die den Schwerpunkt auf Intralogistik und den Handel setzte und allen Besuchern des Materialflusskongresses offenstand.

    Verleihung des VDI-Studienpreis und des VDI-Innovationspreis Logistik 2017

    Feierlich wurde es bei der Abendveranstaltung im Deutschen Verkehrsmuseum in München. Das Get-Together der Kongressteilnehmer wurde umrahmt von den Preisverleihungen des VDI-Innovationspreis Logistik 2017 und des VDI-Studienpreis Logistik 2017. Der Innovationspreis ging in diesem Jahr an die Magazino GmbH aus München, die die begehrte Auszeichnung für die Entwicklung des Kommissionier-Roboters TORU erhielt.

    Preisträger Innovationspreis Logistik 2017: Die Magazino GmbH

    Preisträger Innovationspreis Logistik 2017: Die Magazino GmbH

     

    Der Studienpreis wurde erstmals unter drei Studenten aufgeteilt. „Alle drei Arbeiten waren auf einem dermaßen hohen Leistungsniveau, dass wir eine Einzelentscheidung nur aufgrund hauchdünner, formaler Gesichtspunkte hätten treffen können – und das wäre nicht im Sinne des Erfinders gewesen,“ begründete Mathias Thomas, Laudator und Geschäftsführer der Dr. Thomas + Partner GmbH & Co. KG, die Entscheidung. Die Ehrung erhielten Andreas Habl (TU München), Patrick Boden (TU Dresden) und Karl-Benedikt Reith (TU Dresden).

    Die Preisträger des Studienpreis Logistik 2017

    Die Preisträger des Studienpreis Logistik 2017

     

    Auch der zweite Kongresstag bot eine breite Palette fachspezifischer Vorträge, diesmal mit den Schwerpunkten Best-Practice-Lösungen und Neues aus Forschung & Entwicklung. Bevor Prof. Dr.-Ing. Günthner den 26. Deutschen Materialflusskongress beendete, rundeten ein kurzer Vortrag der Innovations-Preisträger der Magazino GmbH und ein Exkurs über Ökonomie und Ethik von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin der LMU-München das Programm der Veranstaltung gebührend ab.

    Weiterlesen
  • 30. März 2017

    Förderhilfsmittel in der Intralogistik

    Durch Förderhilfsmittel werden in der Intralogistik einzelne Güter zu größeren Ladeeinheiten zusammengefasst. Im Allgemeinen gilt folgende Definition: Die Intralogistik setzt Förderhilfsmittel ein, um unterschiedliche Güter zu schützen, ladebereit, transportbereit und lagerfähig zu machen. Continue reading Förderhilfsmittel in der Intralogistik

    Weiterlesen
  • 22. März 2017

    Kommissionierzeiten – Totzeit

    Die Totzeit ist eine unproduktive aber unvermeidbare sogenannte Nebenzeit, die bei der Kommissionierung durch vor- und nachbereitende Tätigkeiten (bspw. Suche und Identifikation des Lagerplatzes) entsteht. Sie kann durch einfache Maßnahmen optimiert werden. Continue reading Kommissionierzeiten – Totzeit

    Weiterlesen
  • 16. März 2017

    Trends der LogiMAT 2017

    Nicht Mensch oder Maschine, sondern Mensch und Maschine wird die Zukunft der Industrie und im Speziellen die nächsten Generationen der Intralogistik prägen. Das ist der allgemeine Tenor auf der LogiMAT 2017 in Stuttgart, die ihren Schwerpunkt im Zeichen der Zeit auf die Industrie 4.0 und ihre angrenzenden Erdteile legt. Mit „Wandel gestalten – Digital, Vernetzt, Innovativ“ gibt auch der zugehörige Messeslogan klar die Richtung der Branche an. Vorbei scheinen auch die Zeiten, in denen jeder sein eigenes Süppchen kocht – Daten und Informationen wollen verknüpft und unternehmensübergreifend über die komplette Supply Chain genutzt werden. Doch genau an dieser Stelle stößt die vierte industrielle Revolution häufig an ihr Grenzen.

