• 16. Oktober 2017

    Multicopter: Drohnen als Paketboten der Zukunft

    Warenlieferung per automatisierten oder gar autonomen Drohnen? Was man allenfalls als Vision aus Science-Fiction-Filmen kennt, könnte schon bald Alltag sein. Zumindest, wenn es nach Amazon, UPS, Mercedes Benz und DHL geht. Wo liegen dabei die Herausforderungen, was ist in Deutschland gesetzlich erlaubt – Stichwort Luftraumsicherung? Und welche logistischen Ansätze der Dienstleister sind bereits bekannt? Eine Zusammenfassung. Continue reading Multicopter: Drohnen als Paketboten der Zukunft

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  • 10. Oktober 2017

    Kommissionier-Art Pick-by-Scan (auch Pick-by-MDE)

    Bei der Kommissionier-Art Pick-by-Scan handelt es sich um eine beleglose Kommissionierung, die mittels mobilem Datenerfassungsgerät, kurz MDE, unterstützt wird. Dabei ersetzt das MDE die klassische Kommissionier-Liste in Papierform. Zum Einsatz kommen hierfür mobile Handheld-Computer, mit integriertem 1D- oder 2D-Barcodescanner, die den Mitarbeiter Schritt für Schritt durch die einzelnen Pick-Positionen führen. Continue reading Kommissionier-Art Pick-by-Scan (auch Pick-by-MDE)

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  • 2. Oktober 2017

    Wie kann Schwarmintelligenz funktionieren?

    Zahlreiche Experimente aus der interdisziplinären Schwarmforschung zeigen eindrucksvoll wie ein Schwarm funktioniert, übrigens auch mit den von den Autoren (Ernst Kurzmann und Johannes-Paul Fladerer) betriebenen Ameisenlaboren im Rahmen von Live-Experimenten für die Führungskräfteentwicklung von Erwerbsunternehmen, Non-Profit-Organisationen und Leistungsnetzwerken. Übertragen auf die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte von heute, lassen sich, inspiriert durch die imposanten Leistungen von Schwärmen, mitunter auch von Tier- und Menschenschwärmen einige wesentliche Voraussetzungen zur „Generierung“ von Schwarmintelligenz herauskristallisieren.

    Jüngere Forschungen aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen – Biologie, Informatik, Robotik, Logistik, Supply Chain Management, Sozialpsychologie, Managementtheorie, BWL und Soziologie – haben zahlreiche – erfolgskritische – Voraussetzungen zutage gefördert, wobei einige – gerade zu Beginn der Beschäftigung mit Schwarmintelligenz – von besonderem Interesse sind.

    Motivation und Freiwilligkeit

    Schwarmintelligenz setzt für das Individuum einen Anreiz voraus, wenn der jeweilige Beteiligte nicht gerade glücklicherweise intrinsisch motiviert ist. Beteiligte können nicht nur Mitarbeiter, sondern alle Stakeholder einer Liefer- und Leistungskette (Supply Chain) sein. Somit sind Kunden, Lieferanten, Dienstleister, Partner oder Unterlieferanten zu den Stakeholdern zu rechnen. Wie wir aus unserer eigenen beruflichen Erfahrung wissen, ist intrinsische Motivation und Freiwilligkeit nicht bei allen Beteiligten gegeben und daher benötigt man häufig extrinsische Anreize, die sich nicht nur in monetären Gegenleistungen zeigen müssen. Stimuli können somit in der Praxis durch verschiedenste Netzwerkvorteile für den Einzelnen entstehen.

    Unabhängigkeit und Konstruktiver Non-Konformismus

    Sie zeigt sich in den Meinungen, Überlegungen, Einschätzungen, Beurteilungen oder Entscheidungen der Beteiligten. Unabhängigkeit kann durch möglichst geringe Abhängigkeit von den Meinungen und Entscheidungen anderer besser beschrieben und verständlich gemacht werden. Selbstverständlich wissen wir, wie schwierig es ist, dass beispielsweise Mitarbeiter eines Unternehmens unabhängig von dem Verhalten anderer sein können. Daher sind, wenn man kollektive Mehrwerte generieren möchte, gerade jene Spielregeln zu schaffen, dass dies im weiten Maße gewährleistet ist. Unabhängigkeit kann unter anderem auch durch Konstruktiven Non-Konformismus (Prof. Francesca Gino, Harvard Business School) beispielsweise des jeweiligen Mitarbeiters zum Ausdruck kommen. Hingegen stellt überzogener Konformismus von Gruppen- und Team-Mitgliedern eine echte Hürde für das Entstehen von kollektiven Mehrwerten und damit für die Erfolge von Schwarmintelligenz dar, wohlwissend wie sehr ein Mindestmaß an Konformismus zum Gruppenzusammenhalt (Gruppenkohäsion) erforderlich ist. Unabhängigkeit bedeutet insbesondere, dass der Gruppendruck nicht dazu führt, dass der Einzelne auf seine eigene Meinung und sein eigenes Urteil verzichtet um mit der Gruppe in Harmonie zu leben.

    Diversität

    Es ist die Vielfalt der Einzelnen bezüglich Talente, Erfahrungen, Wissen, Fertigkeiten, Sichtweisen, Ausbildungen aber auch in vielen Fällen aufgrund sozialer Herkunft, Alter und Geschlecht. Die Vielfalt der Einzelnen eines Systems stellt eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Entstehen von kollektiver Intelligenz, das wir – mehr oder wenig – synonym für Schwarmintelligenz verwenden, dar. Zahllose empirische Studien aus der Schwarmforschung und der Managementpraxis bestätigen die Macht und Weisheit der Vielfalt von Kollektiven, Gruppen und Teams. Diese Vielfalt als einen positiven und konstruktiven Wertbeitrag im Rahmen von Logistik- und Lieferketten zu erkennen, ist eine absolute Grundvoraussetzung zum Gelingen von Schwarmleistungen, sprich Leistungen durch das Kollektiv (also die Gesamtheit der Lieferketten-Beteiligten). Vielfach wird jedoch Vielfalt bzw. Diversität als eine Hürde von Fach- und Führungskräften mental wahrgenommen. Es gilt somit diese Barriere abzubauen indem nicht nur die wissenschaftlichen Ergebnisse von zahllosen Studien kommuniziert werden, sondern auch und vor allem durch das Management der Wert der Diversität vorgelebt wird. Ein durchaus herausforderndes Unterfangen, wie wir aus eigener Consultingtätigkeit wissen.

    Dezentrales Wissen und Verstreutes Wissen

    Wissen über die (nur) jene Beteiligte oder Mitarbeiter im Besonderen verfügen, die konkret vor Ort tätig sind, die also über Vorort-Wissen verfügen, das möglicherweise nirgends in Unternehmungen gespeichert oder lokalisierbar ist. Das verstreute Wissen ist typischerweise fragmentiertes Wissen, das in vielen Fällen zudem nur implizit in den Köpfen der Einzelnen einer Organisation vorhanden ist. Implizites Wissen ist in den Organisationen zwar grundsätzlich vorhanden, aber die einzelnen Beteiligten wissen in der Regel nicht, dass sie überhaupt darüber verfügen. Implizites Wissen spielt bei kollektiven Leistungen eines Unternehmens oder auch eines Ordnungssystems wie der Marktwirtschaft eine eminente Rolle. Dezentrales Wissen ist somit verstreutes Vorort-Wissen und stellt vielfach implizites Teilwissen Einzelner eines größeren Ganzen dar.

    Vernetzung Vieler (Kommunikation)

    Je größer die Anzahl der Einzelindividuen, umso größer die Möglichkeiten und Chancen zur Erzeugung eines leistungsfähigen Schwarmergebnisses. Dieser Effekt kann unter anderem durch das Gesetz der großen Zahlen zum Teil erklärt werden. Das Zusammenwirken vieler wird durch Interaktion im weiten Sinn des Begriffes bewirkt und verstärkt. Eines der wichtigsten Werkzeuge hierfür stellt die Kommunikation mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationsmittel (IuK-Technologien) dar, wobei die jeweilige Technologie nicht unbedingt initialisierend, sondern nur verstärkend wirkt. Die berühmtesten Beispiele hierfür sind mit Sicherheit das Internet und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten internetbasierter Technologien.

    (In einem separaten Artikel wird auf die indirekte Kommunikation, genannt Stigmergie, näher eingegangen, die übrigens von den Leistungen von Ameisen und Termiten „abgeschaut“ wurde).

    Keine zentrale Steuerung/ Heterarchie

    Werden die Prozesse „zentral“ gelenkt, beeinflusst das die Teilnehmer. Die Initiatoren dürfen sich erst bei der Auswertung der Ergebnisse wieder einklinken. Schwarmintelligenz setzt in der Regel auf heterarchische Organisation der Gruppenmitglieder. Heterarchie steht für ein Organisationssystem, in dem die einzelnen Organisationsmitglieder in keinem Über- und Unterordnungsverhältnis stehen, sondern formell gleichberechtigt nebeneinander. Heterarchie steht häufig stellvertretend für Selbststeuerung und Selbstbestimmung. Die Entscheidungen sind also nicht von oben zu fällen, sondern werden bottom-up „gefällt“. Die Schwarmmitglieder müssen in ihren Aktionen, Interaktionen und ihrer Kommunikation auf gleicher Augenhöhe agieren. Der Schwarm wird nicht hierarchisch geführt, sondern führt sich im besten Sinn des Wortes selbst, dezentral und von unten, gegenseitig und wechselseitig. Netzwerkorganisationen sind ebenso häufig heterarchisch gesteuert wie echtes Teamworking, bei dem auch der Teamleiter in letzter Konsequenz nicht den „normalen“ Teammitgliedern übergeordnet sein darf.

    Aggregation (Verdichtung der genannten Voraussetzungen)

    Die schließliche Aggregation aller motivierten, unabhängigen, diversen, dezentralen und kommunizierenden Einzelleistungen zu einer Gesamtleistung des Schwarms ist eine besondere Herausforderung im Rahmen der „Generierung“ von Schwarmintelligenz, da die jeweiligen Anwendungsfälle nicht nur mit verschiedenen „Zusammenfassungen“ ausgewertet werden können. Die Verdichtung vieler fragmentierter Einzelleistungen in Form von Teilwissen reicht von manchmal einfacher Mittelwertbildung bis hin zu sehr komplexen Aggregationsverfahren, wie das aus Sicht der Autoren beispielsweise das freie Spiel von Angebot und Nachfrage auf einem freien Markt wie der Frachtenbörse geschieht: Der Markt aggregiert sozusagen die vielen „Einzelinformationen“ zu einem Marktpreis und kommuniziert diese wiederum zurück an die Individuen, die sich ihrerseits wiederum in ihrem Verhalten verändern.

    Um die angeführten Voraussetzungen für das Generieren von schwarmintelligenten Phänomenen auch praktisch zu unterstreichen, soll in einem weiteren Artikel auf faszinierende Anwendungen in Logistik und Supply Chain Management von renommierten Unternehmungen eingegangen werden.

    Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag Logistikmanagement und Schwarmintelligenz – Führen durch Ergebniserwartung.

    Bildquelle: mihajov, Lizenz CC0

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  • 25. September 2017

    Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Industrie

    Die Mensch-Maschine-Schnittstelle stellt die analoge oder digitale Interaktions-Schnittstelle zwischen einer Person, also einem Anwender, und einer Maschine dar. Sie ist ein Teil der Mensch-Maschine-Kommunikation (auch Mensch-Maschine-Interaktion). In einfachster Form kann diese Schnittstelle ein simpler Ein-Aus-Schalter sein, in einer ausgeprägten Form die Softwareoberfläche eines unternehmensweiten IT-Systems. Mit wachsender Digitalisierung in allen Lebensbereichen, speziell auch in der Industrie, gewinnt die Schnittstelle zur Technik und deren einfache Bedienbarkeit zunehmend an Bedeutung.

    Die Prozesse in industriellen Software-Systemen sind sehr komplex geworden. Industrie 4.0, die digitale Vernetzung der gesamten Supply-Chain und der Einsatz cyber-physischer Systeme in der Produktion führen zu einer Hochtechnisierung einstig manueller Arbeitsfelder. Für den Mitarbeiter im operativen Geschäft bedeutet dies auch, dass er sich in digitalen Arbeitswelten zurechtfinden muss. Logischerweise wäre es viel zu aufwändig, dass er sich zur einfachen Bedienung einer Maschine in den Programm-Code und die Programmiersprache des zugrunde liegenden Systems einarbeiten muss. Deshalb gibt es visuelle und audio-gestützte Dialogsysteme, die eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine bilden.

    Graphical User Interfaces (GUI)

    In der Industrie ist eine weit verbreitete Form der Nutzerinteraktion mit einem IT-System die Kommunikation über grafisch visualisierte Software-Oberflächen, sogenannte Graphical User Interfaces (GUI). Da der Mensch nicht direkt in der Sprache des IT-Systems interagieren kann, werden alle Informationen für die jeweilige andere Seite in deren verständliche Sprache übersetzt (codiert oder decodiert). Im Hintergrund ereignen sich, für den Benutzer nicht sichtbar, umfangreiche Rechenoperationen und Datenbankabfragen. Die Ergebnisse dieser Rechenprozesse sind schließlich als visuelle Informationen für den Anwender im Dialog sichtbar. Der Mitarbeiter kann darauf reagieren bzw. mit dem System interagieren. Diese Nutzerdialoge können dem Anwender über unterschiedliche Endgeräte wie PCs, stationäre Terminals, Smartphones, Tablets, mobile Industrie-Terminals oder Datenbrillen zur Verfügung gestellt werden. Für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, dass alle Vorgänge und Daten, die für einen Systemprozess von Nöten sind, vollständig erfasst werden. Dies geschieht teilweise automatisiert, teilweise muss der Nutzer Daten manuell zur Verfügung stellen.

    Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Intralogistik

    In der Intralogistik gibt es an verschiedenen Punkten Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Essenzielle Kommunikationspunkte sind der Logistik-Leitstand und die Kommissionierung.

    Schnittstelle: Lager-Leitstand

    Der Leitstand ist vereinfacht betrachtet die Einsatzzentrale eines Distributionszentrums – hier laufen alle Informationen über Durchsatz, Personaleinsatz, Kennzahlen, Anlagenzustände und auftretende Probleme zusammen. Das Monitoring findet über PC, Tablet oder Smartphone statt, die Informationen werden dem verantwortlichen Mitarbeiter grafisch aufbereitet, so dass er einen schnellen Überblick bekommt. Wenn Bedarf besteht, kann er mit dem Lagerverwaltungssystem interagieren und eine Feinjustierung des Prozesses vornehmen. Im Hintergrund wird von der Maschine eine große Datenmenge verarbeitet, die Aktionen des Menschen sind am Leitstand im besten Falle gering.

    Schnittstelle: Kommissionierung

    Der Geschäftsprozess Kommissionierung ist vermutlich der Bereich im Lager, der die ausgeprägteste Mensch-Maschine-Kommunikation in beide Richtungen aufweist. Denn zum einen bekommt der Kommissionierer Informationen über die Pickaufträge vom Warehouse Management System zur Verfügung gestellt, zum anderen meldet er kontinuierlich den Status seines Rundganges, Fehlmengen und die Quittierung von abgeschlossenen Picks an das System zurück. Zudem ist die Kommissionierung in der Regel der Bereich im Lager mit dem höchsten Personalaufkommen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Effizienz und Genauigkeit hier immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden und kontinuierlich neue Technologien und Prozesse zum Einsatz kommen.

    Visuell über Displays (Pick-by-MDE)

    Das gängigste Kommissionierverfahren in Distributionszentren ist eine benutzergeführte Kommissionierung über ein mobiles Endgerät. Dies ist in der Regel ein mobiles Datenerfassungsgerät (MDE) nach Industriestandard, das sowohl über ein Display (Datenausgabe), als auch über einen Scanner und verschiedene Tasten verfügt (Dateneingabe). Der Kommissionierer wird über Anweisungen auf dem Display geführt und bestätigt die Auftragserfüllung per Scan oder über eine manuelle Eingabe am Gerät. Über WLAN ist das MDE direkt mit dem IT-System verbunden. Neben MDEs kommen zunehmend auch Smartphones und Tablets in der Industrie zum Einsatz.

    Visuell über Lichtsignale (Pick-by-Light)

    Bei der Pick-by-Light-Kommissionierung bekommt der Mitarbeiter die Kommissionieranweisung über Signallampen und Ziffernanzeigen, die am entsprechenden Regalfach angebracht sind. Die Entnahme quittiert er manuell über einen Taster oder automatisiert über Sensoren.

    Visuell über Head-mounted Displays (Pick-by-Vision)

    Pick-by-Vision ist eine Kommissionierform, die sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befindet. Über eine Datenbrille werden dem Kommissionierer die Informationen zum Pickauftrag direkt in sein Sichtfeld projiziert. Je nach Ausprägung dieser Augmented-Reality-Lösungen kann auch eine Navigationsunterstützung erfolgen. Der Mitarbeiter interagiert mit dem System entweder über Tasten an Brille oder Zusatzgerät, über Sprache oder über Gesten, die von einer in der Brille integrierten Kamera erfasst werden.

    Akustisch über Sprachanweisungen (Pick-by-Voice)

    In der Pick-by-Voice-Kommissionierung wird der Kommissionierer über Sprachanweisungen gesteuert. Er trägt entweder Kopfhörer oder eine spezielle Weste mit integrierten Lautsprechern, über die er Position und Entnahmemenge der Pickteile angesagt bekommt. Er bestätigt die Entnahme entweder ebenfalls über einen Sprachbefehl oder über Tasten einer zugehörigen Hardware.

    Weitere Informationen zum Umgang mit Daten in der Intralogistik finden Sie in dem Beitrag Smart Data.

    Teaserbild: geralt

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  • 21. September 2017

    „Fraunhofer Mobility Infusion“ am 21. November 2017 in Frankfurt

    „Intelligent vernetzt – Wo geht die Reise hin?“ und „Autonomes Fahren in der vernetzten Mobilität“ – das sind die Themen der »Fraunhofer Mobility Infusion« auf der Hypermotion, der neuen Fachmesse zur Digitalisierung intelligenter Verkehrssysteme, die vom 20. bis 22. November 2017 in Frankfurt am Main stattfindet. In der Fachkonferenz der Fraunhofer-Allianz Verkehr, die vom Fraunhofer IML federführend organisiert wird, geht es um Fragen zur Zukunft der vernetzten Mobilität und um aktuelle Themen wie Intermodalität, Multimodalität und autonomes Fahren. Experten und Manager u. a. von Fraunhofer, Google, Uber, Volkswagen und der Hamburger Hochbahn geben spannende Impulse und Ausblicke auf die Mobilität der Zukunft.

    Neues Verständnis von Mobilität gefragt

    „Die Grenzen zwischen Individualverkehr und öffentlichem Verkehr verschwimmen zunehmend. Wir brauchen ein neues Verständnis von Mobilität und müssen neue Lösungen entwickeln, um zukunftsfähig zu sein. Die Fraunhofer Mobility Infusion bringt Experten aus relevanten Bereichen zusammen, um diesen Prozess zu diskutieren und Anregungen für neue Lösungsansätze zu geben“, sagt Wolfgang Inninger, Leiter des Projektzentrums Verkehr, Mobilität und Umwelt am Fraunhofer IML. Dr. Claus Doll, Leiter des Geschäftsfelds Mobilität am Fraunhofer ISI, ergänzt: „Neue Mobilität ist ein Spiegel des grundlegenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels, den wir in allen Lebensbereichen erwarten müssen. Um diesen Wandel für alle gut zu gestalten, brauchen wir das Zusammenspiel aus innovativen Konzepten und einem starken Leitbild nachhaltiger Mobilitäts- und Lebenswelten.“

    Welche Rolle spielt das autonome Fahren in der vernetzten Mobilität und wie greifen neue Geschäftsmodelle und Technologien ineinander? Das möchten wir mit unseren Teilnehmern – gerne auch kontrovers – diskutieren. In der Podiumsdiskussion ist deshalb ein Publikumsplatz reserviert, der vor Ort unter allen Interessierten verlost wird.

    Das komplette Programm der »Fraunhofer Mobility Infusion« finden Sie unter https://www.verkehr.fraunhofer.de/de/aktuell/Hypermotion.html

    Die Fraunhofer-Allianz Verkehr ist zudem mit einem Messetand in Halle 5.1, Stand D22 vertreten.

    Teaserbild: geralt / Lizenz: CC0

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  • 18. September 2017

    Kanban und Schwarmintelligenz auf Führungsebene

    Im produzierenden Gewerbe und in der Industrie hat sich ein Versorgungskonzept namens Kanban (jap. für Karte bzw. Schild), erfunden und entwickelt von Taichi Ohno in den Toyota Werken der 50er Jahre, weltweit durchgesetzt. Das Kanban-Prinzip setzt, wie auch die Schwarmintelligenz, auf dezentrale Steuerung der Prozesse und Prozessketten. Analytisch betrachtet geht die Initialsteuerung vom Endkunden der Prozesskette aus, der durch das Pull-Prinzip letztlich – bei konsequenter Durchdringung der industriellen Produktionskette – die Produktion anstößt. Continue reading Kanban und Schwarmintelligenz auf Führungsebene

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  • 13. September 2017

    Gewinner des 1. Digital Logistics Awards gekürt

    Das angehende Fraunhofer Spin-off MotionMiners hat beim ersten Digital Logistics Award in einem starken Konkurrenzumfeld Platz 1 belegt. Die Teilnehmer des „Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche“ setzten die Dortmunder gestern nach einer spannenden Pitch-Session mit sieben weiteren Finalisten an die Spitze des Wettbewerbs. Die Kurzpräsentation des Digital-Teams, das eine Lösung zur automatischen Aufnahme und Analyse von industriellen Arbeitsprozessen entwickelt hat, überzeugte das Publikum am meisten. „Der Preis ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Arbeit“, bedankten sich die Gründer Sascha Kaczmarek, Sascha Feldhorst und René Grzeszick bei der Preisverleihung während der traditionellen Abendveranstaltung des Zukunftskongress Dortmund in Schwerte bei den Anwesenden. Gastgeber des Abends war der Digital.Hub Logistics in Dortmund, der den Preis auch ausgelobt hatte. Mit dem Preisgeld und der Unterstützung durch Fraunhofer Venture wollen die MotionMiners einen neuen Geschäftsbereich weiter ausbauen: „Aktuell arbeiten wir an einer Art Messkoffer für Unternehmen, der unsere Hardware und Software bzw. die damit verbundene Softwarelizenz beinhaltet. Prozessmanager in Unternehmen oder Berater können Messungen so eigenständig durchführen“, freute sich Co-Founder Sascha Kaczmarek.

    Platz zwei beim Digital Logistics Award belegte das junge Unternehmen Wingcopter aus Darmstadt mit seiner hybriden Hochgeschwindigkeitsdrohne: „Bei Lieferdrohnen denken viele heute zuerst an die Pizzalieferung aus der Luft. Unser Ansatz ist ein anderer: Wir wollen mit Drohnen-Logistik Leben retten. Deshalb bereiten wir aktuell ein Hilfsprojekt in Afrika vor, in dem unsere Wingcopter Medikamente, Blutkonserven und Impfstoffe in abgelegene Regionen transportieren, die mit üblichen Fahrzeugen nur schwer erreichbar sind. Die Auszeichnung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Tom Plümmer, Founder & CEO von Wingcopter.

    Beim Kampf um den dritten Platz hatten sich gleich mehrere Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Letztlich ging die Auszeichnung an die Münchner „Mitfahrzentrale für Fracht“ LoadFox: „Spediteure und Frachtführer, deren Tourenplanung bisher sehr aufwändig war, nutzen mit Begeisterung unsere webbasierte Plattform. Damit wir die Logistik weiterhin Tag für Tag ein bisschen besser machen können, wollen wir mit dem Preis in weitere User-Tests bei unseren Kunden vor Ort investieren. Denn dabei erfahren wir, welche Probleme wir noch lösen können und müssen“, erklärte Sebastian Sorger, Chief Commercial Officer von LoadFox.

    Digital Logistics Award: Digitalisierung in der Logistik ist keine Zukunftsmusik

    Eine mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft prominent besetzte Jury hatte im Vorfeld des Pitches die schwierige Aufgabe, aus insgesamt 39 Bewerbungen acht Finalisten zu bestimmen, die ihre Lösung auf dem Zukunftskongress Logistik präsentieren konnten. Zu den Bewertungskriterien der Jury gehörten der Neuigkeitsgrad der Lösung sowie deren Marktpotenzial und der Kundennutzen. Auch das Publikum auf dem Zukunftskongress war bei der Vergabe seiner Stimmen dazu aufgefordert, diese Maßstäbe anzulegen. „Jedes der Digital-Teams hätte es verdient zu gewinnen“, so das Fazit von Thorsten Hülsmann, Mitglied des Management Teams des Digital.Hub Logistics. „Denn alle haben gezeigt, dass sie bei der Digitalisierung der Logistik aufs Tempo drücken und dass die Digitalisierung in der Logistik keine Zukunftsmusik ist.“ Insgesamt wurden mehr als 25.000 Euro an Preisgeldern und Sachleistungen – gesponsort von duisport, EffizienzCluster LogistikRuhr, Deutsche Bank und Fraunhofer Venture – vergeben.

    Der Digital-Logistics-Award wurde auf der Veranstaltung Digital.Hub Logistic an das Team MotionMiners verliehen.

    Digital-Logistics-Award Platz 1
    (v. l.): Die MotionMiners René Knepper, Sascha Kaczmarek, Sascha Feldhorst, René Grzeszick.

    Auf der Veranstaltung Digital.Hub Logistic ging der 2. Platz des Digital Logistics Award an das Unternehmen Wingcopter.

    Digital-Logistics-Award Platz 2
    (v. l.): Wingcopter mit CEO Tim Plümmer und COO Ansgar Kadura

    Der dritte Platz des Digital-Logistics-Awards ging an das Start-Up Loadfox.

    Digital-Logistics-Award Platz 3
    (v. l.): Loadfox mit Chief Commercial Officer Sebastian Sorger und Leiterin Marketing Katharina Reimann.

    Bildquelle: Fraunhofer IML

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  • 13. September 2017

    Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche: Social Networked Industry

    In der Social Networked Industry werden Menschen und Maschinen in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Doch welche Weichen müssen Wissenschaft und Wirtschaft stellen, damit Mensch und Maschine zum Team werden? Mehr als 550 Teilnehmer gingen dieser Frage auf dem ‚Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche‘ am 12. und 13. September 2017 auf den Grund.

    Unter dem Motto ‚Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0‘ stand die Welt nach der vierten industriellen Revolution im Fokus der zwei Veranstaltungstage. Bereits zum 35. Mal richtete die Logistikbranche damit beim vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem EffizienzCluster LogistikRuhr veranstalteten Kongress den Blick auf Technologien und Geschäftsmodelle, die die Zukunft prägen werden. Besondere Bedeutung kam dabei der Devise „Machen macht’s möglich“ zu. Nachdem der Kongress im vergangenen Jahr unter dem Motto „Einfach machen“ an die Teilnehmer appellierte, Innovationen im Sinne einer Fast-Failure-Kultur möglichst schnell umzusetzen und auszutesten, demonstrierte die Veranstaltung nun, welch großes Innovationspotenzial eine solche Kultur hervorbringen kann – mit Start-ups, die in einem Wettbewerb ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vorstellten und einer Sequenz am zweiten Kongresstag, in der die Teilnehmer insgesamt 14 Entwicklungen aus dem Fraunhofer IML selbst hautnah erleben konnten.

    Zukunftskongress Logistik: Auch Blockchain war Thema

    Rund um die Themen Technologie, Dienstleistung und das Trendthema Blockchain diskutierte das ‚ZukunftsPlenum‘ am ersten Kongresstag Strategien für die digitale Transformation der Logistikbranche. In seinem Eröffnungsvortrag zeichnete Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, ein Bild der Social Networked Industry. In dieser gehe es nicht darum, neue Technik, sondern eine neue Welt zu schaffen. „Unser Zukunftsbild Social Networked Industry steht für den Einsatz neuer Technologien in einer Welt, in der Menschen und Maschinen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wir müssen diese Welt aktiv gestalten. Wenn wir uns weiter nur damit beschäftigen, diese Welt zu regulieren und zu verwalten, verlieren wir das wichtigste Ziel aus den Augen: Menschen dürfen nicht zum Störfaktor einer hochautomatisierten Logistik werden, sondern zum Kopf einer Social Networked Industry“, so ten Hompel.

    Podium beim Zukunftskongress 2017

    Podium beim Zukunftskongress 2017

    Die Vortragsreihe der Wirtschaftsvertreter eröffnet im Anschluss Dr. Christoph Beumer, Chairman und CEO der BEUMER Group, mit Einblicken in die Digitalisierungsstrategie eines Mittelständlers. Das Zukunftsplenum wartete zudem mit einem Novum auf: Im Rahmen einer Pitch-Session kämpfte eine Auswahl von Start-ups und Start-ins um den ‚Digital Logistics Award‚. Die Gründerteams stellten ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vor; den Sieger kürte das Plenum mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Die besten drei Teams wurden auf der Abendveranstaltung des Digital Hub Logistics mit attraktiven Preisen geehrt. Im Anschluss an das Tagesprogramm bot das Fraunhofer IML in diesem Jahr einen Einblick in die aktuelle Forschung des Instituts: Mit autonomen Fahrzeugen, der Erfassung von Bewegungsdaten via Motion-Capture-Technologie und Laserprojektionen präsentierten die Wissenschaftler im ersten Teil des neuen ‚Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik‘ ein Zusammenspiel von Technologien, die in der Social Networked Industry selbstverständlich sein werden.

    Am zweiten Kongresstag, 13. September, widmete sich das Fraunhofer-Symposium ‚Social Networked Industry‘ dann in fünf parallelen Sequenzen der Frage, welche Schritte in Richtung Social Networked Industry in der Praxis schon gemacht sind und vor welchen Herausforderungen Wissenschaft und Wirtschaft dabei noch stehen. Auch der zweite Tag brachte dabei eine Neuerung mit sich: Erstmalig setzte sich eine der fünf Sequenzen nicht aus Vorträgen und Podiumsdiskussionen zusammen; stattdessen konnten die Kongressteilnehmer in der »Digital Sandbox« auf Erkundungstour gehen. An insgesamt 14 Stationen mit realen Anwendungsfällen zeigten Wissenschaftler den Teilnehmern, wie Mensch und Technik als Partner einer Logistik von morgen interagieren – von interaktiven Ladungsträgern über Augmented Reality und Drohnen bis zur physisch erlebbaren Blockchain.

    Weitere Informationen: http://www.zukunftskongress-logistik.de/

    Bildquelle: Fraunhofer IML

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  • 12. September 2017

    Die Kommissionier-Art Pick-by-Vision

    Bei Pick-by-Vision handelt es sich um ein Kommissionier-Verfahren, bei der ein Kommissionierer mit Hilfe Datenbrille und kontextbezogenen Informationen Artikel beziehungsweise Güter für Kunden- oder Produktionsaufträge zusammenstellt. Die Datenbrille, auch Smartglasses genannt, versorgt den Mitarbeiter auf seinem Rundgang nicht nur kontinuierlich mit Informationen zum jeweiligen Auftrag; die Brille zeigt dem Kommissionierer auch, in welchem Regal oder auf welcher Palette sich ein Artikel befindet. Zudem kann, in Abhängigkeit der Software, der kürzeste und somit effizienteste Weg zum Lagerort angezeigt werden. In der Regel wird die Position des jeweiligen Mitarbeiters durch ein Trackingsystem dauerhaft erfasst. Continue reading Die Kommissionier-Art Pick-by-Vision

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  • 7. September 2017

    Fraunhofer IML: Startups treffen Forschungsministerin

    Was können die Drohnen der Zukunft und wie lassen sich Arbeitsbedingungen durch künstliche Intelligenz verbessern? Zwei Start-ups des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML und Stippvisiten im Virtual-Reality-Lab des Instituts und einem neuen Forschungszentrum der Technischen Universität Dortmund standen beim Besuch der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und MdB Steffen Kanitz am 7. September 2017 ganz oben auf der Agenda.

    Im Austausch mit Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, informiert sich Bundesforschungsministerin Johanna Wanka regelmäßig über aktuelle Themen aus der Dortmunder Forschungshochburg, wo das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit Jahren zahlreiche Projekte unterstützt. Nun reiste die Ministerin ins Ruhrgebiet, um sich direkt vor Ort ein Bild vom Stand der Logistikforschung zu verschaffen. Besonderes Interesse galt dabei den zwei Gründungsinitiativen ‚MotionMiners‘ und »doks. innovation«.

    Während sich ‚doks. innovation‘ mit der Weiterentwicklung von Drohnentechnologie beschäftigt, hat ‚MotionMiners‘ ein Verfahren zur automatischen Prozessanalyse entwickelt, das die Arbeitsbedingungen von Mitarbeitern in Unternehmen verbessert. Erst kürzlich hatte die Initiative ‚MotionMiners‘ den Zuschlag für den ‚EXIST-Forschungstransfer‘ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erhalten. Das Förderprogramm unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwendigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Ziel ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern.

    „Dortmund ist dank der Unterstützung des BMBFs der Top-Standort für die Logistikforschung und ein Innovationsraum von europäischem Rang. Wir wissen, wie Strukturwandel funktioniert. Das gilt für den digitalen Wandel in der Logistik genauso wie für die klassischen Industrien. So ist ein bemerkenswerter Innovationsstandort für Startups entstanden, die den anpackenden und weltoffenen Konsens zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in unserer Region sehr zu schätzen wissen“, betont ten Hompel.

    „Erfolgreiche Gründungsinitiativen sind eine Bestätigung unserer Forschungsprogramme und untermauern, wie wichtig die angewandte Logistikforschung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist“, erklärte Bundesforschungsministerin Wanka im Rahmen ihres Besuchs.

    Startups treffen Forschungsministerin Wanka im Fraunhofer IML

    Startups treffen Forschungsministerin Wanka im Fraunhofer IML

    Wanka informierte sich zudem über den Stand der Grundlagenforschung im ‚Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik‘, einem vom BMBF mit 10 Millionen Euro geförderten gemeinsamen Projekt des Fraunhofer IML und der Technischen Universität Dortmund. In dem Labor werden Technologien für die Zusammenarbeit von Menschen und Technik in Logistikberufen erforscht. Eine Besonderheit ist seine Zweiteilung in ein Forschungs- und ein Anwendungszentrum. Die Wissenschaftler des Forschungszentrums gaben einen Einblick, wie neueste Technologien in der Logistik von morgen zusammenwirken und so den Arbeitsplatz der Zukunft prägen – von autonomen Fahrzeugen über Laserprojektionen und der Erfassung von Bewegungsdaten via Motion-Capture-Technologie bis zum Drohnenschwarm. Die einzigartige Forschungsinitiative soll die digitale Vorreiterrolle des Standorts Dortmund in Dienstleistung und Logistik weiter stärken. „Ich freue mich, dass Frau Ministerin Wanka meiner Einladung nach Dortmund gefolgt ist. Das Fraunhofer IML unter Leitung von Prof. ten Hompel ist ein herausragendes Beispiel für den Forschungsstandort Dortmund und darüber hinaus“, so MdB Kanitz.

    Auch eine Stippvisite der Ministerin im Virtual-Reality-Lab des Fraunhofer IML stand auf dem Programm. Dort wird die Integration von Industrie-4.0-Technologien in Unternehmensprozesse erforscht.