    Daten werden auf der LogiMAT 2017 als digitale Währung gehandelt

    Prof. Dr. Michael ten Hompel auf der LogiMAT 2017

    Prof. Dr. Michael ten Hompel auf der LogiMAT 2017

    „Daten sind die Gold-Nuggets und das heutige Kapital eines Unternehmens“, so Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Vorstandes, der SICK AG auf der LogiMAT. Kaum verwunderlich, dass dieses digitale Kapital gehütet wird wie ein kleiner Schatz. Dennoch stellen auf der anderen Seite der grenzenlose Informationsfluss und die zugehörigen Schnittstellen die Grundvoraussetzung für die nächste industrielle Revolution dar. Wie also diesen gegenläufigen Interessen Herr werden? Ein Lösungsansatz bietet die Industrial Data Space Association, ein Konsortium aus Industrie und Forschung, unter der Schirmherrschaft des Fraunhofer IML. „Der Industrial Data Space ist ein virtueller Datenraum, der den sicheren Austausch und die einfache Verknüpfung von Daten in Geschäftsökosystemen auf Basis von Standards und mit Hilfe gemeinschaftlicher Governance-Modelle unterstützt.“ so Prof. Dr. Michael ten Hompel, Institutsleiter des Fraunhofer IML. Das bedeutet, Daten zwischen Unternehmen werden nur dann ausgetauscht, wenn beide Seiten zertifiziert und als vertrauenswürdig eingestuft sind. Jeder Partner kann dabei selbst bestimmen, welche Daten er freigibt und wie diese genutzt werden dürfen. Die Akzeptanz und der großflächige Einsatz werden letztlich damit stehen und fallen, wie viele Anhänger in der Wirtschaft, auch international, für einen solchen Standard gefunden werden können.

    Die Digitalisierung als Jobmaschine

    Forum "Die Zukunft der Intralogistik" auf der LogiMAT 2017

    Forum „Die Zukunft der Intralogistik“ auf der LogiMAT 2017

    Digitale selbstlernende Systeme, die den Einsatz von wenig vorqualifiziertem Personal ermöglichen, nennt Gerald Hofer, Vorsitzender des Vorstandes der KNAPP AG, als eine der wichtigen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung. Daher sieht Hofer die Digitalisierung auch nicht als Jobkiller, sondern viel mehr als Job-Enabler. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, Menschen einen einfachen Quereinstieg in neue Branchen zu ermöglichen.“ Als Beispiel nennt er einen Monteur, der über eine Datenbrille bei der Montage eines Getriebes Schritt für Schritt angeleitet wird, Fehler über eine Kamera von der Software sofort erkannt und korrigiert werden können. „Erkennt das System beispielsweise, dass ein falsches Teil verbaut werden soll, ist es in der Lage, den Monteur zu benachrichtigen und sogar unmittelbar das richtige Teil aus dem Lager zu ordern, sodass ein unterbrechungsfreies Arbeiten ermöglicht wird.“ Lebenslanges Lernen wird so ein Teil der täglichen Arbeit, Qualifikationen können direkt im Berufsalltag erlangt werden.

    Autonome Systeme brauchen keine Ordnung

    Ware zur Person sieht Hofer in der Intralogistik ebenfalls als großes Potential. Diese Form der Warenbereitstellung wird zwar schon seit einigen Jahren in großen Distributionszentren eingesetzt, werde aber durch intelligente, autonome Systeme der nächsten Generation ein neues Level der Produktivität erreichen. So werde die Kategorisierung in ABC-Lagerplätze in Zukunft obsolet, da das kommissionierende Lagerpersonal die Teile quasi Just-in-Sequence angedient bekomme und der Bedarf in Echtzeit oder sogar vorausschauend ermittelt und bereitgestellt werde. Vernetze Shuttlesysteme mit Schwarmintelligenz bilden dafür die Grundlage.

    Eine Lagerverwaltung für den urbanen Raum

    Mathias Thomas von Dr. Thomas + Partner auf der LogiMAT 2017

    Mathias Thomas von Dr. Thomas + Partner auf der LogiMAT 2017

    Nicht nur die Intralogistik, auch das Ende der Supply Chain, also die letzte Meile zum Kunden, scheint sich in einem Umbruch zu befinden, liegt dort doch eines der größten Nadelöhre im heutigen E-Commerce. Volle Autobahnen, verstopfte Innenstädte und lange Wege der Ware zum Kunden werden zunehmend zum Problem für eine stetig wachsende Branche. „Überall wird von Vernetzung und Digitalisierung gesprochen, doch im Bereich der Last-Mile-Logistik befinden wir uns leider oft noch in der Steinzeit“, resümiert Mathias Thomas, Geschäftsführer von DR. THOMAS + PARTNER. Dabei liege das Potential für eine Optimierung sprichwörtlich direkt auf der Straße. „Betrachten wir eine Innenstadt aus intralogistischer Sicht, ergeben sich hier ganz neue Lösungsansätze. Eine Straßenbahn, ein Fernbus oder ein Berufspendler werden aus diesem Blickwinkel zu einem Stetigförderer, Zustellroboter oder Drohnen zu fahrerlosen Transportsystemen. Über Hubs und Übergabepunkte könnten Transportdienstleister anbieterübergreifend eine wesentlich effizientere Auslastung und eine Optimierung ihrer Routen erreichen, wenn eine übergeordnete Instanz die Koordination übernehmen würde. Und letztlich ist die Koordination dieses „Materialflusses“ nichts Anderes als das, was wir seit Jahrzenten in den engen Grenzen eines Lagers professionalisiert haben. Dieses Know-how sollten wir jetzt zügig auf die Straße bringen, wenn wir nicht bald mit unseren eigenen Online-Bestellungen stundenlang im Stau stehen wollen,“ gibt Thomas zu bedenken.