    Weitere Informationen zu den Startup-Initiativen:

    http://www.motionminers.com/

    https://www.doks-innovation.com/

     

    Bilder: Fraunhofer IML

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  • 5. September 2017

    In einer Woche startet der ‚Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche‘

    Am 12. und 13. September 2017 trifft sich die Logistikbranche wieder in Dortmund, um auf dem vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und dem EffizienzCluster LogistikRuhr veranstalteten »Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche« Fragen zur Zukunft der Logistik zu diskutieren. Leitthema ist in diesem Jahr »Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0«. In der Social Networked Industry werden Menschen und Maschinen in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Rund um die Themenschwerpunkte »Technologie«, »Dienstleistung« und »Blockchain« soll der Kongress die Frage beantworten, welche Weichen Wissenschaft und Wirtschaft stellen müssen, damit Mensch und Maschine künftig zum Team werden.

    Am ersten Kongresstag kommt es neben dem Vortragsprogramm auch zu einem Wettbewerb von Start-up-Unternehmen, die dem Publikum ihre digitalen Logistik- und Produktionslösungen vorstellen. Den Sieger, der den mit Preisgeld dotierten »Digital Logistics Award« erhält, kürt das Publikum mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Außerdem bietet das Fraunhofer IML am Nachmittag eine Besichtigung einer neugestalteten und mit neuen Technologien ausgerüsteten Forschungshalle an.

    Zukunftskongress Logistik: Social Networked Industry im Fokus

    Am zweiten Kongresstag widmet sich das Fraunhofer-Symposium »Social Networked Industry« dann in verschiedenen Sequenzen der Frage, welche Schritte in Richtung Social Networked Industry in der Praxis schon gemacht sind und vor welchen Herausforderungen die beteiligten Akteure noch stehen. »Krankenhaus 4.0«, »Transportlogistik 4.0«, »Supply Chain und Produktionsmanagement 2025«, »Digital Sandbox« und »Innovative KLT-Lösungen« sind die Themenschwerpunkte der Sequenzen.

    Logo Zunkunftskongress Logistik

     

    Weitere Informationen zum Kongress: http://www.zukunftskongress-logistik.de/

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  • 4. September 2017

    Logistikmanagement und Schwarmintelligenz – Führen durch Ergebniserwartung

    Inspiriert von den bemerkenswerten Kollektivleistungen der Ameisen (vgl. Ameisenalgorithmus), können wir uns einige grundlegende Erkenntnisse für die Führungspraxis konkret zu Nutze machen: Prima Vista könnte man davon überzeugt sein, dass die einzelne Ameise einer starren Handlungsanweisung durch das Kollektiv folgt: „Geh´ auf Futtersuche, indem Du immer den intensiveren Pheromonen folgst.“ Dieser Auftrag enthält keine Freiheitsgrade und man könnte nun fälschlicherweise geneigt sein, daraus zu folgern, dass die einzelne Ameise keinen Spielraum in ihrer konkreten Nahrungssuche hat.

    Der gedankliche Irrtum, der sich hier einschleicht, besteht darin, dass der Handlungsauftrag durch den Schwarm jedoch korrekterweise lautet: „Geh auf effiziente – verschwendungsfreie – Futtersuche“! Aber wie soll die Ameise, mit ihren beschränkten kognitiven Fähigkeiten, das übergeordnete Ziel verstehen? Das muss sie nicht! Der Handlungsauftrag lautet korrekterweise so, dass die Ameise dies mit ihren einfachen kognitiven und sinnlichen Fähigkeiten auch ausführen kann: Intensiveren Duftspuren häufiger zu folgen, als weniger intensiveren. In genau diesem Begriff „häufiger“ steckt der entscheidende Freiheitsgrad für die Ameise. Sie muss nicht immer der intensiveren Pheromonspur folgen, sie kann auch abweichen. Niemand schreibt der Ameise vor, welchen Weg sie zu einer konkreten Zeit an einem konkreten Ort einzuschlagen hat. Die Handlungsanweisung ist keine starre Vorgabe, sondern ein Ziel. Diese Zielvorgabe des Schwarms steht – mit gewissen verhaltensbiologischen Einschränkungen – nicht zur Disposition. Sie lässt kaum Freiheitsgrade zu. Die konkrete Durchführung hingegen sehr wohl. Nur das Ziel – die Ergebniserwartung – ist unter bestimmten Voraussetzungen vorgegeben, nicht jedoch das Mittel – der Weg – zum Ziel.

    Diese Freiheit im konkreten Einzelfall ermöglicht erst die effiziente Ergebniserwartung und die Ergebniserwartung ermöglicht die Freiheit, die notwendig ist, um das Ergebnis effizient zu bewirken. Für die praktische Führung können wir daraus immens viel lernen. Handlungsanweisungen sollten demgemäß nicht die Mittel zu einem Ziel starr vorschreiben, sondern lediglich das Ziel, also die Ergebniserwartung.

    Führung durch Ergebniserwartung – ein Praxisbeispiel

    Die Ergebniserwartung eines Handelshauses, dass Versandaufträge der Produktgruppe X binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang zu versenden sind, beinhaltet die notwendige Freiheit des Teams bzw. der Teammitglieder – Telefonverkauf, Auftragsbearbeitung, Disposition, Tourenplanung, Lagerwesen, Kommissionierung, Verpackung, Versand – flexibel ihre konkrete Arbeit kollektiv zu erledigen. Die konkrete Erwartung steht jedoch nicht zur Disposition. Die Zielvorgabe für das Team „binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang versenden“ beinhaltet in der betrieblichen Praxis so viele Freiheitsgrade, dass die Zielvorgabe der Organisation – die Ergebniserwartung – durch konkrete Einzelfälle durch das Kollektiv effizienter erreicht wird, als durch starre konkrete Einzelanweisungen des Weges zum Ziel. Die Ergebniserwartung lässt jedoch gerade diese für das Ziel notwendigen Freiheiten zu. – Aber auch die Ergebniserwartung muss und wird in der betrieblichen Praxis nicht absolut starr im strengen Sinne sein. Auch diese kann und wird für einige Ausnahmefälle „Abweichungen“ zulassen. So kann die Zielvorgabe nun lauten: „Versenden aller Aufträge binnen 5 Werktagen ab Auftragseingang bzw. in begründeten Ausnahmefällen 7 Werktage ab Auftragseingang für Aufträge, die nicht pönalisiert sind.“ Diese Ergebniserwartung lässt somit nicht nur den konkreten Weg zum vorgegebenen Ziel offen, sondern lässt auch Priorisierungen im tolerierbaren Zielkorridor nach gewissen Regeln zu.

    Warum ist Ergebniserwartung so wichtig?

    Die Ergebniserwartung bewirkt in der Organisation die Freiheit des Schwarms selbst die konkreten Mittel zur Erreichung des Ziels im konkreten Einzelfall zu wählen. Diese Freiheit in der Mittelwahl generiert im Team kreative Lösungen der Wegfindung, erzeugt Interesse wie das Team – aus Teamsicht – raschere, bessere, effizientere, effektivere, aber auch flexiblere und anpassungsfähiger Lösungen finden kann. Auch wenn in der Praxis solche Gruppen und Teams manchmal chaotisch wirken sollten, ist das gleichzeitig die Stärke des Schwarms. Diese Freiheit der Mittelwahl ermöglicht das Ergebnis, also die Zielvorgabe, und die Zielvorgabe ermöglicht die Freiheit, die notwendig ist, um das Ergebnis zu bewirken, nämlich die effiziente und termingerechte Auslieferung von Aufträgen im Rahmen bestimmter klar umrissener Erwartungen.

    Mechanismen des Schwarms:

    Wesentliche Mechanismen des Schwarms kommen zum Tragen: Nutze das dezentrale Wissen des Schwarms, setze auf die Diversität der Teammitglieder in Bezug auf Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungswissen, Talente usw. und aktiviere die Kommunikation und Interaktion der Schwarmmitglieder zur Förderung von Kreativität, Motivation und Einfallsreichtum und biete Anreize, dass das Team zu besseren Lösungen (schneller, qualitativer, robuster, effektiver, anpassungsfähiger). Durch Pool-Prämien für die Gesamtleistung kann in der Praxis folgendes erreicht werden:

    • Suche nach besseren Lösungen wird forciert
    • Kreative Lösungen werden eher zugelassen, wenn Vorteile winken
    • Zuteilung der jeweiligen Arbeiten je nach Talent, Erfahrung, Spezialwissen, Spezialfertigkeiten, besonderes Expertenwissen oder auch Erfahrungswissen
    • Gruppenzusammengehörigkeit steigt (Gruppenkohäsion)
    • Natürliche Kräfte der sozialen Gruppe (Team) werden aktiviert
    • Wettbewerb in der Gruppe fördert Steigerung der Einzelleistungen

    Die angeführten Pool-Prämien müssen jedoch von Fall zu Fall auch durch Einzelprämien ergänzt werden. Es gibt zahlreiche leistungsmindernde Effekte in einer Gruppe, die vor allem dann auftreten, wenn der Einzelne sich auf den Schultern seiner Gruppenkollegen ausrastet, Stichwort: Soziales Faulenzen (Social Loafing) oder Trittbrettfahrer (free rider). Es liegt vor allem am Management wie die Prämiengestaltung aussehen soll. Leitlinie sollte auf zwei Säulen ruhen: Einerseits die Leistungskomponente und andererseits die soziale Komponente, ähnlich wie der Aufbau des berühmten Verhaltensgitters des Managerial Grid (Sachorientierung, Mitarbeiterorientierung). Konsequent zu Ende gedacht, lässt die Erkenntnis dieser Tatsache aus der Schwarmforschung viele Organisationen in der Praxis in ihren Grundfesten erschüttern.

    Weitere Informationen finden Sie in dem Beitrag Schwarmintelligenz – Was wir Logistiker von Ameisen lernen können.

    Bildquelle: prasongsom

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  • 28. August 2017

    Die Lagerzone und der Cube-per-Order-Index

    Eine Lagerzone, engl. storage zone, beschreibt eine definierte Zonung (Aufteilung) innerhalb eines Lagers. Sie richtet sich in der Regel nach den jeweiligen Belegungsstrategien eines Lagers und hat unterschiedliche Ausprägungen und Gründe. Eine Lagerzone ist in sogenannte Lagerplätze aufgeteilt, auf denen Warengüter mittels Paletten oder Regalen zur Verfügung stehen. Continue reading Die Lagerzone und der Cube-per-Order-Index

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  • 8. August 2017

    Content Commerce: Produktinformationen im Onlinehandel

    Content Commerce beschreibt eine zusätzliche Möglichkeit, den Webshop, inhaltlich zu optimieren. Das Ziel einer solchen Content-Strategie ist zum einen, die Marke (Shop) und dessen verknüpftes Ökosystem (Services, Produkte) im Internet sichtbarer zu machen. Zum andern ist es heutzutage aus Kundensicht nicht mehr ausreichend, lediglich durch eine Anhäufung von Produkten, Services und Preisen einen Kaufimpuls auszulösen. Continue reading Content Commerce: Produktinformationen im Onlinehandel

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  • 1. August 2017

    Product Lifecycle Management (PLM)

    Der englische Begriff Product Lifecycle Management, kurz PLM, beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, Produktinformationen zu bündeln. Es handelt sich dabei um eine Art unternehmensübergreifende Verwaltung sowie Steuerung des Informationsflusses eines Produktes entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Industrie spricht vom Zusammentragen der Informationen, die im Verlauf eines Produktlebenszyklus anfallen. Dazu zählen etwa Informationen aus Konstruktion, Produktion, Vertrieb, Dienstleistung sowie Demontage und Recycling.

    Das Product-Lifecycle-Management basiert grundsätzlich auf detaillierten Produktinformationen, welche zunächst im Rahmen der Produktplanung sowie dessen Produktion anfallen. Dazu gehören auch Produktdaten, die außerhalb des Unternehmens, bei externen Dienstleistern und Zuliefern entlang der Supply Chain gesammelt und strukturiert gespeichert werden. In der Regel lässt sich die Managementstruktur von PLM in drei Phasen gliedern:

    • Beginning of Life (BoL)
    • Middle of Life (MoL)
    • End of Life (EoL)

    Eines der Ziele eines PLMs ist es, Mitarbeitern Produktinformationen auf Anfrage in hoher Qualität, inklusive Zusatzinformationen (Bilder, Videos) am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen (siehe dazu Vorteile PLM). Die oben genannten drei Phasen beinhalten unter anderem folgende Informationsschnittstellen:

    • Rohstoffgewinnung, Zulieferer
    • Entwicklung (Designprozesse), Konstruktion, Produktion neuer Produkte; inklusive Maschinen- und Software-Informationen, während der Herstellung.
    • Vertrieb, Zusammenarbeit mit Lieferanten, Garantiemanagement, Kundenkommunikation
    • Entsorgung, Produkte vom Markt nehmen (Produkt-Einstellung), Recycling

    Wichtig: PLM nutzt nicht nur Informationen zum jeweiligen Produkt. Es werden auch Personen und deren Know-how mit berücksichtigt beziehungsweise einbezogen, die für das Lösen von konkreten Produktfragen in Frage kommen. Dazu gehören auch prozesstechnische Verbesserungen und bereits abgeschlossene Erfolgsgeschichten, die die Unternehmensproduktivität allgemein verbessern. Eine Art soziales Netzwerk im Unternehmen.

    Unter Product-Lifecycle-Management versteht man das produktbezogene und unternehmensübergreifende Informationsmanagement. PLM umfasst die Planung, Steuerung und Organisation der zur Erzeugung und ganzheitlichen Verwaltung aller Daten, Dokumente und Ressourcen erforderlichen Prozesse im gesamten Produktlebenszyklus.

    Technische Universität Kaiserslautern, Lehrstuhl für virtuelle Produktentwicklung

    PLM - das Product Lifecycle Management bündelt sämtliche Informationen eines Produktstammes.

    Das PLM gliedert sich in die hier aufgeteilten Hauptpunkte: Entwurf, Konstruktion, Produktion, Dienstleistungen (zum Vergrößern bitte Bild klicken).

    Vorteile Product Lifecycle Management – PLM

    • Planung und Produktion werden transparent.
    • Neue Standards werden geschaffen.
    • Produkt ist durchweg transparent.
    • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
    • Beteiligte Mitarbeiter sind allesamt auf dem gleichen Wissensstand.
    • Produktivität durch wiederholbare und erfolgreiche Prozesse.

    Wichtig: PLM ist in der Regel ein Software-basiertes Informationssystem, das sich durch eine sogenannte kohärente Datenstruktur auszeichnet. Sprich, die Informationen sind nicht nur zusammenhängend; die beteiligten Systeme agieren konsolidierend. Neben den klassischen Produktinformationen sorgen passende Schnittstellen zum einen für die dazugehörigen Informationen der produzierenden und transportierenden Peripherie, zum anderen ist es möglich, unternehmensübergreifend Produktentwicklungen zu überwachen.

    Für die Umsetzung eines Product-Lifecycle-Managements setzen Unternehmen oftmals auf ein sogenanntes ‚Product Data Management‘ (PDM). Es handelt sich dabei um eine Software, die vorgibt, wie Produktdaten (Dokumente) und Produktinformationen gespeichert und verwaltet werden.

    Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter Supply-Chain-Management sowie unter ‚Worum geht es im Supply Chain Management?‘.

    Teaserbild: Max Pixel

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  • 24. Juli 2017

    Der Einfluss von Lieferoptionen auf die Kaufentscheidung beim E-Commerce

    Manchmal läuft es wie geschmiert: Der Kunde wird fündig, Preis und Leistung stimmen, der Kunde kauft, alle sind glücklich. Ende der Geschichte. Doch manchmal auch nicht: Entweder passt das Produktsortiment nicht, es hakt am Preis oder es ist schlicht das Design des Onlineshops, das den Nutzer vor dem Checkout abspringen lässt. Auch im Netz ist der Kunde König und gibt vor, wie es zu laufen hat. Wer mit seinem Onlinehandel Erfolg haben will, richtet sich nach diesen Bedürfnissen – am besten noch bevor sie vom Nutzer aktiv eingefordert werden.

    Natürlich kann ein Onlinehändler nicht den Geschmack aller Kunden mit seinem Sortiment bedienen. Auch bei Gestaltung und Funktionalität der Webseite gehen die Auffassung auseinander, was gut und was schlecht ist. Dennoch hat ein Shopbetreiber darüber hinaus Möglichkeiten, einen zufriedenen Kunden zu generieren. Denn worauf die Kunden zunehmend Wert legen, hat mit dem Shop an sich recht wenig zu tun: die Lieferoptionen. Die Herausforderung für den Betreiber ist, dass die Onlineshopper sich selbst uneins sind, welche Option es vorrangig sein soll. Möchte er die klassische Lieferung nach Hause, dann aber zu einem bestimmten Termin? Oder wünscht er explizit eine Zustellung zu einer alternativen Adresse, wie beispielsweise zum Nachbarn oder die immer beliebtere Lieferung zur Arbeitsstelle?

    Negative Kauferlebnisse schaden nicht nur dem Umsatz, sondern gefährden den Ruf

    Die Versandmöglichkeiten sind inzwischen zahlreich, wenn auch noch lange nicht ausgeschöpft. Fest steht jedenfalls, dass die Kunden von heute immer mehr Perfektion fordern, was das Einkaufserlebnis im Ganzen angeht. Dazu gehören auch der reibungslose Versand und die erfolgreiche Zustellung. Speziell die Generation-Y und die „Powershopper“ sind besonders kritisch. Haben diese anspruchsvollen Kundengruppen einmal eine schlechte Erfahrung gemacht, kaufen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig nicht mehr in diesem Webshop. Häufig wird der Frust über die misslungene Bestellung direkt über die sozialen Medien geteilt. Es geht also um viel mehr, als nur um Kundenbindung. Es geht am Ende auch um den Ruf.

    „Mein Wille geschehe“ – Kunden möchten auch über den Versand bestimmen

    Für die Onlineshop-Betreiber steht also einiges auf dem Spiel. Gleichzeitig müssen sie sich der Herausforderung stellen, die immer spezielleren Wünsche der Kunden zu erfüllen. Neben kürzeren Lieferzeiten im Allgemeinen, haben Kunden zunehmend den Anspruch, über den Paketdienst, den Ort und die exakte Zeit der Zustellung (mit) zu bestimmen. Das zeigt auch eine Studie von MetaPack aus dem Jahr 2016. Demnach prüfen mehr als die Hälfte der Kunden bereits im Vorfeld einer Bestellung die Versandoptionen – und brechen nicht selten den Kauf kurz vor Abschluss ab, wenn die Zustelloptionen nicht den Vorstellungen entsprechen. Die Flexibilität beim Onlinekauf, von überall, auf unterschiedliche Art und zu jeder Zeit Bestellungen zu tätigen, wird auch bei der Lieferung erwartet.

    E-Commerce und Versand sind eine Einheit

    Damit wird immer deutlicher, dass sich – zumindest für den Kunden – der Versand nicht vom E-Commerce trennen lässt. Denn ganz im Gegensatz zum stationären Handel leistet der Käufer beim Onlineshopping einen Vertrauensvorschuss. Indem Internethändler angeben, über welchen Dienstleister sie versenden, haben ihre Kunden die Möglichkeit, sich über die verfügbaren Empfangsoptionen zu informieren. Noch besser und für die Käufer komfortabler ist die Variante, direkt bei der Bestellung den Versanddienst und eine Empfangsmöglichkeit wählen zu können. So ist der gesamte Prozess von Anfang bis Ende an einer Stelle zusammengefasst und der Verbraucher kann den Kauf Schritt für Schritt nach seinen Vorstellungen durchführen und abschließen.

    Egal, zu welchem Zeitpunkt oder an welchen Ort: In Zukunft werden die Onlinehändler erfolgreich sein, die ihren Kunden die Möglichkeit zur Mitbestimmung geben. Und selbst wenn der Verkäufer nie einen reibungslosen Empfang garantieren kann, ebnet er mit der Möglichkeit zur Wahl der Lieferoptionen zumindest den Weg dazu. Letzten Endes ist es häufig schlicht das Anbieten der Optionen, das zu einer erfolgreich abgeschlossenen Bestellung führt.

    Weitere Informationen finden sie in dem Beitrag Auswirkungen von Versandoptionen auf die Loyalität zum Online-Shop.

    Bildquelle: Pixabay

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  • 18. Juli 2017

    Der Leitstand in der Intralogistik

    Der Leitstand (engl. Control Panel) in der Intralogistik stellt einen zentralen Punkt eines Warehouse-Management-Systems dar und unterstützt verantwortliche Mitarbeiter bei der gesamten Lager-Betriebssteuerung. Neben der Zusammenführung von Informationen (Kennzahlen), dient das Control Panel der Verarbeitung sowie der Auswertung intralogistischer Prozesse. Mittels der grafischen Aufbereitung logistisch-technischer Prozesse kann zielgerichtet auf interne Störungen und unvorhergesehene Ereignisse reagiert werden, um den reibungslosen Materialfluss innerhalb des Lagers nicht zu gefährden. Da im Leitstand in der Regel sämtliche Informationen aus allen Teilbereichen des Lagers zusammenfließen, hat sein technischer Umfang erhebliche Auswirkungen auf die Effizienz, mit der logistische Prozesse im Unternehmen abgewickelt werden.

    Hauptfunktionen des Leitstands

    • Visualisierung
    • Planung
    • Optimierung
    • Vergleich von Soll und Ist
    • Aufzeigen von Leistungsgrenzen
    • Controlling
    • Anzeige des Systemzustandes
    • Anzeige der System-Rückkopplungen

    Folgende Fragen lassen sich beispielsweise mit Hilfe eines Leistands beantworten:

    • Wie groß ist die Auftragsmenge in der Kommissionierung?
    • Bezogen auf die Bestandsknappheit – wie viele Eilaufträge gibt es?
    • Welche Warentransporte pro Bereich sind gerade aktiv?
    • Wie hoch ist die Personalkapazität der Packerei?
    • Wie hoch ist die Personalkapazität der Kommissionierung?
    • Wareneingang – welche Avise sind offen?
    • Wie hoch ist die Pick-Quote der Kommissionierer?
    • Wie hoch ist das gesamte Tag-spezifische Auftragsvolumen?
    • Wie hoch der aktuelle Fortschritt der Auftragsabwicklung?
    • Welche fördertechnischen Störungen sind bekannt?
    • Welche softwareseitigen Störungen sind bekannt?

    Ein Logistikleitstand ist ein Instrument der operativen Betriebssteuerung, der in Systemen der Intralogistik zum Einsatz kommt. Er unterstützt und optimiert die Planung und Steuerung der logistischen Prozesse (operativen Abläufe). Ein Logistikleitstand visualisiert und überwacht kontinuierlich die logistischen Prozesse, identifiziert Soll-Ist-Abweichungen und gibt Anwendern prozessbezogene Handlungsempfehlungen.

    VDI-Richtlinie 4493 ‚Leitstand für die Intralogistik‘

    Leitstand in der Praxis

    • Informations- und Steuerungsrelevanz: Die aufbereiteten Informationen müssen zur Verbesserung der Steuerung des Kundenprojektes und Unternehmens beitragen.
    • Echtzeit: Die Informationen müssen schnell / zeitgerecht zur Verfügung gestellt werden.
    • Visualisierung: Die Informationen müssen für die Mitarbeiter bedarfsgerecht aufbereitet und unkompliziert dargestellt werden.

    Der Leitstand ist nach dem sogenannten Regelkreis-Prinzip aufgebaut; dabei interagiert er fortlaufend mit den ausführenden Prozessbeteiligten der Intralogistik (Menschen, technische Ressourcen, Waren). Das bedeutet, dass der jeweilige Kundenauftrag entsprechend der Soll-Vorgaben geplant und im Rahmen der Kontrolle der jeweilige Prozessfortschritt in regelmäßigen Abständen mit diesen verglichen wird (Soll/Ist-Vergleich). Logistiker sind so nicht nur in der Lage, Warenflüsse (z.B. Wareneingang, Kommissionierung, Veredelung (Konfektionierung), Warenausgang) detailliert und grafisch nachzuvollziehen, dem Mitarbeiter ist es möglich, individuelle und prozessspezifische sowie prozessübergreifende Details je nach Kundenauftrag in Echtzeit anzupassen. Hierbei werden speziell die möglichen Prozessrisiken analysiert; die wiederum gegenüber dem Soll/Ist verglichen werden können. Der Leitstand sorgt durch die Echtzeitanalyse und durch die darauf basierenden Handlungen für messbare Verbesserung von Durchlaufzeiten und führt zur Erhöhung der Planungssicherheit.

    Wichtig: Auf Grundlage der aktuellen Informationen aus den Teilbereichen des Lagers kann der verantwortliche Mitarbeiter bei Bedarf eingreifen und entsprechend Ressourcen erweitern, ändern oder andere organisatorischen Maßnahmen einleiten. Die Maßnahmen sind dabei aber in der Regel nicht direkt über den Leitstand zu steuern. Er ist meist nur für die Auswertung und Aufbereitung sowie grafische Darstellung verantwortlich. Zudem ist das Besondere am Leitstand, dass der Leitstand-Mitarbeiter befähigt ist, die Empfehlungen des Leitstands mit seinen persönlichen Erfahrungswerten zu verknüpfen. Der Mitarbeiter entscheidet am Ende, welche Maßnahmen eingeleitet werden; nicht der Leitstand.

    Der Leitstand auf dem Smartphone und Tablet

    Mittlerweile werden die aufbereiteten Informationen des stationären Leitstandes auch an mobile Endgeräte (Smartphone, Tablet) übertragen. Neben der auf die kleineren Displays ausgerichtete Darstellungsform, ist speziell die Datenübermittlung der sensiblen und internen Datensätze zwingend an technische Bedingungen geknüpft:

    • Datenhoheit – die Daten müssen aus datenschutztechnischen Gründen (Bundesdatenschutzgesetz) beim Kunden gespeichert bleiben und nicht etwa bei Cloud-Anbietern wie Google oder Microsoft.
    • Der Zugriff auf Daten muss mittels Verschlüsselung (beispielsweise HTTPS) stark geschützt erfolgen.
    • Userverwaltung – der Nutzer bekommt individuellen Zugang auf die für ihn freigeschalteten Kennzahlen.

    Zusammenfassung

    Ein logistischer Leitstand ist das Führungs- und Steuerungsinstrument eines modernen Logistik-Managements. Die grafisch aufbereiteten Informationen, seien es Systemzustände oder Prozessfortschritte, sind die Grundlage um prozessorientierte Entscheidungen zu treffen, die allen Kunden- und Unternehmensanforderungen genügen. Der Mensch entscheidet allerdings, welche Maßnahmen ergriffen werden; der Leitstand gibt lediglich hilfreiche und aufbereitete Prozess-Informationen.

    Weitere Informationen zum Thema lesen Sie in den Artikeln Bestandsverwaltung und Lagerplatzverwaltung.

    Teaserbild: KNV Logistik

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  • 11. Juli 2017

    Nachschub in der Intralogistik

    Der Nachschub (engl. Replenishment, supplies) ist in der heutigen Warenwirtschaft ein elementarwichtiger Prozess, der bei bestmöglicher Integration in die bestehende Lagerverwaltung zu einer nicht unerheblichen Effizienz des Materialflusses beiträgt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Bestandsergänzung, die zur Auffüllung von Lägern oder Entnahmeplätzen in Kommissionier-Zonen (beispielsweise aus Reservelägern oder von Reserveplätzen)[1] genutzt wird. Dabei kann die Versorgung mit Waren vorsorglich, nach Bedarf oder aufgrund einer Fehlmenge im Lager angestoßen werden. Um den Warenfluss und den bestehenden Lagerbestand optimal auszulasten, wird der Nachschub über das Warehouse-Management-System (WMS) geregelt. Continue reading Nachschub in der Intralogistik

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  • 3. Juli 2017

    Richtungsweisende Logistikkonzepte auf dem 2. Logistics Innovation Day

    Digitalisierung – auf der einen Seite eine große Herausforderung für die Logistikbranche, auf der anderen Seite birgt sie doch auch viel Potenzial für Innovationen. Richtungsweisende Ideen und neue Geschäftsmodelle wurden beim 2. Logistics Innovation Day am 23. Juni 2017 in Waghäusel vorgestellt und diskutiert. Die Trends gehen hin zu smarten Technologien, neuen Dienstleistungen und Vernetzung. Veranstalter des Forums waren das Institut für angewandte Logistik der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und pakadoo, das Corporate Startup des Kontraktlogistikers LGI.

    Zahlreiche Innovationen und neuartige Services machen es deutlich: Die Logistikbranche befindet sich im Umbruch. Besonders der demografische Wandel und die sich damit ändernden Anforderungen des Handels, aber auch Entwicklungen auf den Sachgütermärkten und in der Technologie treiben den Wandel voran. „Die Logistik hat die Bedeutung von Innovation inzwischen erkannt“, bemerkt Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Organisator des Logistics Innovation Day. Davon betroffen sind alle Bereiche der Logistik: der Warentransport per Luft, Wasser, Schiene und Straße, aber auch reine Zustellkonzepte und die Intralogistik. „Die unterschiedlichen Logistikbereiche werden auch in Zukunft weiterhin bestehen, nur eben anders, als wir es bisher kennen.“

    Smarte Technik für die Intralogistik

    Viel Potenzial für die Intralogistik sieht Benedikt Gräter von der LGI Logistics Group International GmbH vor allem in der Low-cost Sensor Technology. „Über Schnittstellen wie RFD, NVC oder BLE Beacons lassen sich Container oder Paletten vernetzen. Dadurch können sie als Zähleinrichtung eingesetzt werden und beim Lokalisieren helfen“, erklärt der Digital Strategist der LGI. Auf smarte Technologien setzt auch die SEW-EURODRIVE in Bruchsal. Das Konzept zur Industrie 4.0 des Herstellers von Antriebstechnik beinhaltet vor allem „Cyber Physical Systems“, also die Verbindung aus Informations- und Softwaretechnik mit mechanischen Komponenten. „Smart Factory funktioniert nur mit netzwerkfähigen, intelligenten Produkten – auch in der Logistik “, so Dominic Decker von SEW-EURODRIVE.

    Startups und neue Geschäftsmodelle für prozess- und kostenoptimierte Logistik

    Einen Trend zur Vernetzung bis hin zur „digitalen Spedition“ erkennt auch die Wissenschaft. Hauptsächlich Startups sind es, die sich dieser Technik bedienen und damit neue Geschäftsmodelle entwickeln. „Besonders viele Gründungen gab es in den Bereichen der Datenanalyse, Online-Plattformen, Versand und Sendungsverfolgung “, erklärt Alena Breitschneider, Masterstudentin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg, die hierzu eine Marktuntersuchung durchgeführt hat. „Die meisten neuen  Dienstleistungen sollen die logistischen Prozesse vereinfachen und dabei helfen, Kosten einzusparen.“

    Neuartige Services entlasten Verkehr und Umwelt

    Eine dieser Dienstleistungsinnovationen ist Mitveranstalter pakadoo mit seiner App-basierten Zustelllösung für private Pakete ins Büro. Das Konzept der maßgeschneiderten Paketzustellung richtet sich nicht nur an den Bedürfnissen der Kunden aus, „durch das Bündeln der Pakete optimiert sie auch die letzte Meile, reduziert den Verkehr und schont die Umwelt“, so pakadoo-Erfinder Kris Van Lancker. Dasselbe Ziel verfolgt das Transportkonzept Cargo Sous Terrain, welches auf ein unterirdisches, automatisiertes Logistiksystem setzt. „Diese neue Art der Güter-Infrastruktur wird das Straßen- und Schienennetz ergänzen und an kritischen Punkten entlasten“, fasst Roland Bigler, Geschäftsführer CodX Software AG, zusammen. Eine erste Teilstrecke soll bis 2030 in der Schweiz fertiggestellt werden.

    Viel Anregung und Raum für Weiterentwicklung

    Die unterschiedlichen Ansätze, die beim 2. Logistics Innovation Day in Waghäusel vorgestellten wurden, gaben spannende Ein- und Aussichten in das Innovationspotenzial der Logistik. Gleichzeitig machte das Fachforum deutlich, was der Branche hinsichtlich des digitalen Wandels noch bevorsteht. „Auch wenn sich schon viel in diesem Bereich tut, steht die Logistik erst am Anfang“, fasst Prof. Dr. Müller-Steinfahrt die Veranstaltung zusammen. „Ich bin mir sicher, dass wir in der kommenden Zeit noch eine spannende Entwicklung miterleben werden.“

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  • 19. Juni 2017

    Augmented Reality in Logistik und Service

    Augmented Reality (AR) steht für die computergestützte Erweiterung der menschlichen Realitätswahrnehmung. Die reale und virtuelle Welt verschmelzen technisch betrachtet miteinander. Der Vorteil: Durch den Einsatz von Kameras, Sensoren und hochauflösenden Displays, die heutzutage auch in handelsüblichen Smartphones verbaut sind, können dem Anwender virtuelle Aspekte (Textbausteine, Zusatzinformationen als Bild, Videos) zu realen Situationen eingeblendet werden. In der Intralogistik kommt AR beispielsweise bei der Kommissionier-Art Pick-by-Vision zum Einsatz, bei der die AR-Informationen mittels Datenbrille bereitgestellt werden. Continue reading Augmented Reality in Logistik und Service

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  • 29. Mai 2017

    Exoskelette in Logistik und Produktion

    Exoskelette, auch Außenskelette oder Stützroboter genannt, sind am Körper getragene Stützstrukturen, die durch eine (elektro-)mechanische Unterstützung die Belastung auf den Körper reduzieren und die Gefahr von Verletzungen verringern. Exoskelette befinden sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung, erste Industrie-Unternehmen beginnen jetzt den Einsatz im Regelbetrieb.

    Aktive und passive Exoskelette

    Grundsätzlich wird unterschieden zwischen passiven und aktiven Exoskeletten.

    Passive Exoskelette unterstützen den Träger ausschließlich durch mechanische Hilfsmittel, wie beispielsweise Feder- oder Seilzugsysteme, die auftretende Belastungen wie eine Art Gegengewicht abfangen und so in Energie umwandeln. Speziell beim Heben schwerer Lasten kann die Belastung für den Arbeiter um bis zu 40 Prozent reduziert werden.

    Aktive Exoskelette bieten zusätzlich eine externe Kraftunterstützung durch Elektromotoren oder pneumatische Systeme, die an den Gelenken oder anderen neuralgischen Punkten des Trägers einwirken. Diese Systeme erlauben einen wesentlich höheren Unterstützungsgrad. Die zusätzliche Kraft zollt ihren Tribut allerdings durch ein deutlich höheres Eigengewicht des Anzuges aufgrund von Motoren und der Energieversorgung durch Akkus. Diese Energieversorgung ist zwingend erforderlich und der Einsatz des Anzugs im Akkubetrieb zeitlich begrenzt.

    Wofür werden Exoskelette gebraucht?

    In Logistik und Produktion sind die körperlichen Belastungen für das Personal oft sehr hoch, was auf Dauer die Unversehrtheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter stark beansprucht. Speziell ältere Arbeitnehmer werden beim Bewegen schwerer Gegenstände häufig bis an oder über ihre Belastungsgrenze beansprucht, was in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft eine große Problematik darstellt. Durch den Einsatz von Exoskeletten können körperliche Handicaps ausgeglichen sowie Haltungsschäden und körperlicher Verschleiß von vornherein vermieden werden – Belastungsspitzen entfallen.

    Sind Arbeitsplätze aufgrund der physikalischen Gegebenheiten nicht ergonomisch zu optimieren, kann das Exoskelett helfen, durch Stabilisierung bestimmter Körperregionen und Reduktion des Kraftaufwandes, ein Gleichgewicht herzustellen.