     

    Auch wenn das Thema Digitalisierung dieser Tage häufig strapaziert wird, scheint es doch den Nerv der Logistik-Branche zu treffen. Zumindest nach subjektivem Eindruck der ersten beiden Tage auf LogiMAT 2017 wird auch die 15. Auflage der internationalen Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss einen neuen Besucher- und Ausstellerrekord verzeichnen können.
    Bei der LogiMAT 2018, die vom 13. – 15. März 2018 wieder in Stuttgart zu Gast sein wird, werden sich die diesjährigen Trends erneut auf den Prüfstand stellen müssen.

     

    Bildquellen: LogiMAT / Dr. Thomas + Partner

    Rückblick: So war die LogiMAT 2016…

     

     

    Weiterlesen
  • 9. März 2017

    Der (Hänge-)Taschensorter

    Der Taschensorter (engl. Pouch sorter / Bag sorter) gehört zu der Gattung der logistischen Sortier- und Verteil-Systeme. Ein sogenanntes (Hänge)-Taschensorter-System ermöglicht es, Hänge- und Liegeware auf derselben Anlage vollautomatisch zu transportieren – auch klassische Kartonware ist keine Seltenheit. Beförderungsbrüche, wie bei herkömmlichen Anlagen, beispielsweise durch Übergabe an den Stapler, sind nicht vorgesehen. Continue reading Der (Hänge-)Taschensorter

    Weiterlesen
  • 1. März 2017

    Kommissionierung – Prozessschritte

    Die Kommissionierung steht für das Zusammenstellen von vordefinierten Aufträgen aus einem Lagersortiment. Die Prozessschritte, die im Zuge der Kommissionierung durchgeführt werden, umfassen beispielsweise Übertragung des Kommissionier-Auftrags und die Bereitstellung des Artikels. Es handelt sich dabei um einzelne Grundfunktionen, die nicht zwangsläufig in derselben Abfolge zum Einsatz kommen müssen, auf Grundlage des Kommissionier-Prozesses und dessen Design entweder wegfallen oder individuelle Abhängigkeiten untereinander erzeugen. Continue reading Kommissionierung – Prozessschritte

    Weiterlesen
  • 23. Februar 2017

    Vorteile der RFID-Technologie gegenüber dem Barcode

    Welche Vorteile hat die RFID-Funktechnologie gegenüber Barcodes? Diese Frage beschäftigt seit geraumer Zeit auch die Intralogistik. Grundsätzlich stehen beim herkömmlichen Einsatz von RFID mehr Informationen zur Verfügung. Logistische wie auch produktionstechnische Prozesse können zudem, durch den regen Informationsaustausch der RFID-Transponder, schneller und zeitnah optimiert werden. Die Funkübertragung per RFID-Technologie gewährleistet, dass zum Beispiel der materialbegleitende Informationsfluss (Bestandsverwaltung) ohne Zeitverzögerung mit anderen, meist übergeordneten Systemen, abgeglichen wird. Continue reading Vorteile der RFID-Technologie gegenüber dem Barcode

    Weiterlesen
  • 16. Februar 2017

    Die Kommissionier-Wegzeit

    Die Kommissionier-Wegzeit (engl. Order-picking way time) ist die Summe der Zeiten, die für die Kommissionierung eines einzelnen Auftrags beziehungsweise Batches benötigt werden; gemessen vom Startpunkt der Kommissionierung über die Entnahmeplätze bis hin zur Abgabestelle – je nach Kommissionierart inklusive Rückweg zum Ausgangspunkt. Auf Grundlagen dieser Daten ist es möglich, am Ende des Tages, die sogenannte Kommissionierleistung als Kennzahl zu bestimmen. Sie fasst die gesamten Wegzeiten aller Auftragspositionen zusammen. Continue reading Die Kommissionier-Wegzeit

    Weiterlesen
  • 9. Februar 2017

    Die Lagerplatzverwaltung

    Die Lagerplatzverwaltung sorgt dafür, dass ein Lagerort in der Breite, Höhe und Tiefe erfasst beziehungsweise belegt ist. Sie umfasst zwei unterschiedliche topologische Aspekte. Zum einen den Gesamtaufbau des Lagers und damit die Positionen der einzelnen Lagerorte, zum anderen die eigentliche Platzverwaltung innerhalb eines einzelnen Lagerortes. Dort wird entweder in groben räumlichen Einteilungen oder auf den Quadratmillimeter genau eingelagert. Zudem ist eine Füllmengen-basierte Einlagerung (lose Teile) keine Seltenheit. Continue reading Die Lagerplatzverwaltung