    Einsatz in der Industrie

    In einer sehr einfachen Variante ermöglicht es eine Stützstruktur, die sich ausschließlich auf die Beine beschränkt, eine variable Sitzposition einzunehmen. Der Arbeiter kann die an der Hüfte und den Beinen fixierte Mechanik in jeder Position versteifen und erhält einen Sitz, der genau auf die entsprechende Situation ausgerichtet ist. Diese Variante, der sogenannte Chairless Chair, ist beispielsweise bei Audi am Standort Neckarsulm im Einsatz.

    Der Logistik Dienstleister Geodis in Venlo in den Niederlanden setzt auf passive Exoskelette, die den Rücken unterstützen und den Lagerarbeiter so bei Hebe- und Tragetätigkeiten während der Kommissionierung unterstützt. Die Anzüge kommen derzeit bei Mitarbeitern zum Einsatz, die mehr als 4.000 Kilogramm pro Tag bewegen müssen.

    Auch die Arbeiter des BMW-Werks in Spartanburg in den USA werden mechanisch unterstützt. Sie Tragen Westen, die über eine Mechanik speziell bei der Überkopfmontage den Oberkörper unterstützen.

    Der Flugzeughersteller Airbus testet derzeit sowohl den Einsatz passiver wie aktiver Systeme, um die Arbeit ergonomischer zu gestalten. „Es gibt in der Flugzeugproduktion aufgrund der schwierigen Zugänglichkeiten häufig nicht sehr ergonomische Körperpositionen, welche wir versuchen, durch Unterstützungssysteme für den Mitarbeiter gesundheitlich schonender zu gestalten, wenn eben der Arbeitsplatz nicht grundsätzlich angepasst werden kann“, erklärt Entwicklungsingenieur Dr. Robert Goehlich in einem Interview mit der Zeitschrift ‚Produktion‘.

    Der wirtschaftliche Faktor

    Die noch recht hohen Anschaffungskosten dieser Spezialausrüstung schrecken heute noch viele Unternehmen ab, komplette Abteilungen mit Exoskeletten auszustatten. Nach einer Studie der DAK aus dem Jahre 2014 fallen allerdings 21,5 Prozent der Arbeitsausfalltage, und damit der größte Anteil aller Ausfallursachen, auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück. Nach David Minzenmay, einem Wissenschaftler am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), ergäbe dies zirka 125 Millionen Ausfalltage im Jahr und somit einen Wertschöpfungsausfall von etwa 22,7 Milliarden Euro.

    Zieht man diese Zahlen in Betracht, relativiert sich die Investition für den Arbeitgeber. So prognostiziert eine Studie von ABI Research von Ende 2015 auch ein potentielles Marktvolumen von 1,8 Milliarden Dollar für Exoskelette im Jahr 2025.

    Wo geht die Reise hin?

    Aktive Exoskelette werden in naher Zukunft kompakter und können über Sensoren erkennen, wann der Träger Unterstützung braucht, um dann gezielt einzuwirken. Beispielsweise über spezielle Handschuhe wird das System die Beanspruchung erfassen und über eine Gewichtsabschätzung ermitteln, wie viel externe Energie von Nöten ist. Eine derartige Lösung wird aktuell in dem Forschungsprojekt SensHand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA erarbeitet.

    Das Fraunhofer IPA forscht zudem an einem Modulkasten, der die individuelle Zusammenstellung einzelner Exoskelett-Komponenten für verschiedene Einsatzgebiete ermöglicht. Erreicht dieses System seine Marktreife, könnten die Investitionskosten erheblich sinken und die Verbreitung unterstützender Systeme deutlich ansteigen.

    Weitere Informationen zu ergonomischen Gesichtspunkten finden Sie in dem Beitrag Ergonomie im Lager.

    Bildquelle Teaserbild: Ekso Bionics, Lizenz (CC BY-ND 2.0)

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  • 23. Mai 2017

    Smart Data

    Smart Data steht für das detaillierte und strukturierte Ergebnis einer Analyse von unstrukturierten Datenmassen (Big Data). Es handelt sich bei jeder Smart-Data-Information um einen expliziten Fakt. Man spricht auch von digitalen Befunden, die zudem Verknüpfungen mit anderen feingranularen Informationen erlauben. In der Intralogistik werden beispielsweise Smart-Data-Informationen vom Leitstand nachvollziehbar und meist grafisch aufbereitet dargestellt. Continue reading Smart Data

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  • 12. Mai 2017

    Das Supply-Chain-Management (SCM)

    Das Supply-Chain-Management (SCM) steht für den Überwachungsprozess sowie für das Koordinieren und Steuern der eigentlichen Supply Chain (Wertschöpfungskette). Dabei werden sämtliche Materialien, Informationen sowie die auf die Lieferkette verteilten Finanzen auf die gesamte Wertschöpfungskette (Einkauf, Materialbeschaffung, Produktion, Logistik, Verkauf, Endkunde) verteilt. Das Ziel eines SCM ist die Optimierung aller Ressourcen entlang des logistischen, wie auch produzierenden Materialflusses. Continue reading Das Supply-Chain-Management (SCM)

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  • 8. Mai 2017

    Die Logistik – Definition

    Der Begriff Logistik steht für die Planung, Steuerung und das Kontrollieren des materiellen und immateriellen Warenstroms innerhalb eines Unternehmens, zwischen partnerschaftlichen Unternehmen und zwischen Lieferanten und Endkunden.  Continue reading Die Logistik – Definition

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  • 2. Mai 2017

    Internet-Pure-Player

    Internet-Pure-Player, kurz IPP, sind Versandhändler, die als Vertriebskanal ausschließlich den Distanzhandel mittels Internet nutzen. Sie verfügen für den Vertrieb von Waren über keinen stationären Handel. Continue reading Internet-Pure-Player

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  • 18. April 2017

    Kennzahlensystem in der Intralogistik

    Eine vollständige Bündelung aller in Lager- und Distributionssystemen anfallender Kennzahlen ist heutzutage zwar möglich, aufgrund der vielschichtigen Ausprägung komplexer Anlagen aber schwierig. Über ein vorab definiertes Kennzahlensystem ist es dagegen realisierbar, unterschiedliche Kennzahlen sinnvoll miteinander zu vergleichen um dabei eine sogenannte geordnete Gesamtheit von Kennzahlen zu generieren. Das Ziel eines solchen Systems: ein informativer klarer Sachverhalt zu den einzelnen Prozessen und zu den damit verknüpften Zielen. Continue reading Kennzahlensystem in der Intralogistik

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  • 18. April 2017

    Auswirkungen von Versandoptionen auf die Loyalität zum Online-Shop

    Der Kauf im Internet bietet schier endlose Möglichkeiten und Versandoptionen. Ob Bücher, Kleidung, Lebensmittel – unabhängig von der Tageszeit können wir in unzähligen Shops nahezu jedes erdenkliche Produkt kaufen. Die Anbieter werden zudem immer einfallsreicher, um aus dem schnellen Onlinekauf ein nachdrückliches Erlebnis zu machen. Der virtuelle Einkaufsladen soll sowohl durch Aussehen, als auch Nutzerfreundlichkeit möglichst viele Kunden gewinnen und langfristig binden. Im Grunde ist es jedoch ganz egal, ob es sich um Stammkunde oder Laufkundschaft handelt. Letztlich haben sie beide eines gemeinsam: Sie möchten ihre Lieferung sicher und zeitnah in Empfang nehmen können. Wird die Zustellung für den Kunden zur zähen, zeitaufwendigen Odyssee, wirkt sich das auch auf die Beziehung zum Shop aus.

    So auch das Ergebnis der MetaPack-Studie aus dem Jahr 2015. Die Befragung zeigte, dass mehr als 80 Prozent der deutschen Kunden allein durch eine positive Versanderfahrung darin bestärkt werden, in Zukunft beim selben Anbieter zu kaufen. Glücklicherweise haben sich KEP-Dienste inzwischen viele Alternativen einfallen lassen, um für diese positive Erfahrung zu sorgen und die Pakete möglichst erfolgreich zustellen zu können. Nach wie vor hoch im Trend: die Lieferung zur Haustüre. Aber auch individuelle Zustelloptionen werden zunehmend geschätzt. Besonders hoch im Kurs sind laut der MetaPack-Befragung Packstationen, die bereits in vielen Shops als optionale Lieferadresse angegeben werden können. Diese Alternative wird jedoch immer häufiger Opfer von Betrugsmaschen, die bereits bei zahlreichen Onlinehändlern einen hohen finanziellen Schaden verursacht haben. Mit weniger Risiko für die Shop-Betreiber behaftet und ebenfalls beliebt ist die Möglichkeit, sich Pakete an einen Wunschort, -tag oder -nachbarn liefern zu lassen. Als besonders bequem für berufstätige Onlineshopper ist die Lieferung direkt zum Arbeitsplatz, die durch eine spezielle Logistik-Lösung rechtssicher ermöglicht wird.

    Große Auswahl bieten – auch bei den Versandoptionen

    Unabhängig davon, welche der Lieferoptionen nun im Einzelfall die praktischste ist, liegt es an den Betreiber der Onlineshops, diese auch anzubieten. Immer noch ist es in vielen Shops die Regel, dass die Lieferadresse nicht von der Rechnungsadresse abweichen darf. Somit ist es dem Kunden nicht möglich, die unterschiedlichen Optionen zu nutzen und sich das Paket z. B. zur Packstation oder zur Arbeitsstelle schicken zu lassen. Durch diese Einschränkung schießen sich Onlineshops früher oder später jedoch selbst ins Aus. Denn ein Kunde, der in der Regel tagsüber nicht zuhause ist, wird sich – wenn er die Wahl hat – mit hoher Wahrscheinlichkeit eher für den Anbieter entscheiden, bei dem ihm eine alternative Lieferadresse zur Auswahl steht.

    Es ist jedoch nicht die Zustelladresse allein, die beim Versanderlebnis eine Rolle spielt. Denn die Optionen können noch so gut auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein: Wenn der Paketdienst nicht zuverlässig abliefert, nützt auch das nichts. Leider nehmen viele Shops hier dem Kunden die Entscheidung vorweg und versenden immer mit demselben Dienstleister. Lediglich ein Drittel der Händler beauftragt unterschiedliche Paketdienste – davon überlässt allerdings nur ein Bruchteil dem Kunden freie Hand und dazu häufig nur gegen Aufpreis. Letztlich haben die Anbieter aber auch nur die Wahl zwischen einer Hand voll Paketdiensten. Nicht wenige Online-Versender sind mit den vorhandenen unzufrieden und suchen ebenfalls nach besseren Alternativen.

    Wer suchet, der findet – oder gründet einfach selbst

    Die problematische letzte Meile, aber auch die Nachfrage nach möglichst kurzen Lieferzeiten fordern sowohl Lieferdienste, als auch Onlineshops. Als besondere Challenge für die kommenden Jahre gilt die Same-Day-Delivery. Was früher noch unter dem Namen „Expresslieferung“ als Premiumkategorie des Kurierwesens galt, soll durch die großen Anbieter zum Massenprodukt werden. Glaubt man den Strategen von McKinsey, werden in den kommenden Jahren immerhin 15 Prozent der Pakete innerhalb weniger Stunden ausgeliefert. Auch deshalb halten die Betreiber von Onlineshops die Augen in Sachen alternative Zustelldienstleister offen. Und greifen speziell bei den Kurz-Zeit-Lieferungen immer häufiger auf verhältnismäßig junge Anbieter und Start-ups zurück, die vom Grundprinzip eher einem Kurierdienst entsprechen. Oder bauen in Einzelfällen sogar ihren eigenen Lieferdienst auf, wie beispielsweise Amazon.

    Ob, wann und wie die Sendung schließlich bei der optionalen Adresse landet, kann der Händler dann zwar nicht mehr aktiv beeinflussen, trotzdem hat er bei der Zustellung eine gewisse Mitverantwortung. Denn der Kauf ist erst dann komplett abgeschlossen, wenn der Kunde die Ware in den Händen hält. Deshalb fällt am Ende eine missglückte Zustellung nicht nur auf den Lieferdienst, sondern auch auf den Onlinehändler zurück. Die Warenlieferung trägt als letzter Schritt des Onlinekaufs einen wichtigen Teil zum Gesamteindruck bei. Und je höher die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zustellung, desto zufriedener ist der Kunde. Indem Onlinehändler unterschiedliche Lieferoptionen anbieten, zeigen sie Einsatzbereitschaft und guten Willen, ihren Kunden den bestmöglichen Komfort zu bieten.

    Geringer Aufwand – große Wirkung

    Für Shop-Betreiber ist der Aufwand vergleichsweise gering und steht in keiner Relation zum positiven Effekt. Da die meisten Zustellalternativen in der Regel erst mit spezieller Kundennummer möglich sind, lassen sich die Lieferadressen ohne Probleme validieren. Ergänzend dazu runden eine kurze Erklärung der jeweiligen Option und ein gut zu erreichender Kundenservice das Zusatzangebot ab. Allein dadurch lässt sich das gesamte Einkaufserlebnis positiv beeinflussen und die besten Voraussetzungen schaffen, damit aus Gelegenheitskäufern treue Stammkunden werden. Natürlich ist es nicht der Versand allein, das eine loyale Beziehung zum Online-Shop aufbaut. Dennoch trägt die gesamte Abwicklung des Versands einen wichtigen Teil dazu bei und sollte deshalb Teil des gesamten Serviceangebots sein. Ist dieses gut gemacht, dankt es der Kunde mit Vertrauen und Treue.

    Weitere Informationen zur urbanen Logistik finden Sie unter: Die Letzte-Meile-Logistik im E-Commerce – Herausforderungen und Lösungsansätze.

    Bildquelle: Dwight Burdette, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported

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  • 11. April 2017

    Das war der 26. Deutsche Materialflusskongress 2017

    Der Deutsche Materialflusskongress 2017 in Garching ist Geschichte und bot seinen Besuchern ein breites Spektrum an Innovationen und Best-Practice-Ansätzen rund um die Intralogistik. Nebst dem Besuch vielseitiger Vorträge konnte das Fachpublikum sowohl auf der eingebetteten Branchenausstellung als auch im Logistik-Showcase unmittelbar den nötigen Praxisbezug herstellen und so eigene Aufgabenstellungen vor Ort mit Spezialisten diskutieren. Nicht zuletzt aber stand das Netzwerken abseits des offiziellen Programms und während der feierlichen Abendveranstaltung im Mittelpunkt.

    Materialflusskongress: Günthner übergibt den Staffelstab im Oktober

    Zum letzten Mal in seiner Funktion als Ordinarius des Lehrstuhls „Fördertechnik Materialfluss Logistik“ (fml) an der Technischen Universität München, eröffnete Prof. Dr. Willibald Günthner den Materialflusskongress in Garching. Günthner, seit 1994 Mann an der Spitze des fml, wird im Oktober die Verantwortung des Lehrstuhls und somit auch die Hoheit über den Materialflusskongress vollständig an seinen Nachfolger Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner übergeben. Bereits seit einem Jahr agieren beide als Doppelspitze, um einen reibungslosen Übergang auf den Weg zu bringen.

    Die Zeichen stehen auf Wachstum

    Wie gewohnt eröffnete Günthner mit aktuellen Wirtschaftszahlen, basierend auf neuesten Daten des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), die erst kurz vor dem 26. Deutschen Materialfluss Kongress veröffentlicht worden waren. Nach dem  Zahlenkompass 2016/2017 des VDMA erreichten die deutschen Intralogistik-Anbieter 2016 ein geschätztes Produktionsvolumen von 20,8 Milliarden Euro – ein Plus von einem Prozent im Vergleich zu 2015.

    Willibald Günthner eröffnet den 26. Deutschen MAterialflusskongress

    Prof. Dr. Willibald Günthner eröffnet den 26. Deutschen Materialflusskongress

     

    Für das Jahr 2017 werde ein weiteres Wachstum um drei Prozent erwartet. Günthner stellte heraus, dass diese Zahlen auch die Stimmung in der Branche widerspiegelten, die man derzeit als „gelassen optimistisch“ bezeichnen könne. Der Trend zur Digitalisierung in der deutschen Industrie halte an, was zum einen in den sinkenden Preisen für Robotik, zum anderen im demografischen Wandel und der damit einhergehenden älterwerdenden Arbeitnehmerschaft begründet liege. So sei es für einen langfristigen konjunkturellen Aufschwung maßgeblich entscheidend, dass die Unternehmen sich bereits heute auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorbereiten. Eben aus diesem Grund seien auch „Vernetzung, Automatisierung und Robotik“ als Schwerpunkt-Themen des Materialflusskongresses 2017 gewählt worden.

    Künstliche Intelligenz wird die Leistungsfähigkeit des Menschen übertreffen

    Die Themen Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) nahm Prof. Dr.-Ing. Klaus Henning, Senior Advisor am Institutscluster IMA/ZLW & IfU (Zentrum für Lern- und Wissensmanagement und Lehrstuhl Informationsmanagement im Maschinenbau) der RWTH Aachen, im ersten Plenarvortrag aufs Korn. Die Zeit, in der Ingenieure genau dimensionieren könnten, was Maschinen tun, seien bald vorbei und somit auch ein seit 30 Jahren gültiges Paradigma. Nach Henning werde die KI die Vorstellung von einer Maschine grundlegend ändern. „Maschinen werden in naher Zukunft ein eigenes Bewusstsein bekommen und die Leistungsfähigkeit von Menschen übertreffen.“ Ein Zeitalter der „hybriden Intelligenz“ stehe bevor – Menschen und Maschinen würden bald in einem kollegialen Verhältnis arbeiten. Produktion und Logistik würden dabei untrennbar miteinander verschmelzen, alles werde mit allem vernetzt sein. In diesem Zuge appellierte er an Industrie und Politik, weg von der abwartenden Haltung hin zur aktiven Rolle in der Zukunftsgestaltung zu gehen. „Es kann nicht sein, dass zehn Jahre vergehen, bis eine neue und sichere Technologie freigegeben wird,“ mahnte Henning und nannte als Beispiel autonom fahrende Lkw. So werde sich auch die Aufgabe der Logistiker ändern – neue Dinge müssten durchgesetzt und gesellschaftliche Konventionen geändert werden.

    Internet of Things ermöglicht neue Geschäftsmodelle

    Dem Internet der Dinge (IoT) in Verbindung mit der Industrie 4.0 widmete sich Eva Zauke, VP Business Unit IoT & Digital Supply Chain bei SAP SE, im anschließenden Vortrag. „Internet der Dinge – Hype oder echter Mehrwert für Geschäftsanwendungen?“ lautete der Titel und gab gleichzeitig die Marschrichtung vor. Nach Zauke entwickle sich die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation mit dem Internet der Dinge zu einer Vernetzung von Maschinen mit Intelligenz. Nicht reagieren, sondern vorhersagen werde dank vernetzter Technologie die Regel werden. 3-D-Druck, On-Demand-Manufactoring oder adaptive Logistik würden ganz neue Möglichkeiten bieten, Kosten zu sparen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und ein neues Level an Wartungssicherheit zu garantieren. Die Herausforderungen des IoT sieht Zauke vor allem in heterogenen Standards. Nach ihren Erfahrungen werde man heute bei jedem IoT-Projekt mit mindestens drei unterschiedlichen Standards konfrontiert, darüber hinaus seien erarbeitete Algorithmen immer sehr szenariospezifisch und schwer bei Folgeprojekten zu adaptieren.  Dennoch ist sich Zauke sicher: Das IoT werde für Unternehmen völlig neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Diese These verbildlichte sie am Beispiel von Sportartikelherstellern, die sich durch die Aggregation von Nutzerdaten über vernetzte Sportartikel hin zum Gesundheitsdienstleister transformieren könnten.

    Industrie 4.0 vs. Gesellschaft 4.0

    Eine völlig andere Perspektive auf das Thema Industrie 4.0 zeigte Prof. Dr. Armin Nasseki, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie an der LMU München. Der Kultur- und Wissenschaftssoziologe beleuchtete unterhaltsam die viel diskutierte Thematik aus dem gesellschaftlichen Blickwinkel. Nach Nasseki entwickelten sich die Menschen in gleichem Maße mit der Technologie. Parallel zu den vier industriellen Revolutionen gebe es auch vier anthropologische Revolutionen. Beim Mensch 1.0 sei die Maschine eine Erweiterung des Menschen gewesen, beim Mensch 2.0 der Mensch die Erweiterung der Maschine. Der Mensch 3.0 sei ein „unterkomplexer Bediener“ komplexer Vorgänge gewesen. Der Mensch 4.0, der sich jetzt im Zuge der vierten industriellen Revolution entwickle, sei Dirigent und Koordinator neuer Komplexitäten. So sieht Nasseki auch die Gesellschaft 4.0 nicht mehr als kausal organisiert, vielmehr sei als Grundlage der Wertschöpfung die digitale Rekombination von Elementen wichtiger als eine direktive Steuerung.

    Mit dem Ende der Vortragsreihe im Plenarsaal teilte sich das Auditorium am Mittag in unterschiedliche Fachforen auf. Neben verschiedenen Themenblöcken rund um die digitale Transformation in der Intralogistik gab es in diesem Jahr erstmals auch parallel die VDI-Fachkonferenz „Innovative Intralogistik“, die den Schwerpunkt auf Intralogistik und den Handel setzte und allen Besuchern des Materialflusskongresses offenstand.

    Verleihung des VDI-Studienpreis und des VDI-Innovationspreis Logistik 2017

    Feierlich wurde es bei der Abendveranstaltung im Deutschen Verkehrsmuseum in München. Das Get-Together der Kongressteilnehmer wurde umrahmt von den Preisverleihungen des VDI-Innovationspreis Logistik 2017 und des VDI-Studienpreis Logistik 2017. Der Innovationspreis ging in diesem Jahr an die Magazino GmbH aus München, die die begehrte Auszeichnung für die Entwicklung des Kommissionier-Roboters TORU erhielt.

    Preisträger Innovationspreis Logistik 2017: Die Magazino GmbH

    Preisträger Innovationspreis Logistik 2017: Die Magazino GmbH

     

    Der Studienpreis wurde erstmals unter drei Studenten aufgeteilt. „Alle drei Arbeiten waren auf einem dermaßen hohen Leistungsniveau, dass wir eine Einzelentscheidung nur aufgrund hauchdünner, formaler Gesichtspunkte hätten treffen können – und das wäre nicht im Sinne des Erfinders gewesen,“ begründete Mathias Thomas, Laudator und Geschäftsführer der Dr. Thomas + Partner GmbH & Co. KG, die Entscheidung. Die Ehrung erhielten Andreas Habl (TU München), Patrick Boden (TU Dresden) und Karl-Benedikt Reith (TU Dresden).

    Die Preisträger des Studienpreis Logistik 2017

    Die Preisträger des Studienpreis Logistik 2017

     

    Auch der zweite Kongresstag bot eine breite Palette fachspezifischer Vorträge, diesmal mit den Schwerpunkten Best-Practice-Lösungen und Neues aus Forschung & Entwicklung. Bevor Prof. Dr.-Ing. Günthner den 26. Deutschen Materialflusskongress beendete, rundeten ein kurzer Vortrag der Innovations-Preisträger der Magazino GmbH und ein Exkurs über Ökonomie und Ethik von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin der LMU-München das Programm der Veranstaltung gebührend ab.

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  • 30. März 2017

    Förderhilfsmittel in der Intralogistik

    Durch Förderhilfsmittel werden in der Intralogistik einzelne Güter zu größeren Ladeeinheiten zusammengefasst. Im Allgemeinen gilt folgende Definition: Die Intralogistik setzt Förderhilfsmittel ein, um unterschiedliche Güter zu schützen, ladebereit, transportbereit und lagerfähig zu machen. Continue reading Förderhilfsmittel in der Intralogistik

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  • 22. März 2017

    Kommissionierzeiten – Totzeit

    Die Totzeit ist eine unproduktive aber unvermeidbare sogenannte Nebenzeit, die bei der Kommissionierung durch vor- und nachbereitende Tätigkeiten (bspw. Suche und Identifikation des Lagerplatzes) entsteht. Sie kann durch einfache Maßnahmen optimiert werden. Continue reading Kommissionierzeiten – Totzeit

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  • 16. März 2017

    Trends der LogiMAT 2017

    Nicht Mensch oder Maschine, sondern Mensch und Maschine wird die Zukunft der Industrie und im Speziellen die nächsten Generationen der Intralogistik prägen. Das ist der allgemeine Tenor auf der LogiMAT 2017 in Stuttgart, die ihren Schwerpunkt im Zeichen der Zeit auf die Industrie 4.0 und ihre angrenzenden Erdteile legt. Mit „Wandel gestalten – Digital, Vernetzt, Innovativ“ gibt auch der zugehörige Messeslogan klar die Richtung der Branche an. Vorbei scheinen auch die Zeiten, in denen jeder sein eigenes Süppchen kocht – Daten und Informationen wollen verknüpft und unternehmensübergreifend über die komplette Supply Chain genutzt werden. Doch genau an dieser Stelle stößt die vierte industrielle Revolution häufig an ihr Grenzen.

    Daten werden auf der LogiMAT 2017 als digitale Währung gehandelt

    Prof. Dr. Michael ten Hompel auf der LogiMAT 2017

    Prof. Dr. Michael ten Hompel auf der LogiMAT 2017

    „Daten sind die Gold-Nuggets und das heutige Kapital eines Unternehmens“, so Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Vorstandes, der SICK AG auf der LogiMAT. Kaum verwunderlich, dass dieses digitale Kapital gehütet wird wie ein kleiner Schatz. Dennoch stellen auf der anderen Seite der grenzenlose Informationsfluss und die zugehörigen Schnittstellen die Grundvoraussetzung für die nächste industrielle Revolution dar. Wie also diesen gegenläufigen Interessen Herr werden? Ein Lösungsansatz bietet die Industrial Data Space Association, ein Konsortium aus Industrie und Forschung, unter der Schirmherrschaft des Fraunhofer IML. „Der Industrial Data Space ist ein virtueller Datenraum, der den sicheren Austausch und die einfache Verknüpfung von Daten in Geschäftsökosystemen auf Basis von Standards und mit Hilfe gemeinschaftlicher Governance-Modelle unterstützt.“ so Prof. Dr. Michael ten Hompel, Institutsleiter des Fraunhofer IML. Das bedeutet, Daten zwischen Unternehmen werden nur dann ausgetauscht, wenn beide Seiten zertifiziert und als vertrauenswürdig eingestuft sind. Jeder Partner kann dabei selbst bestimmen, welche Daten er freigibt und wie diese genutzt werden dürfen. Die Akzeptanz und der großflächige Einsatz werden letztlich damit stehen und fallen, wie viele Anhänger in der Wirtschaft, auch international, für einen solchen Standard gefunden werden können.

    Die Digitalisierung als Jobmaschine

    Forum "Die Zukunft der Intralogistik" auf der LogiMAT 2017

    Forum „Die Zukunft der Intralogistik“ auf der LogiMAT 2017

    Digitale selbstlernende Systeme, die den Einsatz von wenig vorqualifiziertem Personal ermöglichen, nennt Gerald Hofer, Vorsitzender des Vorstandes der KNAPP AG, als eine der wichtigen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung. Daher sieht Hofer die Digitalisierung auch nicht als Jobkiller, sondern viel mehr als Job-Enabler. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, Menschen einen einfachen Quereinstieg in neue Branchen zu ermöglichen.“ Als Beispiel nennt er einen Monteur, der über eine Datenbrille bei der Montage eines Getriebes Schritt für Schritt angeleitet wird, Fehler über eine Kamera von der Software sofort erkannt und korrigiert werden können. „Erkennt das System beispielsweise, dass ein falsches Teil verbaut werden soll, ist es in der Lage, den Monteur zu benachrichtigen und sogar unmittelbar das richtige Teil aus dem Lager zu ordern, sodass ein unterbrechungsfreies Arbeiten ermöglicht wird.“ Lebenslanges Lernen wird so ein Teil der täglichen Arbeit, Qualifikationen können direkt im Berufsalltag erlangt werden.

    Autonome Systeme brauchen keine Ordnung

    Ware zur Person sieht Hofer in der Intralogistik ebenfalls als großes Potential. Diese Form der Warenbereitstellung wird zwar schon seit einigen Jahren in großen Distributionszentren eingesetzt, werde aber durch intelligente, autonome Systeme der nächsten Generation ein neues Level der Produktivität erreichen. So werde die Kategorisierung in ABC-Lagerplätze in Zukunft obsolet, da das kommissionierende Lagerpersonal die Teile quasi Just-in-Sequence angedient bekomme und der Bedarf in Echtzeit oder sogar vorausschauend ermittelt und bereitgestellt werde. Vernetze Shuttlesysteme mit Schwarmintelligenz bilden dafür die Grundlage.

    Eine Lagerverwaltung für den urbanen Raum

    Mathias Thomas von Dr. Thomas + Partner auf der LogiMAT 2017

    Mathias Thomas von Dr. Thomas + Partner auf der LogiMAT 2017

    Nicht nur die Intralogistik, auch das Ende der Supply Chain, also die letzte Meile zum Kunden, scheint sich in einem Umbruch zu befinden, liegt dort doch eines der größten Nadelöhre im heutigen E-Commerce. Volle Autobahnen, verstopfte Innenstädte und lange Wege der Ware zum Kunden werden zunehmend zum Problem für eine stetig wachsende Branche. „Überall wird von Vernetzung und Digitalisierung gesprochen, doch im Bereich der Last-Mile-Logistik befinden wir uns leider oft noch in der Steinzeit“, resümiert Mathias Thomas, Geschäftsführer von DR. THOMAS + PARTNER. Dabei liege das Potential für eine Optimierung sprichwörtlich direkt auf der Straße. „Betrachten wir eine Innenstadt aus intralogistischer Sicht, ergeben sich hier ganz neue Lösungsansätze. Eine Straßenbahn, ein Fernbus oder ein Berufspendler werden aus diesem Blickwinkel zu einem Stetigförderer, Zustellroboter oder Drohnen zu fahrerlosen Transportsystemen. Über Hubs und Übergabepunkte könnten Transportdienstleister anbieterübergreifend eine wesentlich effizientere Auslastung und eine Optimierung ihrer Routen erreichen, wenn eine übergeordnete Instanz die Koordination übernehmen würde. Und letztlich ist die Koordination dieses „Materialflusses“ nichts Anderes als das, was wir seit Jahrzenten in den engen Grenzen eines Lagers professionalisiert haben. Dieses Know-how sollten wir jetzt zügig auf die Straße bringen, wenn wir nicht bald mit unseren eigenen Online-Bestellungen stundenlang im Stau stehen wollen,“ gibt Thomas zu bedenken.

     

    Auch wenn das Thema Digitalisierung dieser Tage häufig strapaziert wird, scheint es doch den Nerv der Logistik-Branche zu treffen. Zumindest nach subjektivem Eindruck der ersten beiden Tage auf LogiMAT 2017 wird auch die 15. Auflage der internationalen Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss einen neuen Besucher- und Ausstellerrekord verzeichnen können.
    Bei der LogiMAT 2018, die vom 13. – 15. März 2018 wieder in Stuttgart zu Gast sein wird, werden sich die diesjährigen Trends erneut auf den Prüfstand stellen müssen.

     

    Bildquellen: LogiMAT / Dr. Thomas + Partner

    Rückblick: So war die LogiMAT 2016…

     

     

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  • 9. März 2017

    Der (Hänge-)Taschensorter

    Der Taschensorter (engl. Pouch sorter / Bag sorter) gehört zu der Gattung der logistischen Sortier- und Verteil-Systeme. Ein sogenanntes (Hänge)-Taschensorter-System ermöglicht es, Hänge- und Liegeware auf derselben Anlage vollautomatisch zu transportieren – auch klassische Kartonware ist keine Seltenheit. Beförderungsbrüche, wie bei herkömmlichen Anlagen, beispielsweise durch Übergabe an den Stapler, sind nicht vorgesehen. Continue reading Der (Hänge-)Taschensorter

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  • 1. März 2017

    Kommissionierung – Prozessschritte

    Die Kommissionierung steht für das Zusammenstellen von vordefinierten Aufträgen aus einem Lagersortiment. Die Prozessschritte, die im Zuge der Kommissionierung durchgeführt werden, umfassen beispielsweise Übertragung des Kommissionier-Auftrags und die Bereitstellung des Artikels. Es handelt sich dabei um einzelne Grundfunktionen, die nicht zwangsläufig in derselben Abfolge zum Einsatz kommen müssen, auf Grundlage des Kommissionier-Prozesses und dessen Design entweder wegfallen oder individuelle Abhängigkeiten untereinander erzeugen. Continue reading Kommissionierung – Prozessschritte

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  • 23. Februar 2017

    Vorteile der RFID-Technologie gegenüber dem Barcode

    Welche Vorteile hat die RFID-Funktechnologie gegenüber Barcodes? Diese Frage beschäftigt seit geraumer Zeit auch die Intralogistik. Grundsätzlich stehen beim herkömmlichen Einsatz von RFID mehr Informationen zur Verfügung. Logistische wie auch produktionstechnische Prozesse können zudem, durch den regen Informationsaustausch der RFID-Transponder, schneller und zeitnah optimiert werden. Die Funkübertragung per RFID-Technologie gewährleistet, dass zum Beispiel der materialbegleitende Informationsfluss (Bestandsverwaltung) ohne Zeitverzögerung mit anderen, meist übergeordneten Systemen, abgeglichen wird. Continue reading Vorteile der RFID-Technologie gegenüber dem Barcode

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  • 16. Februar 2017

    Die Kommissionier-Wegzeit

    Die Kommissionier-Wegzeit (engl. Order-picking way time) ist die Summe der Zeiten, die für die Kommissionierung eines einzelnen Auftrags beziehungsweise Batches benötigt werden; gemessen vom Startpunkt der Kommissionierung über die Entnahmeplätze bis hin zur Abgabestelle – je nach Kommissionierart inklusive Rückweg zum Ausgangspunkt. Auf Grundlagen dieser Daten ist es möglich, am Ende des Tages, die sogenannte Kommissionierleistung als Kennzahl zu bestimmen. Sie fasst die gesamten Wegzeiten aller Auftragspositionen zusammen. Continue reading Die Kommissionier-Wegzeit

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  • 9. Februar 2017

    Die Lagerplatzverwaltung

    Die Lagerplatzverwaltung sorgt dafür, dass ein Lagerort in der Breite, Höhe und Tiefe erfasst beziehungsweise belegt ist. Sie umfasst zwei unterschiedliche topologische Aspekte. Zum einen den Gesamtaufbau des Lagers und damit die Positionen der einzelnen Lagerorte, zum anderen die eigentliche Platzverwaltung innerhalb eines einzelnen Lagerortes. Dort wird entweder in groben räumlichen Einteilungen oder auf den Quadratmillimeter genau eingelagert. Zudem ist eine Füllmengen-basierte Einlagerung (lose Teile) keine Seltenheit. Continue reading Die Lagerplatzverwaltung

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  • 1. Februar 2017

    Perfect Order Fulfillment: die perfekte Auftragserfüllung

    Das sogenannte Perfect Order Fulfillment steht für den perfekten Erfüllungsgrad beim Lieferservice. Der Grad der Erfüllung beschreibt dabei die Kundenanforderungen an die Lieferung selbst. Um einen hohen Erfüllungsgrad zu erreichen, werden folgende Kennzahlen erhoben: Termintreue, Lieferzuverlässigkeit, Lieferungsbeschaffenheit sowie die Lieferflexibilität. Continue reading Perfect Order Fulfillment: die perfekte Auftragserfüllung

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  • 27. Januar 2017

    Überladung bei Lkws – Gefahren und Bußgelder

    Täglich werden verschiedenste Güter auf den Straßen Deutschlands transportiert. Allein im Jahr 2015 wurden laut dem Statistischen Bundesamt 4,5 Mrd. Tonnen an Gütern in Lkws eingeladen und an den entsprechenden Zielort gebracht. Doch durch das hohe Gewicht der Lkws muss die Infrastruktur immer wieder angepasst werden, damit auch weiterhin Güter transportiert werden können. Die Straßen werden durch die hohe Belastung oft beschädigt, so dass eine regelmäßige Instandsetzung und engmaschige Reparaturen notwendig sind. Da diese allerdings schnell sehr kostspielig werden können, gibt es verschiedene Regeln, die dazu beitragen sollen, die Schäden so klein wie möglich zu halten. Zudem soll die Verkehrssicherheit durch die Verordnung zur Überladung erhöht werden, was speziell bei Gefahrgut eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

    Gefahren der Überladung

    Die Verordnung zur Überladung stellt sicher, dass das zulässige Gesamtgewicht der Lkws auf den Straßen nicht überschritten wird. Neben der Beschädigung der Straßen, stellen überladene Lkws auch ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Daher folgen auf Überladung hohe Bußgelder. Eine Überladung kann eine unregelmäßige Verteilung und damit eine unregelmäßige Belastung der verschiedenen Achsen hervorrufen. Das hat zur Folge, dass Lkws sehr schnell ins Schlingern geraten können. Dadurch werden nicht nur andere Verkehrsteilnehmer sondern auch der Fahrer selbst in Gefahr gebracht. Im Falle einer Vollbremsung wird die Ladung durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert, was zu Unaufmerksamkeit im aktuellen Verkehrsgeschehen oder Verletzungen der Fahrzeuginsassen führen kann. Eine Überschreitung des zulässigen Höchstgewichts kann außerdem eine hohe Belastung der Reifen darstellen, so dass sich das Profil schneller abnutzt und ein fester Halt auf der Fahrbahn nicht mehr gewährleistet werden kann. Auch dieser Fall stellt ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar. Wer ein solches Risiko eingeht und von der Polizei erwischt wird, bekommt ein Fahrverbot verhängt, bis die Ladung reduziert wurde. Zudem folgen verschiedene Sanktionen.