    Weiterlesen
  • 1. Februar 2017

    Perfect Order Fulfillment: die perfekte Auftragserfüllung

    Das sogenannte Perfect Order Fulfillment steht für den perfekten Erfüllungsgrad beim Lieferservice. Der Grad der Erfüllung beschreibt dabei die Kundenanforderungen an die Lieferung selbst. Um einen hohen Erfüllungsgrad zu erreichen, werden folgende Kennzahlen erhoben: Termintreue, Lieferzuverlässigkeit, Lieferungsbeschaffenheit sowie die Lieferflexibilität. Continue reading Perfect Order Fulfillment: die perfekte Auftragserfüllung

    Weiterlesen
  • 27. Januar 2017

    Überladung bei Lkws – Gefahren und Bußgelder

    Täglich werden verschiedenste Güter auf den Straßen Deutschlands transportiert. Allein im Jahr 2015 wurden laut dem Statistischen Bundesamt 4,5 Mrd. Tonnen an Gütern in Lkws eingeladen und an den entsprechenden Zielort gebracht. Doch durch das hohe Gewicht der Lkws muss die Infrastruktur immer wieder angepasst werden, damit auch weiterhin Güter transportiert werden können. Die Straßen werden durch die hohe Belastung oft beschädigt, so dass eine regelmäßige Instandsetzung und engmaschige Reparaturen notwendig sind. Da diese allerdings schnell sehr kostspielig werden können, gibt es verschiedene Regeln, die dazu beitragen sollen, die Schäden so klein wie möglich zu halten. Zudem soll die Verkehrssicherheit durch die Verordnung zur Überladung erhöht werden, was speziell bei Gefahrgut eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

    Gefahren der Überladung

    Die Verordnung zur Überladung stellt sicher, dass das zulässige Gesamtgewicht der Lkws auf den Straßen nicht überschritten wird. Neben der Beschädigung der Straßen, stellen überladene Lkws auch ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Daher folgen auf Überladung hohe Bußgelder. Eine Überladung kann eine unregelmäßige Verteilung und damit eine unregelmäßige Belastung der verschiedenen Achsen hervorrufen. Das hat zur Folge, dass Lkws sehr schnell ins Schlingern geraten können. Dadurch werden nicht nur andere Verkehrsteilnehmer sondern auch der Fahrer selbst in Gefahr gebracht. Im Falle einer Vollbremsung wird die Ladung durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert, was zu Unaufmerksamkeit im aktuellen Verkehrsgeschehen oder Verletzungen der Fahrzeuginsassen führen kann. Eine Überschreitung des zulässigen Höchstgewichts kann außerdem eine hohe Belastung der Reifen darstellen, so dass sich das Profil schneller abnutzt und ein fester Halt auf der Fahrbahn nicht mehr gewährleistet werden kann. Auch dieser Fall stellt ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar. Wer ein solches Risiko eingeht und von der Polizei erwischt wird, bekommt ein Fahrverbot verhängt, bis die Ladung reduziert wurde. Zudem folgen verschiedene Sanktionen.

    Sanktionen und Bußgelder

    In Deutschland wird zunächst der Fahrer und nicht der Halter des Fahrzeugs für Ordnungswidrigkeiten belangt. Bei einer Überladung hingegen, folgt nicht nur für den Fahrer sondern auch für das Unternehmen ein Bußgeldbescheid. Zusätzlich muss mit einem Punkt in Flensburg gerechnet werden. Die Bußgelder für Überladung und falscher Ladungssicherung können sich für den Halter des Fahrzeugs auf bis zu 425 Euro belaufen, wenn eine Überladung von 25 Prozent über dem zugelassenen Gesamtgewicht erreicht wird. Punkte in Flensburg werden auch für Fahrzeughalter verhängt, die selbst keinen Führerschein besitzen. Wer sich also vor teuren Strafen schützen möchte, sollte sich vorab zum Thema Überladung informieren und Vergehen vermeiden.

    Weitere Informationen zur Beförderung von Gütern finden Sie unter CMR: der Frachtbrief 

    Alternativen zu Lkws auf Straßen finden Sie in der Studie: LKW auf Schienen – ELANS, die AutoBahn der Zukunft?

    Bildquelle © TheMuuj, Lizenz (CC BY-SA 2.0)

     

    Weiterlesen
Seite 1 von 12