    Sanktionen und Bußgelder

    In Deutschland wird zunächst der Fahrer und nicht der Halter des Fahrzeugs für Ordnungswidrigkeiten belangt. Bei einer Überladung hingegen, folgt nicht nur für den Fahrer sondern auch für das Unternehmen ein Bußgeldbescheid. Zusätzlich muss mit einem Punkt in Flensburg gerechnet werden. Die Bußgelder für Überladung und falscher Ladungssicherung können sich für den Halter des Fahrzeugs auf bis zu 425 Euro belaufen, wenn eine Überladung von 25 Prozent über dem zugelassenen Gesamtgewicht erreicht wird. Punkte in Flensburg werden auch für Fahrzeughalter verhängt, die selbst keinen Führerschein besitzen. Wer sich also vor teuren Strafen schützen möchte, sollte sich vorab zum Thema Überladung informieren und Vergehen vermeiden.

    Weitere Informationen zur Beförderung von Gütern finden Sie unter CMR: der Frachtbrief 

    Alternativen zu Lkws auf Straßen finden Sie in der Studie: LKW auf Schienen – ELANS, die AutoBahn der Zukunft?

    Bildquelle © TheMuuj, Lizenz (CC BY-SA 2.0)

     

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  • 24. Januar 2017

    Die prozessorientierte Lagerplanung

    Die prozessorientierte Lagerplanung berücksichtigt bereits während der sogenannten Entwurfsplanung (Planungsvorlaufzeit) im Detail planungsrelevante Schlüsselpositionen wie Sortiment beziehungsweise Lagergut, Ladeeinheit und Lagerungsart. Während der gesamten Planung müssen Logistik-, Bau- und EDV-Aspekte prozessabhängig aufeinander abgestimmt werden. Grobe Abschätzungen sind eher selten. Continue reading Die prozessorientierte Lagerplanung

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  • 19. Januar 2017

    Die Letzte-Meile-Logistik im E-Commerce – Herausforderungen und Lösungsansätze

    Der Onlinehandel hat in den vergangenen Jahren ein beachtliches Wachstum hingelegt. Besonders der B2C-Bereich verzeichnet massive Wachstumsraten und lässt den B2B-Sektor weit hinter sich zurück. Laut dem Statistik-Portal Statista hat sich der Umsatz im E-Commerce (B2C) in 2016 auf 44 Milliarden Euro gesteigert und sich somit im Vergleich zu 2010 nahezu verdoppelt. Mit dem steigenden Bestellaufkommen in Privathaushalten stieg auch unweigerlich der Bedarf an Kunden-Express-Paket-Dienstleistungen (KEP). Einige Transportdienstleister haben sich durch den Boom auf die Lieferung speziell für Privatsendungen konzentriert und dadurch profitiert. Doch nun stehen sie vor neuen Herausforderungen.

    Die letzte Meile – ein erheblicher Kostenfaktor

    Besonders die letzte Meile, also das letzte Wegstück beim Transport der Ware vom Depot des Paketdienstleisters zur Haustüre des Kunden, stellt häufig ein großes Problem dar. Der Grund hierfür scheint äußerst paradox. Demografisch bedingte Faktoren, wie die wachsende Mobilität und die steigende Anzahl an berufstätigen Frauen sowie Single-Haushalten, wirken wie ein Wachstumsbeschleuniger für den Online-Handel. Gleichzeitig sinkt dadurch die Wahrscheinlichkeit der persönlichen Entgegennahme. Denn: Der Empfänger ist oft nicht zu Hause anzutreffen. Aber nicht nur die erfolglosen Zustellversuche machen die letzten Meter zu einem Dauerthema für die KEP-Dienste. So oder so sind die Sendungen an Privathaushalte vor allem eines: teuer. Durch die kleinen Liefermengen und verteilten Anlieferpunkte lassen sich die Waren kaum bündeln. Dadurch verursachen sie mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten und sind damit der größte Kostenfaktor bei Paketlieferungen.

    Kurz vor dem Kollaps: dringender Bedarf an Lösungen für die City-Logistik

    Während die Kostenfrage der letzten Meile vornehmlich die Paketdienstleister betrifft, tritt in den Ballungszentren ein weiteres Symptom des florierenden Onlinehandels immer deutlicher hervor. Zusätzlich zu der ohnehin schon großen Masse an PKW reihen sich nun auch immer mehr Zustellfahrzeuge ein. Inzwischen sind es so viele, dass diese bis zu 30 Prozent des Verkehrs innerhalb der Städte ausmachen – und für rund 80 Prozent des Staus sorgen. Das ist vor allem deshalb eine große Belastung, da die Transporter neben Lärm auch eine große Menge Abgase produzieren. Dadurch leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Produktivität der Lieferdienste. Staus kosten so viel Zeit, dass Fahrer ihre Touren kaum schaffen können. Zudem fehlt es in den dicht besiedelten Gegenden an Halteplätzen. Das Zustellen der Pakete ist deutlich erschwert und die in zweiter Reihe stehende Fahrzeuge werden zum Verkehrshindernis.

    Variante „Kunde zur Ware“: klarer Vorteil für die Lieferdienste

    In der Folge wächst der Unmut – bei den Kunden sowie den Zustellern. Daher feilen sowohl Logistikdienstleiter als auch andere Anbieter an Lösungen speziell für die letzte Meile in der urbanen Logistik. Dabei sind grundsätzlich zwei Konzepte zu unterscheiden: diejenigen, die den Weg des Kunden zur Ware vorsehen und umgekehrt. Unter ersteres fallen beispielsweise die schon längst etablierten Paketshops und Packstationen. Der Vorteil für die Zusteller dabei ist, dass sie die Sendungen gebündelt abliefern können und der Empfänger der Ware nicht persönlich anwesend sein muss. Für den Kunden bedeutet diese Variante jedoch, dass der Erhalt mit zusätzlichen Wegen und Zeit verbunden ist. Somit ist der mit dem Online-Kauf verbundene Komfort praktisch wieder hinfällig. Dieser ist jedoch der Hauptgrund für den Großteil der Kunden, Waren nach Hause zu bestellen.

    Sichere Lieferung an die Haustür – auch bei Abwesenheit des Empfängers

    Während der Empfänger für eine Zustellung an die Haustür bisher anwesend sein musste, ermöglichen Paketschrank- oder Paketbox-Systeme eine sichere Auslieferung, selbst wenn der Kunde nicht zu Hause ist. Mehrfache Anfahrten werden so vermieden. Wie bei einer Packstation, können die Sendungen hier vom Zusteller in den Behälter eingelegt und verschlossen werden. Diese Lösungen eignen sich sowohl für Eigenheimbesitzer als auch für Kunden in Etagenwohnungen, da sich die Systeme entweder vor der Haustür oder direkt an der Wohnungstür befestigen lassen. Der Nachteil für den Konsumenten ist allerdings, dass er eine entsprechende Box selbst bezahlen muss und die jeweiligen Box-Systeme meist nur von einem KEP-Dienstleister bedient werden können.

    Als weitere Lösung bieten Lieferdienste immer häufiger eine Zustellung in einem bestimmten Zeitfenster. Diese Zustellalternative wird zusätzlich durch Benachrichtigungen per Mail oder SMS unterstützt. Damit haben sich viele KEP-Dienstleister auf die Wünsche ihrer Kunden eingestellt.

    Höhenflüge bei der Paketauslieferung

    Neben den vergleichsweise einfachen Service-Erweiterungen, machen sich andere, neue Konzepte auf, den Luftraum zu erobern. Paketdrohnen wurden bereits von mehreren Logistikunternehmen erfolgreich erprobt. Die fliegenden Paketboten sind besonders für den Einsatz in entlegenen und nur schwer zugänglichen Regionen oder für eilige Medikamentenlieferungen nützlich. Ob sie den „klassischen“ Lieferdienst ersetzen können, ist bei über zwei Milliarden Paketsendungen pro Jahr allein in Deutschland unwahrscheinlich. Auch die technischen Gegebenheiten, wodurch die Drohnen nur relativ kurze Distanzen mit geringer Beladung überwinden können, machen die Flugroboter derzeit nicht zu einer realistischen Alternative. Zudem sind in Deutschland Drohnenflüge über längere Strecken für kommerzielle Zwecke nicht zugelassen. Selbst in den USA ist der kommerzielle Einsatz von Drohnen nur unter streng geregelten Voraussetzungen erlaubt.

    Beim Einzelhandel abgeschaut: das Warehouse-Prinzip

    Auch deshalb werden weitere, „bodenständige“ Konzepte erarbeitet, die die Last Mile effektiver gestalten sollen. Darunter zählen beispielsweise City Hubs sowie deren mobile Variante. Diese Konzepte basieren auf dem Prinzip von Warenhäusern, die entweder stadtnah oder – im Falle des mobilen City Hubs – in unmittelbarer Nähe der Empfänger platziert sind. Diese Form der Zustelllogistik kann prinzipiell in bestehende Prozesse der KEP-Dienstleister integriert oder auch als unabhängige Serviceleistung genutzt werden. Immer beliebter werden zudem IT-basierte Lösungen, die beispielsweise Versender und Kurierfahrer miteinander verknüpfen. Die im Internet bestellte Ware kann so innerhalb kurzer Zeit zum Empfänger transportiert werden. Bisher sind diese Kurier-ähnlichen Lösungen vor allem im Food-Bereich im Einsatz. Selbst Privatpersonen können sich über spezielle Plattformen als Transportdienstleister anbieten und Kurierfahrten übernehmen.

    Jede Fahrt zählt: den Dropfaktor erhöhen

    Wiederum andere, betreiberunabhängige Dienstleistungen konzentrieren sich beim Überwinden des Last-Mile-Problems darauf, sämtliche Lieferungen an den Empfänger zu bündeln und an eine einzige Adresse zu liefern. Durch diese Lösungen entfallen die Wege zu unterschiedlichen Lieferstationen, wie Privatadresse, Paketshops und Packstationen. Kunden sowie Zustellern bleiben dadurch ein großer Zeitaufwand und mehrere Wege erspart. Je nach Anbieter werden die gesammelten Lieferungen innerhalb eines bestimmten Zeitfensters oder – wie besonders von Berufstätigen gewünscht – direkt und offiziell zur Arbeitsstelle geliefert. Ermöglicht wird dies beispielsweise durch spezielle cloud-basierte Systeme. Diese bieten die Grundlage für das professionelle Handling der privaten Pakete im Unternehmen.

    Neben diesen Konzepten, sind noch unzählige weitere Konzepte weltweit bereits im Einsatz oder werden noch erprobt. Welche sich letztendlich als die idealen Lösungen für das Problem der letzten Meile durchsetzen werden, muss sich noch zeigen. Sicher ist nur eines: Sowohl der E-Commerce als auch die Großstädte werden weiter wachsen, weshalb neue Lieferkonzepte dringend benötigt werden. Das Problem ist allerdings nicht allein Sache der KEP-Dienstleister. Um neue Lösungen erfolgreich durchsetzen zu können, müssen Politik, Logistik und Handel an einem Strang ziehen, damit sie auch tatsächlich umgesetzt werden können.

     

    Weitere Informationen zur wegeoptimierten Logistik finden Sie in dem Beitrag: Die Händlerintegration (Ship-from-Store).

    Bildquelle: © I, Cacophony, Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

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  • 12. Januar 2017

    Materialwirtschaft in Produktion und Logistik

    Die Materialwirtschaft steuert die Materialbewegung innerhalb eines Unternehmens sowie auftragsbedingt die bei Kunden und Lieferanten. Dabei steht in der Regel der betriebswirtschaftliche und damit kaufmännische Aspekt im Fokus. Sie verknüpft von oben betrachtet sämtliche kaufmännische und technische Infrastrukturen eines Unternehmens, die den Warenstrom zeitlich, mengenmäßig, qualitativ und räumlich tangieren. Continue reading Materialwirtschaft in Produktion und Logistik

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  • 21. Dezember 2016

    Klimazipfel 2017: Schnee für Groß und Klein!

    Wenige Tage vor Weihnachten und die letzte Hoffnung auf Schnee schwindet dahin. Der Mix aus Regen, Dunst und der anmutenden Frühlingssonne lässt Zweifel an dem eingetretenen meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember aufkeimen. Eine Lösung für den Erhalt der weißen Weihnacht muss her. Die junge Forscherin Sarah Frank, 8 Jahre, feierte bereits im Jahr 2015 mit der vollautomatischen Weihnachtsgeschenk-Verpackungsmaschine ihren Durchbruch in der Logistik. In diesem Jahr denkt Sarah noch einen Schritt weiter, denn die verpackten Geschenke müssen ja auch irgendwie zu den Kindern kommen und legt mit der Entwicklung eines aufsehenerregenden Konzeptes nach: Dem “Klimazipfel 2017 – Schnee für Groß und Klein“. Continue reading Klimazipfel 2017: Schnee für Groß und Klein!

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  • 19. Dezember 2016

    Lean-Management: die 5S-Methode

    Die 5S-Methode stammt aus der japanischen Produktion und kam erstmals beim Autohersteller Toyota zum Einsatz. Der Japaner Taiichi Ono, der auch das Management-Konzept Kaizen erfand, wollte für ein spezielles Produktionssystem gleichzeitig eine systematische Arbeitsplatzorganisation einführen. Das Ziel: Die Reduzierung von jeglicher Verschwendung am Arbeitsplatz und damit ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Continue reading Lean-Management: die 5S-Methode

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  • 8. Dezember 2016

    Elektronischer Datenaustausch via openTRANS

    openTRANS ist ein offener Standard, der mittlerweile für den elektronischen Datenaustausch (EDI) als verlässlicher Standard für beispielsweise Aufträge, Lieferankündigungen und Rechnungen hinzugezogen werden kann. Er unterstützt dabei definierte Kommunikationsstrukturen, die bei der Datenübertragung festgelegt sind. openTRANS legt somit einheitliche Austauschformate von Geschäftsdokumenten mit Hilfe der Auszeichnungssprache XML fest. Continue reading Elektronischer Datenaustausch via openTRANS

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  • 1. Dezember 2016

    Logistiker und der freie Markt

    Die Kernaufgabe der Logistiker besteht in der Schaffung der optimalen Versorgungsumwelt von – allgemein gesprochen – Systemen unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.  Konkret bedeutet das, dass zahlreiche Prozesse in der Lieferkette effizienter und effektiver aufgestellt und gestaltet werden. Dazu gehören – naturgemäß – auch Rationalisierungsmaßnahmen, die mitunter bedingen können, dass an einem konkreten Arbeitsplatz auch einige Mitarbeiter ihren aktuellen Job verlieren. Es mag menschlich verständlich sein, dass die betroffenen Mitarbeiter den Logistiker als Ursache und Grund für die eigene Arbeitslosigkeit zu erkennen wissen. Aber nicht nachvollziehbar ist die Tatsache, dass – in der Praxis – professionelle Logistiker ein schlechtes Gewissen haben, dass sie – angeblich – diese Arbeitsplätze vernichtet haben sollten. Warum?

    Die schöpferische Zerstörung

    Es wird allzu leicht vergessen, dass unsere konkrete Arbeit in einem übergeordneten Rahmen zu sehen ist. Dieser Rahmen, von dem ich hier spreche, ist der Markt und die Marktwirtschaft als Ordnungsrahmen. Der Markt mit seinem Preismechanismus sorgt dafür, dass knappe Güter in jene Sektoren, Sparten und Teile der Wirtschaft und Gesellschaft geleitet werden, in denen die Produktionsmittel (Arbeit, Kapital) die größten Früchte tragen. Diese Früchte sind typischerweise die Renditen von Arbeit und Kapital. Damit ist die Allokationsfunktion des Marktes angesprochen. Der Logistiker mit seinen wirtschaftlich notwendigen Rationalisierungsmaßnahmen und Rationalisierungsinvestitionen sorgt dafür, dass gerade an jenen Stellen der Leistungskette angesetzt wird, wo die größten zu erhoffenden Renditen warten. Dies ist sein Auftrag und der Auftrag letztlich jedes Beteiligten in der Wertschöpfungskette. Gesamtwirtschaftlich und auch gesamtgesellschaftlich schafft der Logistiker mit seinen Lösungsansätzen und Lösungen einen Mehrwert. Die durch Rationalisierungen frei werdenden Arbeitskräfte können somit in Zukunft für rentablerer Teile des gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Verbundes eingesetzt werden. Der große Ökonom, Joseph Alois Schumpeter, hat in diesem Zusammenhang treffend von „schöpferischer Zerstörung“ gesprochen: Fortschritte in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft sind ohne das Zurücklassen von unrentablen Teilen der Vergangenheit nicht möglich. Die „schöpferische Zerstörung“ findet in unseren Gesellschaften täglich statt. Ohne sie gäbe es die großen technologischen Errungenschaften wie z.B. das Internet nicht.

    Schnellere Pferde

    Jedem scheint es klar zu sein, dass Anfang des 20. Jahrhunderts beim Aufkommen des Automobils die Pferdekutschenbesitzer in Bedrängnis kamen. Freilich haben die meisten Pferdekutschenbesitzer durch das Aufkommen des Automobils ihren Job verloren und freilich blieben sie nicht dauerhaft arbeitslos. Denn die Herstellung des Automobils hat mit Sicherheit mehr Arbeitsplätze geschaffen, als dass dies je Pferdekutschen können hätten und das bis zum heutigen Tage.
    Henry Ford hat einmal treffend gemeint: Hätte ich die Kunden der Pferdekutschenbesitzer gefragt, was sie sich wünschen, dann wäre die Antwort gewesen: Schnellere Pferde. Auch dies beweist, dass die Visionen und die  Kreativität von Unternehmern und Unternehmungen im Rahmen unserer freien Marktwirtschaft unverzichtbar für den Fortschritt und für den Wohlstand sind. Wir neigen zu sehr die Dinge zu eng zu sehen. Unser konkreter Arbeitsplatz ist Teil eines großen Verbundes und Teil einer – wie Max Weber treffend sagte – umfassenden Verschlungenheit des Marktes und der Gesellschaft.

    Nur Bäume

    Logistiker müssen in der Praxis mit viel mehr Selbstsicherheit und ohne falsche Gefühlsduselei auftreten: Es muss das Bewusstsein entwickelt werden, dass ihre Verbesserungen in der Lieferkette, ob nun kostenmäßig oder leistungsmäßig, einen Fortschritt für die Lieferkette darstellt und dass jede Verbesserung der Lieferkette letztlich eine Verbesserung der gesellschaftliche Kooperation bedeutet.  Wer nur den konkreten Arbeitsplatzverlust einer konkreten Person im Momentanzustand zu sehen imstande ist, ergeht es wie der Person, die vor lauter Bäume den Wald nicht mehr sieht. Logistiker sind somit aufgefordert sich deutlich mehr mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmen zu beschäftigen und ihre Arbeit und ihre Leistung in Bezug auf diesen Rahmen, der Marktwirtschaft, zu sehen.

    Einen weiteren Beitrag über den Logstiker finden Sie unter “Logistiker der Zukunft” – Supply Chain Manager.

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  • 28. November 2016

    Palettierung: Block-Heuristik in der Intralogistik

    Die sogenannte Block-Heuristik gibt es in unterschiedlichen Varianten und steht für ein mathematisches Verfahren, um eine Packoptimierung (Palette, Container) mit sehr heterogenen Packstücken zu erzielen. Für die Packoptimierung werden endliche Kombinationen anhand von Packmustern mit unterschiedlichen Packstücken durchgespielt. Das Ergebnis ist eine optimierte Packstrategie, die allerdings manuell, vom packenden Mitarbeiter, angepasst werden darf und in der Regel auch wird. Aus der Drohnen-Perspektive gleicht diese Optimierung dem Computerspiel Tetris. Continue reading Palettierung: Block-Heuristik in der Intralogistik

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  • 21. November 2016

    Das Ende der 6 R der Logistik? – Teil 2

    Die klassische Logistiksicht beschränkt sich hinsichtlich ihrer Aufgaben auf die mittlerweile berühmten 6 R – wie bereits in Das Ende der 6 R der Logistik? – Teil 1 angesprochen. Dieser Zugang zu Logistik und Supply Chain Management ist nachvollziehbar und für viele in der Praxis „vernünftig“. Es muss aber die Frage gestattet sein: Ist diese sehr enge, selbstbegrenzte Perspektive tatsächlich noch zeitgemäß? Kann sie die heute an die Logistik gestellten Anforderungen erfüllen? Ein näherer Blick erwies sich – bereits im Teil I – als durchaus fruchtbar. Warum?

    Logistik, SCM und die Märkte

    Eine unternehmensübergreifende Sichtweise generiert entlang der Lieferketten neue Marktchancen und neue Märkte. Diese Marktchancen ergeben sich zuallererst durch die ständige Reduktion der Leistungstiefe der Unternehmen auch im Zuge von Outsourcing. Durch das Redesign ganzer Lieferketten und Liefernetzwerke entstehen neue Beschaffungsmärkte und neue Absatzmärkte. Zahlreiche Chancen werden den Unternehmen eröffnet, die die neu gewonnenen Handlungsoptionen wahrnehmen.

    In zahlreichen Fällen der Praxis wird bei bestimmten Marktkonstellationen vorschnell von Marktversagen gesprochen. Doch viele Experten sehen darin meist und immer mehr ein Versagen des Ausschöpfens des kreativen Potenzials in Unternehmen und Lieferketten. Unternehmen und Lieferketten sind nicht genug kreativ und mutig, kalkulierte Risiken einzugehen und manchmal auch Unsicherheiten zu übernehmen, wenn jedoch ungeahnte Chancen warten.

    Somit müssen die Liefer- und Wertschöpfungsketten systemweit überdacht werden, manchmal neu aufgestellt um somit völlig neue Handlungsoptionen zu eröffnen.

    Ein guter Logistiker kann nicht nur Logistiker sein

    Neue Märkte entstehen durch Musterwechsel und nicht durch Effizienzsteigerung, deren Grenznutzen sich in die Marginalität verabschiedet. Die Veränderung ist aber zuerst in den Köpfen der Manager in Logistik und Supply Chain zu vollziehen. Logistiker müssen aus der Enge und Verstaubheit der letzten Jahrzehnte ausbrechen, um die Probleme des 21. Jahrhunderts besser zu lösen. Was bedeutet das?

    Durch die Umbruchphasen im Zeitalter globaler Lieferketten sind Marktbewegungen im Gange, die rasches und unternehmerisches Handeln erfordern. Die Anreize für Manager müssen so gesetzt sein, dass sie über den Tellerrand des klassischen Logistikers hinausgehen. Logistiker und Supply Chain Manager sind somit gefordert nicht nur Logistiker im engen Sinn des Wortes zu sein. Zahlreiche Probleme mit logistischem Hintergrund sind Probleme, die typischerweise nicht mehr allein mit der klassischen Logistikbrille gelöst werden können. So stellt z.B. ein Kapazitätsproblem in der Leistungskette durchaus ein logistisches Problem dar, kann aber in zahlreichen Fällen nur durch marktadäquate Maßnahmen gelöst werden, z.B. durch Preisdiskriminierung zeitlicher oder räumlicher Natur. Manchmal müssen strategische Überlegungen überdacht werden um bestimmte Problem von Unternehmen und Lieferketten mit logistischen Symptomen jenseits der klassischen Logistik lösen zu können. Hier sind wir alle gefordert, weit über unsere eigenen selbst gesteckten Grenzen hinauszugehen.

    Ein sehr bekannter Logistiker –Bretzke – hat einmal bei einem Vortrag vor einigen Jahren etwas sehr wichtiges und richtiges gesagt: Ein guter Logistiker kann nicht nur Logistiker sein!

    Den ersten Teil dieses Beitrags finden Sie unter  Das Ende der 6 R der Logistik? – Teil 1.

    Weitere Informationen zu den Aufgaben der Logsitik finden Sie auch in dem Beitrag Was kann die Logistik leisten?.

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  • 14. November 2016

    Wenn in der Logistik Risikominimierung zum Risiko wird

    Logistische Entscheidungen sind letztlich wirtschaftliche Entscheidungen. Dies betrifft beispielsweise größere Investitionen in die Lager- und Fördertechnik. Nachdem also alle möglichen technischen, informatorischen und organisatorischen Fragestellungen abgeklärt sind, muss von Führungskräften in Logistik und Supply Chain Management zwischen zwei oder mehreren Investitionsalternativen aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen eine Auswahl getroffen werden. Voraussetzung jedweder wirtschaftlicher Entscheidung muss also sein, dass alle offenen technischen Fragen im weiteren Sinne des Wortes bereits geklärt sind. Aber wie geht man bei der wirtschaftlichen Auswahl von (konkurrierenden) Investitionsalternativen – beispielsweise zwischen Packstation A und Packstation B – richtig vor? Gibt es hierfür rationale Regeln? Oder ist das eine subjektive Entscheidung? Sind es Bauchgefühle, die letztlich entscheiden? Schauen wir uns das näher an:

    Strategie der Investitionsentscheidungen

    Entscheidungen für oder gegen eine bestimmte Investitionsalternative sind typischerweise mehrstufig, soll heißen „strategisch“:

    (1) Von zwei Alternativen mit gleichem Kapitalbedarf ist die mit der höchsten Rendite die wirtschaftlichere Investition.

    (2) Von zwei Alternativen mit gleicher Rendite ist die mit dem geringeren Bedarf an Kapital die ökonomischere Lösung.

    (3) Entscheidend für die Präferenz einer Investition ist also – aufgrund Pkt. (1) und (2) – nicht der absolute Ertragswert, sondern der relative Ertragswert.

    (4) Die Investitionsalternative mit dem höchsten zu erwartenden relativen Ertragswert ist daher die wirtschaftlichste Lösung.

    Minimiertes Risiko – investitionsentscheidend?

    In der Praxis des Logistikmanagements bzw. des Logistikcontrollings wird zur Beurteilung von Investitionen in Lager- und Fördertechnik außer der Rendite die Kapitalrückflussdauer – ROI – in die Entscheidung einbezogen. Nach der Rendite ist daher die Amortisationszeit ein zusätzliches Bewertungskriterium, das es erlaubt, auch das Risiko bei der Investitionsentscheidung zu berücksichtigen. Dafür sind folgende Überlegungen – möglicherweise – sinnvoll:

    (5) Haben zwei Investitionsvorhaben die gleiche Rendite, dann hat jenes mit der kürzeren Amortisationszeit das geringere Risiko und ist daher zu präferieren.

    (6) Wenn zwei Investitionsvorhaben die gleiche Amortisationszeit haben, so ist das Risiko gleich und die Investitionen mit der höheren Rendite die wirtschaftlichste Lösung.

    (7) Für zwei Investitionsvorhaben mit gleicher Nutzungsdauer und gleicher Rendite ist die Amortisationsdauer gleich und der ROI kein zusätzliches Auswahlkriterium.

     

    Hieraus folgt die allgemeine Investitionsstrategie der Ertragsmaximierung bei Risikobegrenzung (nach Timm Gudehus):

    „Investitionen sind in der Reihenfolge abnehmender Rendite zu realisieren und bei gleicher Rendite in der Reihenfolge ansteigender Amortisationszeit…“

    Die Zeitfalle

    Die in vielen Unternehmen feststellbare Managementstrategie der Risikominimierung, nach der Investitionen mit kürzerer Amortisationszeit vorrangig und nur Vorhaben mit einem ROI unterhalb eines vorgegebenen Grenzwerts (Zielwerts) von beispielsweise 3 oder 5 Jahren ausgeführt werden, führt häufig dazu, dass die mittel- und langfristig rentabelsten Investitionen nicht mehr auf dem „Radar“ erscheinen. Unternehmen mit reiner Risikominimierung fallen damit gegenüber anderen Unternehmen im Wettbewerb mittel- und langfristig zurück, die Investitionen primär nach der Rendite entscheiden und den ROI erst nachrangig berücksichtigen.

    Die ursprünglich beabsichtigte Strategie der Risikominimierung kann sich somit ins Gegenteil verkehren. Die permanente kurzfristige Ausrichtung der Investitionen – beispielweise in Lager- und Fördertechnik – führt somit zu kurzfristiger Optimierung aufgrund der Ausgrenzung zeitlich ferner liegender „Früchte“. Die in der Consultingsprache so beliebten Begrifflichkeiten wie „Quick Wins“ und „low hanging fruits“ klingen attraktiv, sind aber letztlich – nicht selten – Ursache für die oben beschriebene „Zeitfalle“ im Management von Logistik und Supply Chain.

    Weitere Informationen zu Optimierungsstrategien finden Sie im Beitrag Optimierung mittels Prozesskettenmanagement.

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  • 7. November 2016

    Das Ende der 6 R der Logistik? – Teil 1

    Die Aufgaben der Logistik und des Logistikers werden mit den berühmten 6 R einprägsam dargestellt. Die 6 R der Logistik sind die sogenannten „sechs Richtigen“:

    1. die richtigen Produkte
    2. in der richtigen Qualität
    3. mit der richtigen Menge
    4. am richtigen Ort
    5. zur richtigen Zeit
    6. mit den richtigen Kosten

    Die Kernaufgabe der Logistik ist somit auf den Punkt gebracht. Die 6 R zeigen eindrucksvoll auf, dass die Aufgabe der Logistik in der Verfügbarmachung von Gütern besteht.

    Aber ist das noch zeitgemäß? Spiegelt diese Sichtweise tatsächlich die Anforderungen der heutigen Märkte wider? Ist diese Perspektive überhaupt hilfreich für die Herausforderungen für Unternehmen und Lieferketten des 21. Jahrhunderts? Kann dieser Zugang für Unternehmer, Manager und Mitarbeiter eine unterstützende Leitidee in der täglichen Arbeit im harten Wettbewerbsumfeld sein?

    Von den 6 R zu den 7 R – ein Quantensprung

    Gelegentlich liest oder hört man von den 7 R der Logistik. Dabei wird häufig „der richtige Kunde“ als das siebente R genannt. Das empfinden einige (auch meiner Kollegen) als überflüssig: Ist nicht ohnehin der richtige Kunde mit den übrigen R gemeint? Wozu also das „blöde“ siebente R? Genau hier zeigt sich jedoch der Quantensprung von der klassischen Logistiksicht hin zu einer kundenorientierten Perspektive im Sinne des Supply Chain Managements. Der „richtige Kunde“ bedeutet, dass jedes Glied einer Leistungskette eine nachgelagerte Stelle vorfindet, den Kunden. Und jedes Glied einer internen Prozesskette ist selbst Kunde, als nachgelagerte einer vorgelagerten Stelle. Diese konsequente „interne Kundenorientierung“ ist der entscheidende Schritt hin zu einer durchgängigen
    Marktorientierung. Wie kann man einen „internen Markt“ für alle Prozessbeteiligten schaffen? Ist das überhaupt in der Praxis umsetzbar? Schauen wir genauer hin.

    Die Resonanzwelle

    Wenn jedes Element einer Prozesskette die nachgelagerte Stelle als Kunden sieht und daher auch bisher als „marktfern“ betrachtete Stellen (z.B. Produktion, Lager) konsequent Kundenorientierung betreiben (müssen), entsteht daraus eine Resonanzwelle. Somit ist in der innerbetrieblichen Leistungskette jeder Mitarbeiter zugleich Liefernder als auch Kunde von Leistungen, zugleich (interner) Anbieter und (interner) Kunde: „Bei konsequenter Kundenorientierung pflanzen sich Signale vom Markt und von externen Kunden in einer Art Resonanzwelle bis in jeden kleinsten Winkel des Unternehmens fort“ (Jochen May). Aber wie kann so eine Resonanzwelle funktionieren, welche Umwelteinflüsse, Transmitter und Steuereinheiten sind hierfür notwendig? Gibt es dafür Vorbilder?

    Von der Natur lernen – der Schwarm

    Bei den Ameisen ist der externe Umwelteinfluss beispielsweise die versiegende Futterquelle. Der Transmitter ist somit der Hunger und die Steuereinheit die Arbeitsteilung im Ameisenstaat. Bei den Zugvögeln sind die externen Umwelteinflüsse möglicherweise widrige Windverhältnisse, der Transmitter somit die Ermüdung und die Steuereinheit typischerweise eine temporäre Zweckgemeinschaft in Form eines Vogelschwarms. Bezogen auf ein Unternehmen ist der entscheidende Umwelteinfluss typischerweise deutlich erhöhte Kundenwunschanforderung, der notwendige Transmitter die Resonanzwelle im Sinne einer „internen durchgängigen Kundenorientierung“ und die dafür notwendige Steuereinheit das Business Konzept (Business Model).

    Somit ist nicht nur längst das Ende der 6 R der Logistik eingeläutet. Logistik ist mittlerweile weit mehr als nur mehr die Optimierung von Materialflüssen und den damit einhergehenden Informationsflüssen von der Entwicklung eines Produktes bis zur Auslieferung an den Endkunden. Logistik ist ein wesentlicher Teil eines Business Models, und im idealen Fall selbst ein Business Model.

    Dazu aber mehr in „Das Ende der 6 R der Logistik? – Teil 2„.

    Weitere Informationen zur Schwarmintelligenz finden Sie auch in dem Beitrag Schwarmintelligenz – Was wir Logistiker von Ameisen lernen können – Teil I.

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  • 2. November 2016

    Zweistufige Kommissionierung

    Im Gegensatz zur einstufigen Kommissionierung werden bei der zweistufigen Kommissionierung mehrere Aufträge zu einem Gesamtauftrag, einer sogenannten Kommission, gebündelt, artikelorientiert kommissioniert und erst später auftragsorientiert gepackt. Die Verwendung einer nachgeschalteten Sortierinstanz erlaubt eine weitgehende Loslösung vom Auftragsbezug bei der Kommissionierung. Continue reading Zweistufige Kommissionierung

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